Bewertung: 3
Lowell, Sophia

Glee 01. Wie alles begann

"Nice try, boys, but you'll have to work a little harder to bring Rachel Berry down this year."

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Inhalt

Rachel Berry ist unzufrieden mit der Pausenansage der McKinley High School und bittet deshalb Direktor Figgins, ihr die Ansagen zu überlassen. Zusätzlich könnte sie auch für die musikalische Gestaltung sorgen. Während sie bei vielen Schülern zur Lachnummer wird, fällt ein paar Schülern ihr Talent auf. Kurt Hummel, Mercedes Jones und Tina Cohen-Chang sehen die Hoffnung, dass ihr Chor vielleicht Zuwachs bekommen könnte. Sie leiden unter ihrem Außenseiterdasein und wollen gerne in den Mittelpunkt rücken. Tina versucht zum Beispiel, sich bei der nächsten Schulfeier zu engagieren und den Cheerios bei der Gestaltung des Saales zu helfen. Rachel hat unterdessen ein Auge auf Finn Hudson geworfen und in Quinn Fabray entwickeln sich ebenfalls Gefühle, nur dass sie diese nicht gerade erwartet hat.

Kritik

Eigentlich ist es gar keine schlechte Idee, ein Buch zu einer Serie herauszubringen, dass die Zeit vor dem Beginn der Serie beleuchtet. Das ist immerhin interessanter, als einzelne Episoden in Buchform umzusetzen und damit quasi nichts Neues zu liefern, wie man es zum Beispiel von "Akte X" und den "Gilmore Girls" kennt. Allerdings ist es so natürlich schwierig, sinnvolle Geschichten zu erzählen, die weder etwas vorweg nehmen, noch logische Fehler entstehen lassen. Aus diesem Anspruch heraus hat Sophia Lowell den Roman "Glee 01. Wie alles begann" geschrieben und damit letztlich auch nichts Innovatives entwickelt.

Die Storyline an sich ist ziemlich banal und besitzt kaum Entwicklung. Vielmehr dient das gesamte Buch nur dazu, die Gefühle der einzelnen Charaktere ausführlich darzulegen. Als Fan der Serie hat man diese aber schon längst ergründet, denn wer etwas von wem warum will, welche Ziele wer verfolgt usw. wird in der Serie deutlich und ohne Geheimniskrämerei dargestellt. Insofern liest sich das Buch wie eine ausführliche Betrachtung der wichtigsten Charaktere. Rachel wird intensiv beschrieben, die Vorbehalte der anderen kommen auch nicht zu kurz. Auch die anderen Charaktere sind auf den Punkt getroffen, wobei man bei Quinn und Puck schon fast dazu geneigt ist, ihr Interesse an dem Bad Boy sowie dessen Werbeversuche als viel zu überzogen abzutun.

So oder so bekommt man ein gutes Bild von der Schule, den Strukturen und vor allem den Charakteren, die bis hin zu ihrer Kleidung detailliert vor Augen geführt werden. Kennt man die Serie bereits, denkt man aber, dass man das Buch auch selbst hätte schreiben können, wenn man etwas Zeit gehabt hätte. Die wenigen inhaltlichen Ideen sprühen nicht gerade vor Kreativität und der ganze Rest ist aus der Serie gegriffen. Kennt man die Serie, ist das alles zwar durchaus amüsant und teilweise sogar kurzweilig, aber auch überflüssig. Da hätte man dann doch auch einfach eine Episode nacherzählen können, das wäre zumindest für Neulinge spannender gewesen und hätte die eine oder andere kleine Logiklücke vermieden (wo ist zum Beispiel Hank Saunders?).

Es ist also wie so oft bei Romanen zu Serien. Der Mehrwert ist überaus gering, aber man hat wieder Zeit mit seiner Lieblingsserie verbracht, und wenn man so Fernsehjunkies zum Lesen bewegen kann, dann hat das auch einen guten Zweck. Für anspruchsvolle Leser ist das Buch aber reine Zeitverschwendung.

Fazit

Die Gefühle der Hauptcharaktere werden detailliert und sinnvoll beschrieben, die Handlung ist aber kein Grund, das Buch zur Hand zu nehmen, und der Mehrwert geht gegen null. Das Buch ist also, wenn überhaupt, wirklich nur was für eingefleischte Fans.

Zur Rezension von Band 2 "Glee 02. Bühne frei!"
Zur Rezension von Band 3 "Glee 03. Showtime"

Emil Groth - myFanbase
03.02.2011

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