Review: #13.17 Partners
Manchmal spielt einem das Leben doch echt einen Streich. Habe ich zu #13.15 Live or Die by Your CI noch kommentiert, dass es emotionaler werden könnte, wenn man auf etablierte Informanten für gewisse Handlungen zurückgreifen würde, so musste ich jetzt feststellen, dass Informant Rabbit schon das dritte Mal aufgetaucht ist, aber ich habe mich weder sofort wieder an ihn erinnert, noch habe ich den Handlungsaufbau wohl als sonderlich einnehmend wahrgenommen. Also habe ich mich selbst widerlegt?
Man kann keinesfalls behaupten, dass ich Rabbit komplett verdrängt hätte. Ja, ich musste mich noch einmal informieren, dass er zu Beginn und Ende von Staffel 12 zu sehen war, aber als ich einmal den zeitlichen und inhaltlichen Rahmen hatte, da habe ich mich tatsächlich erinnert; sogar an überraschend viel. Dann habe ich meine jeweiligen Reviews noch einmal zu Rate gezogen und was soll ich sagen? Er wurde in keiner von beiden erwähnt. Holen wir das also mal tunlichst nach. Und was soll ich noch sagen? Rabbit mag zwar nicht erwähnt worden sein, aber beide entsprechenden Episoden haben von mir nur eine leicht unterdurchschnittliche Wertung bekommen und mein Fokus lag eindeutig auf Hank Voight. Da wundert einen dann nichts mehr. Auch diesmal ist Hank die engste Bezugsperson. Man könnte meinen, dass das keine guten Voraussetzungen wären, aber ich war doch überrascht, dass die Folge gut funktioniert hat.
Sie hat für mich zum einen über den überraschenden Humor unterhalten. Marina Squerciati, die Kim Burgess-Darstellerin war gerade erst frisch im OneChicago-Podcast und sprach u. a. darüber, wie schwer es sei, lustige Lines zu bringen, wenn es eigentlich nicht dem üblichen Ton der Serie entspräche. Ich verfluche ja ohnehin schon länger, dass der anfängliche Humor immer weiter abgebaut wurde, aber hier war wieder deutlich was zu spüren. Rabbit ist auch zuvor als übertriebene Figur inszeniert worden, aber hier wurde es bewusst noch einmal verstärkt, vermutlich auch, um die Dynamik zwischen ihm und Hank noch einmal zu unterstreichen. Die dark side von Chicago ist nämlich bestimmt nicht lustig und so konnte bekräftigt werden, dass sich Rabbit mit Hank trotz allem wohl genug fühlt, um diese Seite in sich ausleben zu können. Schon die erste Szene in seiner Wohnung, in der mehr als ersichtlich war, dass er den Automaten gesprengt hat, es aber ständig leugnete und Hank noch ein schlechtes Gewissen einreden wollte, war genial. Genauso aber dann später die Dreierszene mit Eva Imani, in der die Sprüche von Rabbit dann noch besser saßen.
Und was ist ein Weg in mein Herz? Humor. Ich werde jetzt zwar sicher nicht meine Hand ins Feuer legen und behaupten, dass ich mich in drei Staffeln noch an Rabbit erinnern werde, aber es ist durch den Humor eine emotionale Ebene aufgebaut worden, sodass ich am Ende für beide Seiten echt traurig war. Denn Rabbit ist zum einen nicht mal ansatzweise mit den Kriminellen zu vergleichen, die wir sonst erleben und zum anderen war zu merken, dass es ihm wirklich nur um seinen Partner ging. Der hatte ihn aus der Sucht gerettet und er wollte jetzt ihn aus der Drucksituation durch einen Verwandten retten. Aber Rabbit und Hank haben beide miteinander gespielt und der Wetteinsatz für Ersteren war letztlich höher, sodass er krachend verloren hat und das hat mich wirklich berührt. Es geht also, dieser ominöser Beziehungsaufbau innerhalb einer Episode.
Es gibt aber auch den langfristigen Beziehungsaufbau und den haben wir diesmal durch Hank und Eva verkörpert. Ich sehe zwar immer noch große Parallelen zu Hailey Upton und Erin Lindsay, vor allem weil ich fest glaube, dass das Staffelfinale auch auf die Konstellation hinauslaufen wird, aber ich finde es dennoch gut, dass zumindest nichts überhastet wird. Wir haben hier die inhaltliche Botschaft, dass Hank und Eva bereits für die kurze Zeit ihrer beruflichen Beziehung enormes Vertrauen aufgebaut haben. Hank erhält zu Beginn der Episode einen Anruf, weil Eva um Akteneinsicht gebeten hat. Er fragt gar nicht nach Details oder gibt seinem Gegenüber Wilcox ein schlechtes Gefühl, nein, er hält ihr den Rücken frei, weil sie ihm genug Brotkrumen schon gegeben hat, dass er verstanden hat, dass es ihr persönlicher und beruflicher Antrieb ist, ihre Schwester zu finden. Umgekehrt hat auch Eva ihm den Rücken freigehalten. Hank fand das zwar an zwei Stellen unnötig, aber das Ende der Episode hat doch unterstrichen, dass sie eigentlich recht hatte. Rabbit bedeutet Hank etwas und er musste einiges in sich begraben, um ihn in eine Falle mit dem angeblichen Deal zu locken. Eva hat das gespürt und dementsprechend mehrfach eingegriffen, damit die Intelligence Unit die Kontrolle behalten konnte. Sich gegenseitig wirklich zu kennen, ist ein großes Geschenk. Das kann zwar wie hier zu einem Gefühl von Bevormundung sorgen, aber lieber bevormundet werden als mit Ignoranz gestraft zu werden.
Wie wichtig das ist, zeigt dann auch die finale Szene. Indem Hank Eva fragt, ob sie Hilfe im Vermisstenfall ihrer Schwester braucht, reicht er ihr eine helfende Hand. Sie hätte wahrscheinlich von sich aus nie darum gebeten, weil wir sie schon zweifelnd erlebt haben, ob sie einem Gespenst hinterherjagt und ihm zu viel Platz im Leben einräumt. Aber indem er von sich aus anerkennt, dass da wirklich ein Fall ist, bei dem es ein Ergebnis sein könnte, kann sich Eva verstanden und nicht alleine fühlen. Ich gehe wegen dieses Aufbaus schwer davon aus, dass die Suche nach der Schwester das Finale bestimmen wird. Ob Rabbit dann ebenfalls noch eine Rolle spielt, da bin ich mir deutlich unsicherer. Er erscheint mir nicht wie ein Racheengel, aber gleichzeitig könnte er ohne Bruiser wieder in die Sucht abrutschen und so eine Erkrankung kann einen zu allem treiben.
Fazit
"Chicago P.D." überzeugt diesmal mit gleich mehreren Zutaten. Es war überraschend viel Humor in der Geschichte, der dann wiederum auch zu einigen anderen Emotionen überleitete. Gleichzeitig erleben wir auch wieder den langsamen Beziehungsaufbau zwischen Hank Voight und Eva Imani, der weiterhin auf die Art funktioniert. Das Staffelfinale wurde so auf jeden Fall schon ordentlich vorbereitet.
Lena Donth – myFanbase
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Informationen zur Episode
Englischer Titel: PartnersErstausstrahlung (US): 08.04.2026
Erstausstrahlung (DE): kein Termin
Regie: Lisa Robinson
Drehbuch: Gwen Sigan
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