Eastbound and Down - Review des Piloten

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HBO ist auf der Suche nach einem neuen Hit und eben diese Suche gestaltet sich bislang schwierig. "John From Cincinnati" ist mehr oder weniger gefloppt, das provokante "Tell Me You Love Me" wurde zwar für eine zweite Staffel verlängert, Begeisterungsstürme darüber blieben jedoch bisher aus, und auch das verlängerte "The Flight of the Conchords" ist eher als Nischenserie anzusehen. Nun versucht man mit einer weiteren Comedy zu begeistern, "Eastbound and Down". Bei Dramaserien ist es immer relativ schwierig zu beurteilen, wie gut sie einem nach nur einer Folge gefallen und warum. Man hat unterschiedliche Ansprüche an verschiedene Arten dieser Serien und manchmal ist dies eben nicht so einfach zu formulieren. Bei einer Comedyserie sind diese Ansprüche etwas klarer. Wenn ich mir 31 Minuten einer Serie reinziehe und dabei nicht einmal lachen muss, ist das kein gutes Zeichen. Wenn ich dabei teilweise sogar eher angestrengt wirke und kurz davor bin, mir ein Auge auszukratzen, ist das sogar eher ein schlechtes.

Bei der großen Flut von Piloten, die in der neuen Season auf einen warten, gibt es hin und wieder eben solche, bei denen man sich fragt, wie zum Teufel jemand in den hohen Etagen eines Senders grünes Licht für solch einen Schwachsinn geben konnte. "East Bound and Down" ist einer dieser Piloten. Der Hauptcharakter ist kein bisschen sympathisch und noch weniger lustig. Kenny Powers ist nicht der erste White Trash-Hinterwäldler-Proleten-Protagonist in einer Serie. Aber dann muss es wenigstens irgendeinen Punkt an ihm geben, der dem Zuschauer vermittelt, dass da mehr hinter steckt als schlecht getimte Witze, asoziales Verhalten und rücksichtsloser Egoismus. Diesen Moment lässt man bei unserem Serienhelden hier noch stark vermissen.

Die unwichtigeren Charaktere wie der Schuldirektor und der ehemalige High School-Schulkamerad von Kenny, die ihn beide bedingungslos anhimmeln, ohne zu erkennen, was für ein Loser ihr Idol mittlerweile ist, sind noch das Lustigste an der ganzen Serie. Es gab eventuell zwei, drei Momente, in denen sogar geschmunzelt werden konnte. Ansonsten ist der Humor selten oberhalb der Gürtellinie und das im negativsten Sinne. Wenn man schon den absoluten Losertypen in den Mittelpunkt einer Serie stellt, will man wenigstens mit diesem mitfiebern können. Doch ich hoffe ehrlich gesagt eher für April, dass Kenny am Ende nicht erfolgreich bei ihr sein wird. Den Rest der Staffel kann ich mir schon ausmalen. Kenny wird ein paar Mal gegenüber seinem ehemaligen Mitschüler Mitleid zeigen, allerdings nicht zu offensichtlich, der wird dessen Schoßhündchen und die beiden schließlich beste Freunde, allerdings eher einseitig. April wird Kenny jedes Mal wieder abblitzen lassen, kurz bevor die Hochzeit mit Terrence ansteht, wird sie dann doch schwach. Kenny kehrt zu alter Stärke zurück und wird die Wahl haben zwischen einer erneuten Baseballkarriere und seinen neuen Freunden in der alten Heimat. Wie er sich entscheidet? Es gibt nichts, das mich weniger interessiert...

Fazit

Die Serie braucht nicht nur Fein- sondern ernsthaftes Grobtuning und steht auf meiner Liste der neuen Serien so weit unten, dass sie aus dem Raster fällt...

Nadine Watz - myFanbase

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