Die Heiland - Wir sind Anwalt - Kolumne
Die neue Romy

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Foto: Lisa Martinek & Anna Fischer, Die Heiland - Wir sind Anwalt - Copyright: ARD/Reiner Bajo
Lisa Martinek & Anna Fischer, Die Heiland - Wir sind Anwalt
© ARD/Reiner Bajo

Am 4. September 2018 um 20:15 Uhr feierte mit "Die Heiland - Wir sind Anwalt" eine neue Serie im ARD-Primetime-Programm Premiere. Die Serienmacher Viola Jäger und Nina Philipp haben sich dabei an der Geschichte der blinden Berliner Staatsanwältin Pamela Pabst orientiert. Als Darstellerin wurde Lisa Martinek für die blinde Anwältin Romy Heiland verpflichtet, die sich eingehend auf diese besondere Rolle vorbereitet und diese schließlich umgesetzt hat mit großem Erfolg, wie man kurz nach der Premiere an den Quoten feststellen durfte. Lisa Martinek spielte ihre Rolle sehr authentisch und mit soviel Empathie, dass ich mit jeder weiteren Szene wie gefesselt vor dem Fernseher sitze. Nicht nur, dass man ihr das Blindsein abnimmt, es sind vor allem das Blinzeln, das Lächeln, aber auch die Fähigkeit, das Ganze alles andere als kitschig oder gar klischeehaft wirken zu lassen. Ich freute mich sehr, als sich Das Erste dazu entschloss, die Serie um eine zweite Staffel zu verlängern, denn immerhin war es eine Thematik, die interessant ist und aus der man etwas lernen konnte. Zudem endete die erste Staffel zwar nicht mit einem Cliffhanger, aber die berufliche und auch freundschaftliche Beziehung zwischen Romy und ihrer Arbeitsplatzassistentin Ada Holländer (Anna Fischer), sowie Romys wieder neuentdeckte Liebe zu Ben Ritter (Peter Fieseler) boten genügend Möglichkeiten eine spannende zweite Staffel zu erzählen. Ich freute mich wahnsinnig darauf und konnte es kaum erwarten, bis es hieß "Die Dreharbeiten haben begonnen."

Mit der Vorfreude, im Herbst 2019 die zweite Staffel von "Die Heiland Wir sind Anwalt" mit Lisa Martinek sehen zu dürfen, musste ich am 28. Juni 2019 die schockierende und traurige Nachricht lesen, dass die Schauspielerin mit nur 47 Jahren im Italien-Urlaub überraschend verstorben ist. Ich war wirklich schockiert über diese Nachricht, besonders da ich auch zu diesem Zeitpunkt selbst im Urlaub gewesen bin und mir ihre Familie unglaublich Leid tat. Natürlich stellte ich mir nach einigen Wochen die Frage, wie die ARD verfahren würde, da die zweite Staffel der Serie bereits bestellt worden war und mit Sicherheit bereits an den Drehbüchern gearbeitet wurde. Ich selbst konnte mir nicht richtig vorstellen, dass die Serie fortgeführt würde, schließlich war Lisa die zentrale Hauptdarstellerin, die die Figur Romy mit ihrem großartigen Schauspiel nach kurzer Zeit so geprägt hat. Also stellte ich mir die Frage, ob die Verantwortlichen des Senders tatsächlich so viel Mut besitzen würden, um diese Serie mit einer anderen Darstellerin einem sogenannten Recast fortzuführen und die Antwort darauf ist ein Ja.

Foto: Anna Fischer & Christina Athenstädt, Die Heiland - Wir sind Anwalt - Copyright: ARD/Hardy Spitz
Anna Fischer & Christina Athenstädt, Die Heiland - Wir sind Anwalt
© ARD/Hardy Spitz

Ich war durchaus überrascht über diese Entscheidung, da ich geglaubt habe, dass man es bei einer Staffel belassen würde. Anderseits war ich aber auch sehr gespannt darauf, wer diese schwierige und besondere Aufgabe übernehmen würde. Selbst hatte ich keine Idee, welche Schauspielerin dafür in Frage kommen würde, zumal ein Recast eben auch bedeutet, dass die Nachfolgerin der Vorgängerin auch optisch ähnlich sein sollte. Die Wahl fiel schließlich auf Christina Athenstädt, die ich bereits aus der Telenovela "Wege zum Glück" und der ARD-Vorabendserie "Familie Dr. Kleist" kenne. Nach dieser Bekanntgabe war ich mir ziemlich sicher, dass Athenstädt fähig ist, diese besondere Herausforderung gut zu meistern.

Natürlich war mir auch klar, dass es für sie nicht leicht sein würde. Immer wieder liest man, dass es Recasts nicht leicht haben, eben weil eine Figur meistens schon langer Bestand einer Serie ist und es durch eine/n Nachfolger/in anders ist und sie keinen leichten Start und auch Stand haben. Doch in diesem Fall ist es nochmals eine ganz andere Herausforderung, was Christina Athenstädt in einem Interview sehr nachvollziehbar beschrieben hat. Auch ihre Kollegin Anna Fischer beschreibt die Zusammenarbeit in einem Interview.

Für mich stand fest, dass ich zumindest mal in die zweite Staffel reinschauen würde, die ab dem 28. April 2020 um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt wird, aber bereits vorher in der ARD-Mediathek zur Verfügung gesellt wurde, da ich Christina gegenüber fair sein wollte und einfach auch neugierig gewesen bin, wie die "neue" Romy wohl sein würde. Natürlich hatte ich beim Schauen ein seltsames Gefühl und habe mich dabei erwischt, mich zu fragen, wie Lisa es gespielt hätte. Doch trotz dieser traurigen Umstände muss man Christina Athenstädt neidlos zugestehen, dass sie die Aufgabe mit Bravur meistert und sie eine würdige Nachfolgerin ist. Anna Fischer sagte, dass es eine neue Reise ist und ich bin froh, dass ich die beiden auf dieser Reise begleiten darf. Wie Christina Athenstädt sagte, ist es anders geworden, was ich nur bestätigen kann. Anders heißt aber (für mich) nicht schlechter. Man lernt nochmals neue Facetten an Romy, aber auch Ada und allen anderen, die an dieser zweiten Staffel beteiligt sind, kennen.

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Daniela S. - myFanbase

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