Navy CIS: L.A. - Review: Staffel 1 (Teil 1)

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Chris O'Donnell & LL Cool J, NCIS: Los Angeles
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Ich kann immer noch in einem Wort zusammenfassen, was ich damals davon hielt, dass meine Lieblingsserie "Navy CIS" ein Spin-off bekommt: NICHTS. Absolut gar nichts. Wofür braucht die Serie denn bitte ein Spin-off? Sie ist in ihrer Art mit ihren Charakteren einzigartig, wofür sollte also bitte ein Abklatsch gut sein. Wer hat schon Lust auf eine zweiten Abby Sciuto oder einen zweiten Gibbs. Danke nein, ich hätte darauf verzichten können.

Durch ein Crossover der beiden Serien in den Episoden "#6.22/23 Legenden" wurden einem die Charaktere des Spin-Offs näher gebracht. Nachdem ich die Episoden gesehen habe, war ich dem Spin-off nicht mehr völlig abgeneigt. Zwar war ich noch nicht ganz überzeugt, aber das Konzept der Serie schien ganz gut aufgezogen sein. Statt einfach ein zweites NCIS-Team zu schaffen, das statt in Washington in Los Angeles ermittelt, sollte in der Serie die Ermittlung eines Undercover-Teams um den ehemaligen Schüler von Gibbs, Special Agent G. Callen, drehen. Auch bekam man in den beiden Cross-Over-Episoden vermittelt, dass die Charaktere nicht eine billige Kopie der anderen werden sollten. Mit diesen beiden Folgen wurden auch die Zweifler auf den Piloten neugierig gemacht und so schalteten 18,3 Millionen Zuschauer ein. Mit diesem Rekordwert war "NCIS: Los Angeles" einer der erfolgreichsten Neustarts. In der ersten Episode gelang es der Serie, sogar mich zu überzeugen. Mir gefielen die Charaktere und mir gefiel die Handlung.

Foto: Daniela Ruah, Navy CIS: L.A. - Copyright: Paramount Pictures
Daniela Ruah, Navy CIS: L.A.
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Leider blieb das nicht so. Die Geschichte um das Undercover-Team wurde schon bald nicht mehr als solches aufgezogen. Selten sind die Agenten in Undercover-Einsätzen über längere Zeiträume zu sehen, sondern machen stattdessen ganz normale Ermittlerarbeit, wie es auch das Team um Gibbs tut. Die Fälle sind als solche auch nicht so originell und so bekommt man leider das unschöne Gefühl, dass es sich doch um eine armselige Kopie handelt. Ich hoffe, dass die Autoren schon bald zu ihrer ursprünglichen Idee mit der Undercovereinheit zurückkommen, sonst sehe ich schwarz für die Serie, sich vom Original lösen zu können.

Was ich zwar begrüße, was aber auch dazu führt, dass man immer das Original im Hinterkopf hat, sind die Gastauftritte von Rocky Caroll (alias NCIS-Direktor Leo Vance) oder Pauley Perette (alias Abby Sciuto). Ich finde es eigentlich gut, dass man zeigt, dass die beiden Teams in Washington und Los Angeles für die gleiche Behörde arbeiten und folglich auch den gleichen Direktor haben, der die Aufträge der Teams absegnet. Dass dann auch die Spezialisten, wie zum Beispiel Abby, bei verschiedenen Fällen ausgeliehen werden, passt auch in den Hintergrund. Wenn allerdings Episoden den Anfang einer Geschichte bilden, wie zum Beispiel die Story um Vances Erzfeindin Lee Wuan Kai in Episode "#1.05 Killshot", und diese dann in "Navy CIS" in Episode "#7.07 Der letzte Schuss" ein Ende findet, wird es schwer den Überblick zu behalten, besonders wenn die beiden Sendungen nicht im gleichen Zeitraum ausgestrahlt werden. Solche Geschichten sollten lediglich für Crossover dienen.

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Linda Hunt, Navy CIS: L.A.
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Was bei "NCIS: Los Angeles" auch fehlt, ist meiner Meinung nach, dass jeder Charakter heraussticht. Im Moment fallen lediglich Callen, Hatty und Kensi auf. Callen ist einfach von seiner Art ein ganz besonderer Typ, ein bisschen schweigsam, ein wenig wie Gibbs und doch verteilt er keine Kopfnüsse. Hatty ist einfach Hatty, die mit Sprüchen überzeugt und von ihrem Verhalten sympathisch ist. Kensi hat eine rührende Geschichte und als einzige Frau im Ermittlerteam natürlich schon einen Sonderstatus. Bei Sam, dem Psychologen Nate und dem Techniker Eric Beal fehlt einfach noch der Feinschliff. Sie haben zwar ihre Momente, machen aber nicht auf sich aufmerksam. Gerade mit Sams Charakter kann ich mich nicht einfach abfinden. Er scheint im Moment nur als Partner von Callen zu existieren, der eigentlich ein harter Typ ist und nur bei Jugendlichen mit einem schweren sozialen Hintergrund weich wird. Die für mich jetzt schon unsinnigste Storyline war die um Special Agent Dominic Vail, der als Frischling zum Team dazu stößt. Das Undercover-Team akzeptiert ihn langsam, allerdings passt er den Autoren doch nicht ins Konzept und sie streichen ihn mit einer unnötigen Geschichte aus der Serie. Weil er aber vielleicht in der zweiten oder dritten Staffel doch wieder zu gebrauchen ist (vorausgesetzt man kommt bis dahin), bringt man ihn nicht um, sondern lässt ihn einfach verschwinden. Viel mehr als "unnötig" kann ich dazu nicht sagen.

Es sind noch einige Episoden bis zum Staffelfinale und ich hoffe, bis dahin schafft die Serie noch ein paar Highlights. Vom Staffelfinale erwarte ich allein schon wegen des Originals einiges und bin gespannt, was sich die Autoren dafür einfallen lassen und ob sie damit einiges wieder gutmachen können.

Fazit

"NCIS: Los Angeles" schafft es noch nicht, auf eigenen Beinen zu stehen und ist noch stark abhängig vom Original. Auch den Charakteren fehlt noch der Feinschliff. Wenn diese Mängel nicht behoben werden können, wird "NCIS: Los Angeles" nur dadurch überleben, dass man geneigt ist, wegen der Mutterserie zuzuschauen.

Ceren K. - myFanbase

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