Bewertung: 6

Review: #3.18 Bloßgestellt

Foto: Hayden Panettiere, Heroes - Copyright: 2011 Universal Pictures Germany
Hayden Panettiere, Heroes
© 2011 Universal Pictures Germany

Schon aufgefallen? Das ist bereits die zweite Folge, die ohne Hiro und Ando auskommt und siehe da – es läuft! Könnte es etwa sein, dass die Autoren sich die allgemeine Kritik mal wirklich zu Herzen genommen haben? Weg mit den nervigen Charakteren, nicht zu viele Storylines in eine Folge packen, zu mehr Bodenständigkeit zurückfinden – an all das hat man in #3.18 Bloßgestellt gedacht. Hundertprozentig geklappt hat die Episode zwar dennoch nicht, aber man kann nicht bestreiten, dass die meisten Dinge eigentlich gut funktioniert haben. Dafür sorgten ein Zachary Quinto in Höchstform, ein paar innovative Ideen und natürlich der beste Hund der Serienwelt: Mr. Muggles!

"I'm tired of being lied to."

Kommissar Rex und Lassie können einpacken: Der einzig wahre Hund ist Mr. Muggles! Dieser Hund ist der wirkliche Held von "Heroes". Er mag nur fünfzehn Sekunden zu sehen gewesen sein, aber wessen Herz schmilzt nicht dahin beim Anblick dieser Hundeschnauze? Zudem hat Mr. Muggles einfach eine grandiose Herrin: Sandra Bennet, Powermutter und Ausweisfälscherin, nimmt das Ruder in die Hand und zeigt ihrer kleinen Cheerleader-Tochter mal, wo's langgeht.

Es ist einfach toll, dass Sandra endlich die ihr zustehende Bedeutung und Screentime bekommt. Nachdem sie in den ersten zwei Staffeln viel zu wenig zu sehen war, bringt man sie nun endlich mehr ins Geschehen ein und es zahlt sich aus: Sandra rocks. Sie ist es, die die Storyline im Bennet-Haus sehenswert macht. Die kleine Liebesgeschichte um Claire und Alex bleibt dabei eher uninteressant, da vorhersehbar. Klar, dass Justin Baldoni mindestens einmal ohne T-Shirt auftritt. Klar, dass Claire und Alex sich verlieben. Klar, dass es zu etwas wie dem Unterwasserkuss kommt. Die Szene erinnerte so ein bisschen an Claires und Wests Date auf dem Hollywoodschild und hatte eben diesen absehbar-aber-trotzdem-süß Effekt, um den man einfach nicht rumkommt.

Einen dicken Pluspunkt gibt es dafür, dass die Trennung von Sandra und Noah angesprochen wurde. Nachdem ich schon in Begeisterungsstürme ausgebrochen war, dass die Eheprobleme der beiden nach zwei Staffeln überhaupt mal thematisiert wurden, freue ich mich auch, dass dies nicht in Vergessenheit geraten ist und Mutter und Tochter über die Situation geredet haben. Popcorn und Filmeabend müssen allerdings verschoben werden – denn Eric Doyle ist wieder da! Er hat also Sylar UND das Feuer überlebt? Wow. Nun ja, willkommen zurück David H. Lawrence!

"Everything that matters now is finding Daphne and getting her back."

Mohinder wird dieses Jahr garantiert keine Weihnachtskarten an Peter oder Matt schicken. Beide Männer haben anscheinend völlig vergessen, dass Mohinder von Dankos Männern festgenommen wurde und erwähnen ihn nicht mal. Stattdessen wollen sie einzig und allein Daphne finden und brechen in die Operationszentrale ein. Diese erscheint im Vergleich zu Pinehearst und vor allem Primatech zumindest etwas kompetenter zu sein, aber dennoch kommen Peter und Matt ohne Probleme rein.

Trotz der Hilfe des Rebellen (Ist es vielleicht wirklich Micah? Zumindest ist es wohl jemand mit seiner Fähigkeit...) wird Matt geschnappt, da Hornbrille weiterhin sein doppeltes Spiel spielt und Danko hilft. Später allerdings versucht er, Peter per Gedankengespräch zu helfen und rettet ihm somit haarscharf das Leben. Danko dürfte nun hoffentlich bald Nathans Fähigkeit auf die Spur kommen, da er sich sicherlich Gedanken darüber machen wird, wer Peter gerettet haben könnte. Bis dahin allerdings schickt er erstmal einen mit Drogen und C4 voll gepackten Matt nach Washington, um die Heroes ein für alle Mal auch der Öffentlichkeit gegenüber als Terroristen hinzustellen: Super Wendung! Dies kommt wirklich völlig unerwartet und macht es wieder einigermaßen gut, dass man sich in der letzten Folge so schamlos selbst kopiert hatte.

"It eats away at your soul."

Ähnlich wie die Bennet-Storyline ist auch die rund um Sylar eher ein Füller, aber nichtsdestotrotz bietet sie ein paar starke Szenen. Sylar und Nuke sind wirklich ein abgedrehtes Team und Nuke ist einfach nur völlig gestört. Als er davon schwärmt, die Agenten alle zu nuklearisieren, bekommt man es fast mit der Angst zu tun – und man sieht: Nuke ist viel kränker als es Sylar je war. Er würde wahllos töten, aus Spaß, nicht aus Zwang und Antrieb, wie es bei Sylar der Fall war. Die Frage ist nun: Zu was sollte Nuke dienen? Sollte er uns zeigen, wie Teen-Sylar womöglich gewesen sein könnte? Sollte er diesen Kontrast zwischen Töten-aus-Spaß und Töten-aus-Zwang verdeutlichen? Oder sollte er Sylar einfach zu seinem Vater führen? Jedenfalls ist er erstmal weg vom Fenster. An dieser Stelle daher noch mal ein ausdrückliches Lob an Dan Byrd, der mit Zachary Quinto großartig harmonierte.

Quinto holt mal wieder alles aus seinen Szenen raus. Egal ob Ärger, Wut, Entsetzen, Schock... sein Repertoire ist breit gefächert und brillant. Wirklich toll sind die beiden Flashbackszenen im Diner, die uns Klein-Sylar zeigen, der mit Joshua Rush gerade in optischer Hinsicht einfach perfekt besetzt wurde. Wir erfahren, dass Sylars Vater seine Frau umgebracht hat und vor allem, auf welche Weise: Er schlitzte ihr den Kopf auf. Eine großartige Idee, die uns endlich Sylars bizarres Tötungsschema erklärt.

"Hello, Barbie."

Auch wenn #3.18 Bloßgestellt ganz klar eine Füllerepisode ist, so kann man am Ende doch sagen, dass es solide Unterhaltung war, wenn auch mit einigen Mängeln. Doch wie gesagt: Die Serienmacher scheinen dazu gelernt zu haben. Dieser Lernprozess wird vielleicht noch ein bisschen dauern, aber zumindest wurde er schon mal in Gang gesetzt. Dafür und für die geballte Power von Mr. Muggles gibt es diesmal 6 von 9 Punkten.

Maria Gruber - myFanbase

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