Der Babysitter-Club - Review, Staffel 2

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Im Juli 2020 feierte die Adaption von "Der Babysitter-Club" mit seiner ersten Staffel Premiere bei Netflix. Kurz danach wurde eine zweite Staffel bestellt, die aber aufgrund der Corona-Pandemie fast eineinhalb Jahre auf sich warten ließ. Ob und wie es mögliche Auswirkungen auf die Stories hatte, erfahrt ihr nun.

Familie ist die, die die Vergangenheit kennen und in der Zukunft bleiben.

Foto: Alicia Silverstone & Mark Feuerstein, Der Babysitter-Club - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Kailey Schwerman/Netflix
Alicia Silverstone & Mark Feuerstein, Der Babysitter-Club
© 2021 Netflix, Inc.; Kailey Schwerman/Netflix

Die erste Staffel der Netflix-Serie war für mich persönlich eine positive Überraschung, da ich nun mal nicht wirklich der 'Zielgruppe' an sich entspreche. Aber wie ich schon des Öfteren geschrieben habe, interessiert mich eine Altersfreigabe oder Ähnliches nicht, da es mich einfach ansprechen muss. Die zweite Staffel von "Der Babysitter-Club" steht der Auftaktstaffel thematisch in nichts nach, sondern führt die angefangenen Handlungsstränge nahtlos fort und festigt und vertieft die einzelnen Beziehung noch und vor allem wurde der Club um zwei Sitterinnen erweitert: Mallory (Vivian Watson) und Jessi (Anais Lee). Das Tolle ist, dass man die beiden bereits in den beiden letzten Episoden der ersten Staffel in die Serie eingeführt und praktischerweise als neue Mitglieder im Club aufgenommen hat. Der Club ist damit noch besser aufgestellt, hat aber diesmal weniger die Aufgabe, Aufträge, Kund*innen und Gelder zu beschaffen. Ich will damit nicht sagen, dass er unwichtig geworden ist, ganz und gar nicht, aber er hat nicht mehr diese Gewichtigkeit, die Dinge und Sitterinnen zusammenzuhalten, wie es zu Beginn den Anschein hatte, was wohl daran liegt, da auch die Mädels in sich gewachsen sind.

Wobei ich ja gestehen muss, dass Kristy (Sophie Grace) noch immer nicht zu meinen Favoritinnen gehört. Es ist deutlich geworden, dass sie gewachsen und auch reifer geworden ist. Man merkt ihr aber auch noch immer an, dass sie nur allzu gerne das Sagen und über alles (und vielleicht jede*n) die Kontrolle hat, was mir in der ein oder anderen Szene nicht wirklich zugesagt hat. Aber wie gesagt, hat sich auch Kristy positiv entwickelt. Besonders hat man dies in der Beziehung zu ihrer Mutter Elizabeth (Alicia Silverstone) gemerkt. Ich finde es toll, dass sich die beiden nun besser verstehen, denn leicht hatten sie es nicht, gerade wegen des Vaters von Kristy und ihren Geschwistern, der nie seine Versprechen einhält und alle immer und immer wieder enttäuscht. Ich konnte durchaus verstehen, weshalb Liz dann noch ein Kind mit Watson (Mark Feuerstein) wollte. Nicht um ihren anderen Kindern zu zeigen, dass man einen verlässlichen Vater haben kann, sondern um eine Art Verbindung zwischen beiden Familien zu schaffen. Daher hat mir auch sehr gut die verständnisvolle Seite an Kristy gefallen, als Liz versucht hat, erneut schwanger zu werden und damit vollkommen emotional überfordert war. Aber auch Kristys Beziehung zu Watson hat sich wunderbar entwickelt. Ich war so gerührt, als er erst einmal klar und deutlich gesagt hat, wie er den Ex seiner Frau sieht und dass ihre Kinder ähnlich darüber denken und dass er dann die Adoption vorgeschlagen hat!!! Ich kann Kristy voll und ganz verstehen, dass sie Watson von nun an liebt! Es unterstreicht einfach noch einmal, wie wichtig es ihm ist, dass sich Liz' Kinder mit ihm und seinen Kindern wohlfühlen und Mark Feuerstein war bei der Ansprache als Watson einfach göttlich, so dass ich ihn zurecht umjubelt habe!

