Bewertung: 6

Review: #1.05 Kurt Dempsey

Foto: John Hensley, Nip/Tuck - Copyright: Warner Bros. Entertainment Inc.
John Hensley, Nip/Tuck
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Wieso nur wurden in diese Folge so viele Themen hereingequetscht, aus denen man genauso gut zwei oder mehr Folgen hätte machen können?

Zum einen wäre da Julias Schwangerschaft. Ich weiß ja nun nicht, wie es weitergehen wird, aber für mich schien diese Story jetzt abgehackt. Zunächst der Schwangerschaftstest, dann die Untersuchung beim Arzt, dann die Bettruhe und dann die Fehlgeburt, alles innerhalb von ca. 40 Minuten. Ich hätte mir wesentlich mehr gewünscht. Richtig unsympathisch war mir Julia - wie auch schon in der letzten Folge. Schließlich kannte sie genau die Risiken, würde sie ihre Bettruhe abbrechen, und dennoch ging sie wieder zur Uni. Ich finde sie hat die Fehlgeburt somit auch verdient. Aber Sean hat sie nicht verdient. Er kümmert sich so sehr um Julia, wollte sogar nach der Geburt in den Vaterschaftsurlaub gehen. Heutzutage macht das ja kaum ein Mann. Julia könnte doch so glücklich mit ihm sein. Sie haben ein Haus, er verdient nicht schlecht, er gibt sich jede Mühe, ein guter Vater und Ehemann zu sein und sie ist unglücklich und zeigt ihm das auch. Was ich nicht erwartet hätte ist, dass Sean über Julia so gut Bescheid weiß. Das wird klar am folgenden Dialog:

Julia: "Nicht nur du hast ein Baby verloren."
Sean: "Aber ich war der einzige, der eins wollte."


Matt hatte in dieser Folge nur einen kurzen Auftritt, der dafür umso gelungener war. Nämlich als er fragt, wieso sie das Kind bekommt, wenn sie es eigentlich auch nicht will. Auch nicht, weil sie ihn ja ursprünglich auch nicht wollte. Seine Geburt war ja nur ein Fehler und ein Problem, dass sie von ihrem Studium abhielt. In diesem Moment wirkt er einerseits so reif und erwachsen, andererseits eben noch so kindlich, während seine Mutter ihm erklärt, dass es natürlich kein Fehler war, weil sie ihn dafür jetzt hat.

Ebenfalls eine relativ große Rolle in dieser Folge spielen Christian und seine One Night Stands. Grace Santiago gibt ihm den Tipp, mal zu den ASS, den "Anonymen Sexsüchtigen", zu gehen. Er tut es und legt anschließend auch eine Frau von dort flach. Dass er ausgerechnet mit ihr Sex hatte, finde ich nicht gut von Christian. Sie war/ist auch sexsüchtig, aber versucht das in den Griff zu kriegen. Nachdem er sie flachgelegt hat und ihr anschließend ein Taxi ruft, weigert sie sich zu gehen. Und er hält ihr daraufhin eine Rede, in der er erklärt, Menschen können ihren Charakter, ihre Seele nicht ändern. Ich finde es schlimm, dass er so denkt. Vor allem nachdem ich in der letzten Folge schon dachte, er würde sich vielleicht ändern. Doch er verfiel sofort wieder in sein altes Muster.

Dass die Folge zu voll gepackt ist, merkt man auch an den Patienten. In dieser Folge gibt es zwei. Zum einen ein Amerikaner, der seiner Frau zu liebe japanisch aussehen möchte. Zum anderen eine Frau, die ihren Mann ihre Nase brechen ließ, damit sie operiert wird und endlich "hübscher" aussieht. Doch das erzählte sie den beiden Ärzten nicht, sondern sie sagte, sie hätte einen Autounfall gehabt. Nebenbei erzählt sie dann auch noch, dass ihr Mann vor einiger Zeit ihren gemeinsamen Sohn umbrachte, weil der fünfjährige seine Spielsachen immer überall liegen hatte. Beides hätten so tolle Geschichten werden können. Nur leider wurden sie meiner Meinung nach viel zu schnell abgehandelt.

Fazit

Eine nicht gerade umwerfende Folge. Dabei hätte man aus dem Stoff so viel machen können. Zum Beispiel zwei oder mehr Folgen, die dann wahrscheinlich absolut fantastisch geworden wären.

Vivien B. - myFanbase

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