Bewertung: 8

Review: #2.10 Auf die haben wir gewartet

Ein Tornado fegt über Texas und die Panthers müssen ihren zukünftigen Gegner bei sich unterbringen, Tim genießt das Familienleben bei den Taylors und Julie hat immernoch mit Matts Ablehnung zu kämpfen, während Landry versucht, Tyra näher zu kommen, und Tamis Ansichten mit denen ihrer Schwester kollidieren.

Die Folge schien von Anfang an vielversprechend: ein gewaltiger Tornado fegt über Dillon hinweg und die Scheiben des Supermarktes, in dem Tim und Julie sich befinden, zerspringen durch den mächtigen Druck...und sofort ist man auf Drama eingestellt! Werden Tim und Julie im Supermarkt eingesperrt? Wird es Verletzte geben? Oder müssen wir gar um das Leben eines unserer lieben Dillon Bewohner bangen? Nichts dergleichen...In der darauf folgenden Szene sieht man Julie Zuhause auf der Couch essen, Tim macht sein Workout im Garten, die Sonne scheint und alle Häuser, inklusive der Dillon High, stehen wie eine Eins. Bis auf den Ausfall des Kabelfernsehens ist das Leben in Dillon schön, wenn da nicht die High School im benachbarten Laribee durch den Sturm zerstört worden wäre und Coach Taylor deren Football-Team bei sich aufnehmen müsste.

Schon beim Eintreffen des gegnerischen Teams konnte man die Spannung zwischen den Spielern spüren und man war voller Freude, weil man wusste, hier wird es ein Battle geben! Es ist einfach zu großartig, Szenen zu sehen, in denen die Jungs als Team und Freunde zusammenhalten. Leider gibt es bei "Friday Night Lights" zu wenig davon. Doch die Prügelei mit der anschließenden Essensschlacht war eine kleine Entschädigung dafür, die nur noch durch Coach Eric Taylor übertroffen werden konnte. Die Szene, in der er sich den gegnerischen Coach vorknöpft und ihm untersagt, jemals wieder einen seiner Jungs so anzufassen, war für mich persönlich einer der Höhepunkte der Folge. Kyle Chandler überzeugte wieder durch seine Authentizität und Leidenschaft, die einen vergessen lässt, dass man gerade einer Rolle zusieht.

Kommen wir zu Tim Riggins, bei dem wir jetzt seit zwei Folgen eine komplett andere Seite entdecken können. Tim war in dieser Episode alles andere als der nichtsnutzige, Bier trinkende, sich für nichts interessierende Footballspieler. Man hat zweifellos gesehen, wie sehr er das Familienleben im Hause Taylor genießt, das Spielen mit Gracie, das Herumalbern mit Shelly und das nächtliche Pingpongspiel mit dem Coach. Das alles macht deutlich, dass Tim trotz allem immer noch ein Teenager ist, dem Zuneigung, Liebe, Aufmerksamkeit und vor allem eine Vaterfigur fehlen. Es war einfach schön mit anzusehen, wie nah sich Eric und Tim in der Folge kommen und wie Tim sich bemüht, sich in die Familie zu integrieren und ihnen, soweit möglich, unter die Arme zu greifen. Vor allem die brüderliche Art, mit der er sich um Julie auf und nach der Party kümmert, hat mich extrem gerührt. Umso mehr tat es mir im Herzen weh, als Coach Taylor die Situation am Ende der Episode falsch auffasst und Tim vor die Tür setzt. Hoffen wir, dass Julie, wenn sie denn mal wieder nüchtern ist, erzählt, was wirklich vorgefallen ist!