Foto: Vivian Watson & Momona Tamada, Der Babysitter-Club - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Kailey Schwerman/Netflix
Vivian Watson & Momona Tamada, Der Babysitter-Club
© 2021 Netflix, Inc.; Kailey Schwerman/Netflix

Offenbar fühlen sich Mallory und Jessi auch ziemlich wohl im Club. Obwohl ich beide unheimlich gerne mag, kann ich mich mit Ersterer besser identifizieren. Am Anfang tat sie mir ziemlich leid, weil Claudia (Momona Tamada) sie so runtergemacht hat. Ich kann verstehen, dass man von solch einem Redeschwall, wie Mallory ihn hat, genervt sein kann. Bei ihr wurde aber auch für mich deutlich, dass sie einfach nur verunsichert ist, aber durchaus etwas zu sagen hat. Gut gefallen hat mir dabei, dass man dazu Janines (Aya Furukawa) Freundin Ashley (Kelcey Mawema) eingebunden hat, die die Sache klar auf den Punkt gebracht hat: Man muss den Menschen einfach nur zuhören. Denn Mallory ist wirklich toll in ihrer Art und ich kann vollkommen nachvollziehen, dass es ihr unangenehm gewesen ist, als der Club mittels der Club-Kasse die Party für ihre Schwester ausgerichtet hat aber ich glaube, dadurch hat sich die Verbundenheit innerhalb des Clubs nochmals gefestigt. Ein ähnliches Beispiel gab es auch bei Jessi. Sie träumt davon, die Beste im Ballett zu sein, merkt aber beim Unterricht, dass dem nicht so ist, was sie natürlich frustriert. Hierbei fand ich interessant, dass sie ihre Sichtweisen, warum sie Ballett macht, gegeneinander gestellt hat. Schön war dann auch, dass es nicht unbedingt die Mädels waren, die ihr eine andere Sichtweise gegeben haben, sondern Derek (Luke Roessler), den sie sitten sollte. Berührend fand ich daher auch, als alle zu ihrer Aufführung gekommen sind.

Ich glaube, bereits in der vergangenen Staffel ließ ich durchschimmern, dass Stacey (Shay Rudolph) meine Favoritin ist. Möglicherweise liegt es an ihrem Verhalten und wie erwachsen sie mit ihrem Diabetes umgeht und man ihr dennoch anmerkt, dass sie ein ganz normaler Teenager sein möchte. Mir hat es daher ausgesprochen gut gefallen, dass man Stacey dazu auserwählt hat, auf einer Gala zu sprechen. Es ist zwar ein bisschen klischeemäßig gewesen, dass ihr Diabetes gerade dann verrückt gespielt hat, aber umso begeisterter war ich dann von ihrer Ärztin (Laara Sadiq), die ihr klar gemacht hat, dass man von seiner Krankheit auch einmal genug haben kann, obwohl man sie im Griff und akzeptiert hat und dass auch Stacey erkannt hat, nicht alleine kämpfen zu müssen.

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Foto: Der Babysitter-Club - Copyright: 2021 Netflix, Inc.; Courtesy of Netflix
Der Babysitter-Club
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In Sachen Akzeptanz war es dann auch noch einmal sehr emotional. In der ersten Staffel wurde sehr offensichtlich, wie sehr Claudia an ihrer Mimi (Takayo Fischer) hängt und wie stark und tief ihre Verbindung ist, umso schlimmer war dann der Schlaganfall. Jedoch ist Mimi nun gestorben und besonders Claudia, aber auch ihre Schwester Janine, wurden schwer davon getroffen. Erst war mir nicht ganz klar, weshalb Mimi so darauf gedrängt hat, dass Claudia lernt, wie man den besonderen Tee zuzubereitet. Dieser sollte Claudias Familie und Freunde zusammenführen und Mimi gut in Erinnerung behalten. Besonders toll war dann auch wieder ein inniger Moment zwischen den Schwestern. Zu Schwestern wurden auch Mary Anne (Malia Baker) und Dawn (mit Kyndra Sanchez als neue Darstellerin der Figur), da ihre Eltern, Dawns Mutter Sharon (Jessica Elaina Eason) und Mary Annes Vater Richard (Marc Evan Jackson), nun fest zusammen, jedoch nicht verheiratet sind. Im Übrigen fand ich es sehr toll, dass Richard mit seiner Tochter über Heirat und Beziehung gesprochen hat und auch er sich dadurch entwickelt hat. Vielleicht hat man das Zusammenleben auf bestimmte Zeit der beiden, gepaart mit dem Einsperren im Schrank auch dafür genutzt, um die Pandemie auf eine gewisse Art und Weise thematisch zu verarbeiten. In jedem Fall hat mir auch hier der Ausgang zugesagt.

Fazit

Trotz der Tatsache, dass die zweite Staffel von "Der Babysitter-Club" diesmal acht statt zehn Episode hatte, konnte man mich mit den Handlungen und (Charakter-)Entwicklungen überzeugen. Natürlich ist es auch diesmal vereinfacht dargestellt worden, aber das finde ich nicht schlimm, denn die Themen haben mich auf jeden Fall berührt und nachdenklich gemacht und ohne Frage zeigt auch die zweite Staffel auf, dass es nicht wichtig ist, ob man blutsverwandt ist, sondern ob man bereit ist, immer da zu sein, selbst wenn es alles andere als super laufen könnte.

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Daniela S. - myFanbase

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