American Horror Stories - Review des Piloten

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Seit 2011 strahlt FX in den USA die Anthologieserie "American Horror Story" aus, hinter der Hit-Produzent Ryan Murphy steht. Es ist es schon fast schon lachhaft, dass es so lange gedauert hat, dass man eine Spin-Off-Serie produziert. Ob die Idee mit "American Horror Stories", die seit September 2021 hierzulande bei Disney+ Star zu sehen ist, nun so sinnvoll gewesen ist oder ob man sich das Ganze hätte sparen können? Lest es hier nach.

Foto: Sierra McCormick, American Horror Stories - Copyright: Disney+
Sierra McCormick, American Horror Stories
© Disney+

Scarlett, the Rubber Woman

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht so ganz sicher, ob diese Review zum Piloten einer Länge entsprechen wird, die für mich üblich ist und damit wäre theoretisch auch schon alles gesagt. Aber gut, dann werde ich mal meine Gedanken zusammenfassen. Wer "American Horror Story" schaut oder geschaut hat, dem ist klar, dass man sich bei Ryan Murphy und seinem Team darauf einstellen muss, dass manches zu schnell abgehandelt wird, sodass es selten einen richtigen Sinn gibt bzw. man sich im Zeitraffer befindet. So ähnlich ging es mir am Ende des ersten Teils des Auftakts und dabei fing es eigentlich gut an.

Die Episode bringt das Murder House aus der ersten Staffel der Mutterserie zurück und das fand ich wirklich toll, denn ich mochte diese Staffel durchaus. Also fand ich das schon mal in Ordnung. Mit dem schwulen Paar Michael (Matt Bomer) und Troy (Gavin Creel) und ihrer 16-jährigen Tochter Scarlett (Sierra McCormick) zieht eine neue Familie in das mysteriöse Haus ein. Ich fand es auch in Ordnung, dass sich Probleme aufgetan haben, die sich zwischen Eltern und Teenagern nun mal auftun und diese ziemlich plausibel waren.

Allerdings hat auch der Ableger von "American Horror Story" das Problem, dass man bei der Charakterausarbeitung schnell die Lust verliert. Denn Scarlett wurde als dreijähriges Kind für mehrere Tage entführt und ich hätte es sehr interessant gefunden, wenn man hier näher drauf eingegangen wäre, denn so hätte man vielleicht auch das Verhalten des Mädchens besser erklären können. Stattdessen erlebt man nur mit, als sie sich offenbar mit den Mädels aus ihrer Schule anfreundet und Interesse an Maya (Paris Jackson) hat, die sie aber eigentlich nur vor den anderen im Netz bloßstellen will.

Leider hat man es auch hier außer Acht gelassen, mehr auf die Psyche einzugehen und hat stattdessen, wie man es fast schon von "American Horror Story" und Ryan Murphy gewohnt ist, auf Brutalität und viel Blut gesetzt.

Leider ändert sich das auch im zweiten Teil der Auftaktfolge nicht, stattdessen gibt es noch mehr Opfer, noch mehr Blut und noch mehr Unverständnis bei mir, weil man es offenbar tatsächlich nur auf Brutalität abgesehen hat und mit Ruby (Kaia Gerber) eine Figur eingeführt hat, die Scarlett dazu bringen will, sich das Leben zu nehmen, damit sie für immer bei ihr sein kann. Zumindest hat man ihre Taten wenigstens plausibel erklärt, auch wenn das ganze Konstrukt drum herum nicht hätte sein müssen. Denn zum Abschluss gab's dann ein fröhliches Miteinander, was mich sehr an das Staffel-4-Finale von "American Horror Story" erinnert hat.

Fazit

Nachdem ich den zweiteiligen Auftakt von "American Horror Stories" gesehen habe, bin ich mir unschlüssig darüber, ob man sich mit dem Spin-Off tatsächlich einen Gefallen getan hat. Auf mich wirkt es bisher so, als wolle man mit "American Horror Stories" nur alle Staffeln der Mutterserie noch einmal zusammengewürfelt in einer neuen Serie zeigen, was für mich leider nicht funktioniert.

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Daniela S. - myFanbase

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