Bewertung: 9
Roman Polanski

Pianist, Der

Musik war seine Leidenschaft. Überleben war sein Meisterwerk.

Foto: Copyright: 2004 Universum Film GmbH
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Inhalt

Warschau 1939: Die deutschen Truppen marschieren in Warschau ein. Der Pianist Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) spielt zur der Zeit gerade im polnischen Radio, als rücksichtslose Gefechte in der Stadt beginnen auch der Sender wird beschossen.

Wladyslaw muss mit seinen Eltern und Geschwistern in das Ghetto umsiedeln, so wie alle anderen Juden. Das Ghetto, in dem die Familie nun lebt, wird durch eine Mauer zu dem Rest der Stadt abgesondert. Wladyslaw besorgt für die ganze Familie Arbeitspapiere, doch diese sind nur ein vergänglicher Ausweg für den schon in absehbarer Zeit kommenden Abtransport nach Treblinka oder Auschwitz. Als die Familie zum Abtransport muss, wird Wladyslaw von einem jüdischen Aufseher aus der Reihe gezogen. Szpilman kann nicht verhindern, dass seine Familie in den Zug nach Treblinka steigen: es beginnt für ihn ein Kampf um das Überleben, er darf nicht aufgeben.

Doch die Resignation holt den jungen Mann immer wieder ein. Die Verarmung, der ständige Hunger, die Kälte und schwere Arbeit und Ablehnung: das alles macht ihm sehr zu schaffen. Bei der Arbeit fängt er an, Waffen zu schmuggeln, um somit den jüdischen Widerstand zu unterstützen.

Schließlich gelingt es Wladyslaw zu fliehen: Freunde verstecken ihn und riskieren somit selbst ihr Leben. Es folgen Jahre, in denen Szpilman nur auf der Flucht ist. Seine Kräfte gehen allmählich zu Ende und die Gesundheit spielt auch nicht mehr mit. Es sind Jahre voller Einsamkeit, in denen er nur damit beschäftigt ist, zu fliehen und sich zu verstecken, um zu überleben. Doch der Gedanke an seine Musik hält ihm an Leben...

Kritik

Der Film ist ein autobiografisches Erlebnis des berühmten Pianisten Szpilman. Regisseur Roman Polanski ist mit diesem Film ein Meisterwerk gelungen, der selbst Spielbergs "Schindlers Liste" übertrifft. Der Film sieht den Tatsachen so unfassbar realistisch ins Auge, dass mir oft übel wurde und ich weinen musste: vor Wut und Fraglosigkeit. Doch hätte es diese unmenschlichen Grausamkeiten in diesem Film nicht gegeben es wäre kein realistischer Film mehr gewesen. Unterstrichen wurde Polanskis Werk durch Adrien Brodys schauspielerische Leistung. Er hat zu Recht für diese Darbietung den Oscar bekommen. Da kann ich wirklich mit Respekt sagen: Hut ab, Mr. Brody!

Die wahre Geschichte von Wladyslaw Szpilman ist schon so bewegend genug - Polanski hat sie nur noch einmal in Bildern erzählt, obwohl man die Realität nie wirklich verfilmen kann. Der Film ist große Kunst, keineswegs Hollywood-orientiert, sondern von Polanskis Seite sehr persönlich. Er hat diese Zeit selbst miterlebt und lässt den Zuschauer seinen Zorn und seine Wut, so wie auch Ängstlichkeit und Ohnmacht spüren, mit dem der Zuschauer dann befallen wird.

Zu Thomas Kretschmann muss ich sagen: Es hat mich anfangs schon sehr gewundert, warum er als Hauptdarsteller aufgeführt wurde, doch er leiht der Person von Offizier Wilm Hosenfeld so viel Menschenklasse und vor allem ein sehr gewichtiges Ansehen, das mich buchstäblich sprachlos gemacht hat.

Fazit

Das ist nicht irgendein Film, es gibt Geschichtsstoff, den darf man einfach nicht bestreiten oder vergessen. Auch wenn es in diesem Fall ein Einzelfall ist und Millionen von Menschen während des Holocausts starben - Polanski und Brody sorgen schon dafür, dass man diesen Film und diese brutale Vergangenheit nicht vergisst. Ganz großes Kino!

Dana Greve - myFanbase
23.03.2007

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