Fackeln im Sturm - Review

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Foto: Lesley-Anne Down, Fackeln im Sturm - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Lesley-Anne Down, Fackeln im Sturm
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Wer die Kostüm-und Historienserie "Fackeln im Sturm" noch nicht gesehen hat und das nun vorhat, sollte sich sehr viel Zeit nehmen, denn ein abschalten ist fast unmöglich. Bereits im frühen Alter von zehn Jahren habe ich diese fantastische Serie in deutscher Erstausstrahlung sehen dürfen und bin auch jetzt, über zwanzig Jahre später, immer noch restlos begeistert. Als Kind haben mich natürlich hauptsächlich die tollen Kleider der Damen und die romantische Liebesgeschichte zwischen Orry und Madeline interessiert. Mittlerweile setzt man die Prioritäten natürlich anders, was aber nicht heißt, dass mir die aufwendigen Kleider nun weniger gut gefallen. "Fackeln im Sturm" schafft es, so ziemlich jede Altersgruppe, wie auch Männlein und Weiblein gleichermaßen anzusprechen. Eine gelungene Mischung aus großer Liebe, tiefer Freundschaft, historischen Begebenheiten, brutaler Gewalt, überwältigen Dramen und einfach extrem grandiosen Darstellern zieht einen von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann.

So wie mich damals die tiefe Liebe zwischen Orry und Madeline faszinierte, ist es heute die glaubwürdige Freundschaft zwischen Orry und George. Eine große Freundschaft zwischen zwei Männern, im jugendlichen Alter geschlossen und bis zum Tod anhaltend. Trotz großer Konflikte und eines langen Krieges, in dem beide Männer auf verschiedenen Seiten kämpfen, schaffen es die Beiden ihre Freundschaft zu erhalten und vor allem glaubwürdig darzustellen. Generell muss hier den sämtlichen Darstellern ein großes Lob ausgesprochen werden, da selbst jede noch so kleinste Rolle perfekt besetzt wurde. Selbst bei den Nebendarstellern gaben sich große Namen wie Elizabeth Taylor, Johnny Cash, Robert Mitchum und James Steward die Klinke in die Hand. Das spiegelt auch die Liebe zum Detail wieder, die bei "Fackeln im Sturm" anscheinend ganz oben auf der To Do-Liste stand. Der Serie gelingt es großartig die kriselnde Stimmung und oftmals bedrückende Atmosphäre einer vergangenen Zeit einzufangen, sei es durch ihre atemberaubende Kulisse, der mitreißenden Musik, einer spannenden Geschichte oder eben den fabelhaften Darstellern.

Foto: Patrick Swayze & Lesley-Anne Down, Fackeln im Sturm - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
Patrick Swayze & Lesley-Anne Down, Fackeln im Sturm
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Auch wenn "Fackeln im Sturm" natürlich in erster Linie eine Unterhaltungssendung ist, kann sie durchaus mit ihren historischen Begebenheiten und realen Personen beeindrucken. Dem Zuschauer wird die spannende Zeit rund um den amerikanischen Bürgerkrieg, in Form von Unruhen im Land und politischen Umbrüchen glaubhaft und detailgetreu nahegebracht. Selbstverständlich ist nicht alles so passiert wie dargestellt, aber die großen Eckdaten entsprechen dennoch der Realität. Was ich persönlich aber viel wichtiger finde, als Daten und Fakten ist die Stimmung die rübergebracht wird. Man bekommt ein Gefühl für die Konflikte innerhalb der Menschen, die Spannungen zwischen dem Norden und Süden, die Bedeutung des Krieges für den kleinen Mann und dem Rassenkampf. Der Zuschauer wird in eine fremde Zeit zurückversetzt und darf ein wenig an der amerikanischen Geschichte teilhaben, ohne Weiß-und Schwarzmalerei. Es wird weder eine Seite als Gut, noch die andere als Böse dargestellt, sondern der Zuschauer entwickelt für beide Seiten eine gewisse Sympathie und sogar Verständnis.

Die Unterschiede zwischen der Serie und dem Buch sind schon relativ groß, was sich dann leider im dritten Teil bemerkbar machte. Das Weglassen oder ändern einiger Charaktere in den ersten beiden Staffeln, spiegelte sich dann nämlich im dritten Teil wieder. Die Handlung war nicht wirklich schlüssig und wirkte lieblos dahin geklatscht. Tote kehrten plötzlich zurück und es gab einen Bruder, der vorher nie mit einem Wort erwähnt wurde. Die Liebesbeziehung von George und Madeline setzte dem Ganzen dann die Krone auf.

Fazit

Eine absolut sehenswerte Serie, die keine einzige Minute langweilig wird. Als kleiner Tipp, die letzte Staffel einfach weglassen, um sich dieses Stück Fernsehgeschichte nicht vermiesen zu lassen.

Nina V. - myFanbase

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