Diejenige, die sicherlich froh über Tims Verschwinden sein wird, ist wohl Tami. Nicht falsch verstehen, ich liebe Tami! Aber seitdem Shelly da ist, frage ich mich: Wer ist diese Frau? Erneut gab es etliche Diskussionen darüber, warum Shelly denn jetzt Tim so anguckt, ihm den Pulli kauft, mit ihm herum albert und generell, warum Shelly einfach so ist, wie sie ist. Und dann bittet sie Eric indirekt, Tim unter dem Vorwand rauszuschmeißen, sie fühle sich bei dem Gedanken nicht wohl, dass Julie und er unter einem Dach wohnen. Ziemlich merkwürdiges Verhalten für eine Vertrauenslehrerin, die sich immer so für alle einsetzt! Allgemein stellt sich während der Folge einfach die Frage, was denn jetzt genau ihr Problem ist. Vor Shellys Einzug hatte Tami in diesem Haus definitiv die Hosen an. Jetzt ist jedoch ihre kleine Schwester da und für Tami wirkt es so, als würde sie die Kontrolle über die Geschehnisse verlieren. Shelly ist ein junggebliebener Freigeist, dessen sorglose Ansichten und Handlungen bei Tami nicht gerade auf Verständnis treffen, geschweige denn die enge Beziehung zu Julie, die ihre Tante offensichtlich viel 'cooler' findet als ihre Mutter. Doch kann man wirklich erwarten, dass jeder nach Tamis Pfeife tanzt und sich so verhält, wie Mrs. Coach es für angebracht hält? Bis zu einem gewissen Grad ja, schließlich ist es ihr Haus. Doch Tami sollte nicht vergessen, dass hier mittlerweile fünf (halbwegs) erwachsene Individuen aufeinander treffen, die verschiedene Ansichten und Erfahrungen mitbringen. Alles in allem macht Tami in dieser Folge den Eindruck einer überforderten Mutter, die vielleicht sogar etwas neidisch auf die sorglose Art ihrer Schwester ist.

Den Abschuss der Episode hat in meinen Augen Tyra geleistet. Anfang der 2. Staffel sehen wir, wie sich Tyra, eins der hübschesten Mädchen der Schule, und Landry, der recht unattraktive, mathematikbegeisterte Außenseiter, durch den Angriff auf Tyra näher kommen. Wir haben miterlebt, wie sie über die Unterschiede zwischen den beiden hinweg sehen konnte und anfing, ihn für das zu lieben, was er wirklich ist: eine liebevolle, intelligente und witzige Person, die mehr in Tyra sieht als nur ihre Schönheit. Zwischen den beiden entwickelte sich eine innige, wenn auch zerbrechliche Beziehung, die durch den Mord an Tyras Angreifer durch mehr Tiefen als Höhen gehen sollte. Doch nichts schien an der Zuneigung, die die Beiden füreinander hegten, rütteln zu können. Landry schien das Mädchen seiner Träume endgültig erobert zu haben, die sogar bereit war, diese für sie besondere Beziehung aufzugeben um ihn zu schützen.

Nun ist alles vorbei, die Anklage wurde fallen gelassen und das Paar kann endlich zusammen sein. Landry und Tyra verbringen die Mittagspause in der Cafeteria und Landry greift nach Tyras Hand – als sie sie plötzlich wegzieht und ihn alleine dort sitzen lässt. Etliche unsichtbare Fragezeichen schwirren über die Köpfe der Zuschauer. Was ist passiert? Ist es ihr unangenehm, mit jemanden wie Landry gesehen zu werden? War er nur gut genug, um sie über die schwere Zeit hinweg zu trösten? Letztendlich gesteht ihm Tyra ihre Gefühle und dass sie nicht weiß, wie sie damit umgehen soll. Ich weiß nicht ob diese Aussage für irgendjemanden nachvollziehbar war. Es mag wohl sein, dass sich Tyra, jetzt wo beide in ihr alltägliches Leben zurück sind, über die anfänglichen Unterschiede bewusst wird. Bedenkt man jedoch den Verlauf ihrer Geschichte, waren die Szenen zwischen den beiden nur künstlich kreiertes Drama um wieder Spannung in die Sache zu bringen. Unnötig und unangebracht nach der schon recht tragischen, emotionsgeladenen Storyline der ersten hälfte von Staffel 2.

Fazit

Insgesamt eine schöne Folge mit rührenden und spannenden Momenten und einem nervenaufreibenden Schluss.

Elena Michailidou - myFanbase

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