Bewertung
Alejandro Agresti

Haus am See, Das

USA 2006, 98 min

Foto: Copyright: Warner Home Video Germany
© Warner Home Video Germany

Zwei Menschen kommunizieren per Brief miteinander. Das ist nicht ungewöhnlich. Allerdings lebt ER im Jahr 2004 und SIE im Jahr 2006. Logisch, das geht eigentlich nicht. Wenn dabei aber so ein Film rauskommt, kann man darüber hinwegsehen.

Inhalt

Kate Forster (Sandra Bullock) zieht aus ihrem Haus am See aus, da sie einen Job im städtischen Krankenhaus von Chicago bekommen hat. Da sie mit den gewohnten Fehlern bei der Post rechnet, hinterlässt sie für den Nachmieter einen Brief mit der Bitte ihre Post an ihre neue Adresse nachzusenden und entschuldigt sich für ein paar Unzulänglichkeiten am Haus. Der Nachmieter Alex Wyler (Keanu Reeves), ein frustrierter Architekt, der auf einer Baustelle arbeitet, kann mit dem Brief aber nur wenig anfangen. Er findet ein völlig verwahrlostes Haus vor, das er erstmal auf Vordermann bringen muss. Verwundert antwortet er auf Kates Brief.
Während der ersten Briefwechsel denken beiden Seiten an einen schlechten Scherz, es stellt sich aber schon bald heraus, warum es zu den Missverständnissen gekommen ist. Während Kate schon im Jahre 2006 lebt, zeigt Alex’ Kalender noch das Jahr 2004 an. Unglaublich, aber wahr. Der Briefwechsel geht weiter und beide finden jeweils eine Ablenkung von ihrem nicht so glücklichen Leben. Der Wunsch nach einem richtigen Treffen wird immer größer, doch ganz so einfach ist das nicht...

Kritik

Wenn ein Film von einem Briefwechsel handelt, den zwei Menschen aus verschiedenen Zeiten tätigen, dann ist der erste Gedanke natürlich eher zweifelnd, weil so was selbstverständlich gar nicht geht. Das stimmt natürlich und dem ist man sich auch nach dem Film noch bewusst. ABER: Der Film handelt von einer außergewöhnlichen Liebe und da spielt die Logik nun wirklich keine Rolle. Zumal es gelungen ist, einen Zauber zu verbreiten, bei dem einem schnell der Begriff "großes Gefühlskino" einfällt. Musik, Schauspieler und die Bilder lassen einen schnell vergessen, dass diese Romanze reine Fiktion ist. Man leidet vielmehr mit den Charakteren mit, bangt und hofft und rätselt, wie sich der Fortverlauf des Filmes gestalten könnte. Sandra Bullock und Keanu Reeves mimen ein wunderbares (Fernbeziehungs-) Paar, die jeweils ihr persönliches Päckchen zu tragen haben. Kate flüchtete aus ihrer Beziehung und muss sich nun allein in Chicago rumschlagen und Alex versucht erfolglos seine Probleme mit seinem Vater, dem bekannten Architekten Simon Wyler, zu beheben. Durch die Briefe finden beide endlich einen lange ersehnten Halt, jemanden, dem sie sich richtig anvertrauen können.

Als Zuschauer wird man richtig gefesselt. Traumhafte Bilder, besonders das Haus am See, dessen Wände ausschließlich aus Glas bestehen, und der Soundtrack untermalen zu jedem Zeitpunkt perfekt das Geschehen. Es macht einfach nur Freude zuzusehen, mit welchen romantischen Ideen Alex Nachrichten in die Zukunft schickt und wie sich ein Puzzle aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft (je nach Blickwinkel der Hauptpersonen) nach und nach zusammensetzt. Und gemeinsam mit den Charakteren hofft man, dass die Liebe auch eine solche Barriere überwinden und der Spruch vom falschen Zeitpunkt negiert werden kann.

"Das Haus am See" ist ein Film für Träumer und solche, die es noch werden wollen. Er ist alles andere als kitschig, spielt nicht mit einfachen Mitteln, sondern geht vielschichtig auf die Charaktere und ihr Leben ein. Romantik ist ein wesentlicher Bestandteil des Films, wofür sogar die Grenzen der Logik missachtet wurden, das ein oder andere Mal vielleicht sogar zu viel, weswegen ich nicht über einen Punktabzug hinwegkomme.

Fazit

Unbedingt anschauen, der Film übertrifft die Erwartungen, die man an ihn stellt. Allerdings kann man mit der falschen Stimmung sicherlich auch weniger begeistert sein.

Emil Groth - myFanbase
07.07.2006

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