Bewertung: 4
Elizabeth Allen

Aquamarin - Die vernixte erste Liebe

Die Teenies kann man doch heute nicht mehr mit einer Meerjungfrauengeschichte ins Kino locken.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Seesterne sind notorische Schmeichler. "OOH, Aquamarin, du bist die schönste auf der Welt. Du hast den liebsten Charakter. Du bist wirklich etwas Besonderes". Solche Komplimente hört man, wenn man sich Seesterne ans Ohr steckt. Ah ja, wir hören gerade, wie uns von unseren Seesternies zugeflüstert wird, "Aquamarin" der am 15.06.2006 in die deutschen Kinos kommt, wird der tollste und beste Film aller Zeiten und Aquamarin wird noch viel viel erfolgreicher werden, als der Da Vinci Code. Mal schauen, ob wir uns von den Seesternies manipulieren lassen.

Inhalt

Claire (Emma Roberts – eine noch sehr junge und durchaus talentierte Schauspielerin. Wir sollten sie im Auge behalten, aus ihr wird noch was! Emma erinnert euch an jemanden? kein Wunder, denn sie ist Julia Roberts´ Nichte.) lebt schon ihr ganzes Leben in Florida. Claire ist so eine Art "Eine wie keine" - Kackbratze mit Brille also.

Ihre beste und einzige Freundin Hailey (Joanna "JoJo" Levesque) wird bald nach Australien umziehen müssen, weil ihre Mutter dort von über 200 Bewerbern für einen Job als Meeresbiologin ausgewählt wurde. Die beiden Freundinnen haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihre letzten Sommerferien damit zu verbringen, den Rettungsschwimmer, den David Hasselhof von Florida, Raymond (Jack McDorman) einen Kuss auf die eigenen weiblichen Rundungen, also dem Mund, kurz ausgedrückt, sie wollen einen Kuss vom Sunnyboy.

Claire und Hailey ziehen eine fast schon satansanbetende Zeremonie ab, auf die ein großes Unwetter herauf beschwört und die Meerjungfrau Aquamarin (Sara Paxton) in einen Swimmingpool gespült wird. Aquamarin ist von zu Hause, von ihrem Papa Neptun, abgehauen, weil sie dort so einen hirnverbrannten Algenyuppie heiraten sollte. Aquamarin gar nicht dumm, hat die neue Pampers um. Äh Quatsch, Aquamarin rebelliert nur ganz einfach und will jetzt an Land ihre große Liebe finden. Wer sollte das anders sein, als die männliche Version von Pamela Anderson von Florida, Raymond Chow.

Aqua hat drei Tage Zeit, ihrem Vater zu beweisen, dass es sowas wie wahre "Liebe" gibt. Ja, richtig gelesen, DREI TAGE! Und jeder der einer Meerjungfrau hilft, der hat einen Wunsch frei. Das ist äußerst praktisch, weil Hailey und Claire sich so wünschen können, nicht getrennt zu werden. Wenn da nur nicht die total doofe Kuh Cecilia (Arielle Kebbel (Gilmore Girls) – sieht ein bisschen so aus wie Jessica Alba mit aufgeblasenen Wängchen) wäre. Cecilia ist auch Spitz auf Raymond und sie kommt dahinter, dass Aqua ein gefährliches Geheimnis in sich birgt...

Kritik

Das erste, das auffällt, Aquamarin ist ein neurotischer Quälgeist. Sie weiß nicht wirklich, was sie will und fängt immer gleich zu heulen an. Das hat Wiedererkennungswert für die junge Zielgruppe des Films. Eben das ist auch das Problem. Die jungen Mädels von heute sind eher auf einem Linkin Park – Tokio Hotel Trip. Die Teenies kann man doch heute nicht mehr mit einer Meerjungfrauengeschichte ins Kino locken. Das ist aber keine positive Entwicklung. Gerade aus dem Sandkasten und schon ein Handy. NEIN, dass ist wirklich nicht gut. Woher kommt diese Frühentwicklung? Durch die Cosmopolitan – alles oder nichts – wie kriege ich einen Jungen rum und muss ihn gleichzeitig abblitzen lassen und heiße Schminktipps – Generation, die auch Aquamarin geradezu zelebriert?

Wir haben hier also eine klassische Geschichte mit Frühentwicklerdetails. Vielleicht würde ein Pädagoge raten, doch lieber den Film "Findet Nemo" oder den Klassiker "Arielle" anzuschauen. Vielleicht aber auch nicht. Jedenfalls hat Aquamarin respektable Wassereffekte.

Fazit

Der Entdecker von N’SYNC und den Backstreet Boys, Lou Pearlman, hat einmal gesagt "So lange es kleine Mädchen gibt, so lange wird es auch Boygroups geben". So lange wird es also auch noch Barbie und Ken geben. Ein winzig kleiner Schritt zurück könnte der goldene Weg sein. Und wenn es nicht für eine Kinovorstellung von Aquamarin reicht, dann wenigstens für die Free Tv Premiere um 15.25 Uhr.

René von Bork - myFanbase
07.06.2006

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