Bewertung: 4
Mike Rohl

Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht

Foto: Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht - Copyright: 2020 Netflix, Inc.
Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht
© 2020 Netflix, Inc.

Inhalt

Als Herzogin Margaret (Vanessa Hudgens) unerwartet den Thron von Montenaro erbt, geht ihre Beziehung zu Kevin (Nick Sagar) in die Brüche. Ihr Double Stacey (Hudgens) setzt sich sofort in den Kopf, dass sie die Beziehung ihrer beiden Freunde retten muss. Zur Krönung in Montenaro angekommen taucht ein weiterer Doppelgänger in Form von Cousine Fiona (Hudgens) auf, die eine ganz eigene Agenda verfolgt und alle Pläne zu vernichten droht.

Kritik

Gleich zu Beginn dieser Rezension muss ich ausgerechnet an das Ende des Films springen, als bei einer Festivität plötzlich Prinzessin Amber (Rose McIver) und ihr Ehemann Richard (Ben Lamb) mit dem gemeinsamen Kind im Publikum sitzen. Die beiden sind aus "A Christmas Prince" bekannt, ein Film, der trotz nicht unbedingt herausragender Qualität gleich zwei Nachfolger bekommen hat und damit zu einem Kassenschlager für Netflix wurden. Bereits in meiner Rezension zu "Prinzessinnentausch" habe ich angesprochen, dass diese beiden Weihnachtsfilme sich wirklich hervorragend für einen Vergleich eignen, weil festzustellende Unterschiede wirklich nur marginal sind. Daher diese beiden nun in einem Film vereint zu sehen, ist wirklich mehr als passend. Die Reihe rund um "A Christmas Prince" hat sich qualitativ nicht wirklich gesteigert und das Rad wurde auch zu keinem Zeitpunkt neu erfunden, so dass eigentlich auch bei "Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht" bereits im Vorfeld zu ahnen war, dass auch hier ein zweiter Teil eher in der Kategorie "Musste das sein?" fallen würde.

Als bereits im Vorfeld angekündigt wurde, dass es noch einen dritten optischen Klon geben würde, konnte ich ein Augenrollen ehrlich gesagt nicht unterdrücken. Das Motiv des Doppelgängers ist in der Film- und Fernsehgeschichte eine oft bemühtes, aber doppelter Doppelgänger, da wird es dann doch irgendwann abstrus. Und abstrus trifft den Inhalt des zweiten Films auch ganz gut. Man hat deutlich gemerkt, dass jegliche sinnvolle Handlung der Idee hintenangestellt wurde, wieder fleißig zu vertauschen und eben dem dritten Klon möglichst viel Screentime zu verschaffen. Andererseits muss man sagen, dass wohl niemand einen solchen Film wie "Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht" mit der Prämisse ansieht, tiefgehende Unterhaltung serviert zu bekommen. Die Reihe nimmt sich ähnlich wie bei "A Christmas Prince" selbst nicht ernst und der dazu passende Humor wird gnadenlos ausgespielt. Wenn man fragt "Was sollte dein Partner haben?", dann antworten 90% mit "Humor". Damit ist aber nicht gemeint, über andere lachen zu können, sondern über sich selbst und das kann diese Reihe, was sie eben trotz aller Mängel sympathisch macht.

Vor allem merkt man deutlich, dass die Reihe ganz feste Muster hat, die immer wieder bedient werden. Das schafft Wiedererkennungswert. Sei es der Backwettbewerb, sei es das Vertauschen der Prinzessinnen, sei es der alte Mann, der immer wieder ins Schicksal eingreift und vermutlich symbolisch für den Weihnachtsmann stehen soll oder sei es das Spielen mit dem englischen Akzent. Der Film bietet genau das an, was die Fans im Vorfeld auch erwartet haben werden. Zudem kann ich es nur immer wieder betonen, dass Hudgens für so einen Klamauk ideal besetzt ist. Man hat regelrecht gemerkt, dass sie auch riesigen Spaß hatte, den Neuling Fiona darzustellen. Sie wird oft als das Good Girl gecastet, dabei kann sie das Mean Girl genauso überzeugend und das zeigt sie hier.

Fazit

Gerade wenn man ermuntert ist, eine kritische Auseinandersetzung für eine Rezension zu leisten, dann kann man bei "Prinzessinnentausch: Wieder vertauscht" nur immer wieder denken "Echt jetzt?". Alles, was schon im ersten Teil übertrieben wirkte, wird noch einmal mehr auf die Spitze getrieben. Aber gleichzeitig kann man nicht leugnen, dass diese Filmreihe von Netflix auf einer Metaebene genau mit dem Umstand spielt und genau weiß, was sie mit welchen Motiven erreicht. Die Reihe ist in sich konsequent, sie hat mit Hudgens weiterhin den Hauptgewinn und ich muss mir nichts vormachen, wenn auch hier noch ein dritter Teil genehmigt werden würde, wir also auch noch einen vierten Klon kennenlernen würden, ich und so viele andere wären wieder dabei. Die Magie von Weihnachten eben.

Lena Donth - myFanbase
24.11.2020

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