Bewertung: 8
Danny Boyle

Sunshine

Aint no sunshine when she’s gone. Danny Boyle sagt, es gibt noch keinen Film über die Sonne. Aber Lieder, na ja, mehr oder weniger im übertragenen Sinn. Es gibt Sonnengötter, Sonnenbänke, Winter ohne Frühling und wenn die Sonne nicht mehr scheint, dann sind wir alle tot. Darüber hat Boyle einen Film gemacht und im Grunde gibt es auch Eiszeit, selbst wenn die Sonne scheint. Das wäre aber kein Science Fiction und die, die Science Fiction lieben, sehen ab dem 19. April 2007 "Sunshine" im Kino!

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Bis der Sonne die Lichter ausgehen, werden noch viele Menschengenerationen auf die Uhr schauen. "Sunshine" nimmt es nicht ganz so genau und verlegt die Handlung nur 50 Jahre in die Zukunft. Icarus I war der erste Versuch, eine hitzige Debatte zu entfachen. Leider scheiterte dieses Unterfangen und niemand weiß, warum. Von der Icarus I fehlt jede Spur.

Kennt man bisweilen nur aus der Politik. Die Menschen bauten quasi in vollkommener Dunkelheit und der arktischsten Kälte, die es seit Sonnenerlöschen je gegeben hat, ein neues Schiff, das sich aufmachen sollte, der Sonne zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat. Tamm Tamm, die Icarus II. Und während die Crew sich ihrer Aufgabe jede Minute bewusst ist und im Weltraum vor sich hindöst, flattert plötzlich eine mysteriöse Eildepesche ins Haus. Icarus I meldet sich. Ist sie etwa doch nicht verschwunden? Sind alle Astronauten noch am Leben? Sollte man Weltretter überhaupt Astronauten nennen, oder doch lieber Weltretter?

Die Eildepesche stimmt, die Mitglieder der Icarus II sind nicht gerade fröhlich. Docken sie an das Schiff an und verdoppeln ihre "Ressourcen" oder wäre James Ryan an Board doch die richtige Idee gewesen? Eine Entscheidung wird unausweichlich.

Kritik

"Sunshine" ist ein Danny Boyle Film. Das heißt, man bekommt einen ultracoolen, visuellen Leckerbissen geboten und auch der Inhalt wird dem Zuschauer auf einem Silbertablett serviert. Danny Boyle, Regisseur von "The Beach", "Trainspotting" und "28 Days Later" hat mit "Sunshine" seinen bisherigen kreativen Höhepunkt erreicht. Die Weltraumbilder sind umwerfend und in Worte kaum zu kleiden. Auch der über die Kinoleinwand strahlenden Sonne kann man sich nicht entziehen. Es geht einfach nicht, auch wenn's teilweise sehr grell wird. Das im Kinosessel zu erleben, rechtfertigt schon alleine das Eintrittsgeld.

Zur Story: Der Film ist äußerst spannend, obwohl kaum etwas passiert. Die Sonnenproblematik ist im Prinzip nur eine äußerste Rahmenhandlung. Der Film konzentriert sich auf die Crew, deren Probleme und die Dinge, die auf so einem Raumschiff schiff laufen können. Eine Reparatur am Raumschiff, die zwei Mitglieder lösen müssen, ist dermaßen nervenaufreibend und wird durch die Musikuntermalung ins Unermessliche gesteigert. Man spürt, was passieren wird, und durch Boyles überragende Inszenierung, spürt man die Hilflosigkeit, aber gleichzeitig auch die Faszination dieser Situation. Ein dickes Minus gibt's aber am Ende des Films! Das Ende macht "Sunshine" irgendwie kaputt. Da dürften die Meinungen sicher gespalten sein, aber das Ende passt definitiv überhaupt nicht zum Rest. Wirkt eher, als leide Boyle unter einer Zwangsneurose und musste zum Ende hin unbedingt einen solchen Knick rein bringen. Wenn man Boyles bisherige Werke kennt, kann man es gut finden, kann man drüber lachen und es macht auch Sinn auf seine Weise. Dem Film tut das aber nicht gut.

Der richtige Schluss dagegen ist wieder super. Auf den Knick hätte getrost verzichtet werden können. Könnte man auch jederzeit ohne große Probleme umschneiden, na ja, fertig ist fertig.

Fazit

Dieser Film ist definitiv die beste Sonnenfinsternis aller Zeiten! Und laut Danny Boyle auch die einzige ihrer Art...

René von Bork - myFanbase
15.04.2007

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