Bewertung: 8

Review: #1.02 Blackout (2)

Foto: Jack Davenport, FlashForward - Copyright: 2009 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Ron Tom
Jack Davenport, FlashForward
© 2009 American Broadcasting Companies, Inc. All rights reserved. No Archive. No Resale./Ron Tom

Soldaten patrouillieren schwerbewaffnet in den Städten, Panzer säumen die Straßen, Hubschrauber kreisen über dem Himmel. Die Welt ist nach dem großen Blackout nicht mehr wie zuvor.

Jeder Mensch ist ein Prophet

Egal ob arm oder reich, weiß oder schwarz, jung oder alt, Christ, Jude oder Muslime, jeder Mensch kennt plötzlich ein kleines Stück der Zukunft und weiß ganz genau, was mit der Frage "was hast du gesehen?", völlig gleichgültig, wer sie stellt, gemeint ist. Selbst die Menschen, die gar nichts gesehen haben, können daraus ihre tragischen Schlüsse ziehen, wie in dieser Episode sehr deutlich wird.

Mark und Demetri versuchen herauszufinden, zu wem der Name "D. Gibbons" gehört, der in Marks Flashforward auf einem Zettel geschrieben stand. Zur Überraschung der beiden Agenten – und auch der Zuschauer – taucht eine Person dieses Namens von sich aus beim FBI auf. Didi Gibbons backt verzierte Muffins, trägt gerne rosa und ist in etwa so geheimnisvoll und bedrohlich wie ein Plüschhäschen. Erste Gefühle von Ernüchterung machen sich breit, doch langsam wird klar, dass Didi das Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde und der "D. Gibbons", den es zu finden gilt, den Namen und die Kreditkarte der Bäckerin benutzt. Die Spur führt Mark und Demetri zu einem klassischen "Creepy Place", einem Ort, der sich auch ganz wundervoll als Schauplatz für ein Teenager-Massaker eignen würde. Die Rede ist von einer alten, verlassenen Puppenfabrik, in der überall Puppenteile herumliegen und halbverfaulte Puppen von der Decke hängen. Dort verursacht "D. Gibbons" eine Explosion und kann entkommen, doch sein Handy verrät, dass er während des Blackouts mit dem mysteriösen Mann im Baseballstadion telefoniert hat. Der Verdacht, dass der Blackout ein absichtlich von Menschenhand herbeigeführtes Phänomen war, erhärtet sich, doch von umfassenden Antworten sind wir noch sehr weit entfernt. Mit Spekulationen sollte man nach gerade einmal zwei Episoden definitiv vorsichtig sein - viele davon sind einem dann später peinlich.

Demetris Verdacht, dass seine Flashforwardlosigkeit (und wieder habe ich ein neues Wort erfunden) damit zusammenhängt, dass er am 29. April 2010 nicht mehr am Leben ist, scheint sich zu bestätigen, als er einen Anruf von einer Frau erhält, die einen Bericht über seine Ermordung am 15. März 2010 gelesen hat. Eine richtig große Überraschung ist das nicht, aber ich freue mich auf diese Storyline, denn die Vorstellung, dass ein Mensch seine eigene Ermordung verhindern, also sozusagen rückwärts den Täter ermitteln muss, bevor dieser das Verbrechen begeht, ist sehr spannend und faszinierend. Demetri befindet sich nun in der Situation, dass jeder Mensch um ihn herum sein zukünftiger Mörder sein könnte. Die Gefahr, total paranoid zu werden, ist da nicht gerade gering.

Der Flashforward der kleinen Charlie gibt im Moment besonders viele Rätsel auf. Sie kennt aus ihrer Vision sowohl Dylan, als auch "D. Gibbons", von dem sie weiß, dass er ein böser Mann ist. Wie passt das zusammen? Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Flashforwards nur 2 Minuten und 17 Sekunden lang waren, wie viel kann Charlie in dieser Zeit mitbekommen haben? Wo ist sie am 29. April 2010 um zehn Uhr, das sie ihren zukünftigen Stiefbruder Dylan sieht und von "D. Gibbons" erfährt (und weiß, dass es keine guten Tage mehr geben wird)? Es besteht natürlich auch die Möglichkeit, dass Charlie eine andere Art von Flashforward erlebt hat. Kleine blonde Mädchen mit außergewöhnlichen Gaben, die geheimnisvolle Andeutungen von sich geben, - "Creepy Girls" -, haben im Mystery-Genre eine lange Tradition. Wie creepy wird die Serie noch werden?

Der Charakter, mit dem ich momentan am wenigsten anfangen kann, ist Olivias junger Kollege Bryce. Nachdem er sich vor dem Blackout noch das Hirn aus dem Kopf pusten wollte, nimmt er jetzt das Motto "jeder Mensch ist ein Prophet" sehr wörtlich und spricht gerne über die positive Kraft der Flashforwards. Was hat er gesehen? - Seine Weihung zum Papst? Ich hoffe, dass man diesen Charakter nicht darauf reduziert, gottesfürchtige Aufmunterungen von sich zu geben und ständig die Flashforwards zu preisen. Das könnte sehr schnell sehr öde werden. Die religiöse Komponente des Blackouts und der Flashforwards, mit den Reaktionen der verschiedenen Glaubensgruppierungen dieser Welt, ist sicher nicht uninteressant, doch sollte sie dann nicht nur nebenbei in Form kurzer Predigten eines ehemals selbstmordgefährdeten Arztes behandelt werden.

Mysterien-Schnipsel

  • Zu Beginn dieser Episode, als die Kinder den Blackout nachspielen, ist der Kinderreim "Ring Around the Rosie" zu hören. Dieses Volkslied spielen später auch die Puppen in der alten Fabrik. Creepy ... aber das sagte ich schon.
  • Dass Mark das Freundschaftsarmband ins Feuer geworfen hat, bedeutet noch nicht, dass er die Zukunft verändert hat, denn möglicherweise gelangt er später noch einmal in den Besitz eines Armbands, das genauso aussieht. Im Roman "Flash" zerstört ein Mann, um zu beweisen, dass die Zukunft veränderlich ist, einen Gegenstand, den er in seinem Flashforward gesehen hat, vor laufender Kamera. Daraufhin besorgt ein Wissenschaftler exakt den gleichen Gegenstand und schickt ihn dem Mann zu.
  • Demetri wird angeblich am 15. März 2010 ermordet, doch Didi Gibbons fordert am 29. April von dem Kreditkartenunternehmen, sich an die Agenten Mark und Demetri zu wenden. Das muss freilich nicht viel heißen, denn Demetris Ermordung kann Didi durchaus entgangen sein, sie bleibt ja nicht in ständiger Verbindung mit den beiden Agenten. Dennoch können solche Details noch wichtig werden.



Maret Hosemann - myFanbase

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