Bewertung: 9
Stephen Chbosky

Wunder

"When given the choice between being right or being kind. Choose kind."

Foto: Copyright: 2018 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

August Auggie Pullman (Jacob Tremblay) ist ein witziger, aufgeschlossener und kluger Zehnjähriger, der aufgrund eines Gendefekts mit einer Gesichtsdeformation geboren wird. Um ihn vor Mobbing anderer Kinder zu schützen, wird er von seiner Mutter Isabel (Julia Roberts) zu hause unterrichtet, während seine Schwester Via (Izabela Vidovic) ganz normal die Schule besucht. Kurz darauf beschließen Isabel und ihr Mann Nate (Owen Wilson), dass Auggie ab der fünften Klasse eine Schule besuchen sollte. Sie sind sich allerdings auch bewusst, welch schwere Zeit für Auggie bevorsteht und dass er sich mit einigen Gemeinheiten auseinander setzen muss.

Kritik

Mit "Wunder" wird dem Zuschauer ein Filmdrama geboten, das durchweg überzeugen kann. Angefangen bei der Besetzung. Jacob Tremblay, der bereits im Film "Raum" schauspielerisch überzeugen konnte, spielt hier die tragische Figur August "Auggie" Pullman, der aufgrund eines Gendefekts und trotz mehrerer Eingriffe noch immer eine Gesichtsdeformation zeigt. Mit Julia Roberts und Owen Wilson hat man sehr gute Schauspieler für Isabel und Nate als Elternpaar gefunden, die ziemlich unterschiedliche Herangehensweisen haben, wie sie mit ihrem Sohn umgehen. Während Isabel sehr besorgt um ihren Sohn ist und ihn seit mehreren Jahren zu hause unterrichtet, ist Nate eher der lockere und coolere Part der Eltern. Trotz dieser unterschiedlichen Herangehensweisen sind beide der Ansicht, dass es Zeit ist, ihren Sohn auf eine normale Schule schicken.

Spannend ist dabei zu sehen, wie Auggie an die Schule und die anderen Schüler herangeführt wird. Auggie lernt erst einmal die drei Schüler Julian (Bryce Gheisar), Jack Will (Noah Jupe) und Charlotte (Elle McKinnon) kennen. Alle drei sind ebenfalls eher vorsichtig, was den Umgang mit Auggie angeht. Dabei wird sehr schön auf Nebensächlichkeiten eingegangen, die für Auggie sehr wichtig sind, um sich auf Menschen einlassen zu können. Trotzdem hat man von Anfang an den Eindruck, dass der Junge sich durchsetzen und behaupten kann.

Im Verlauf des Filmes gibt es einige Höhen und Tiefen, die Auggie und seine Familie durchleben muss. So zum Beispiel, dass er immer wieder mit Anfeindungen aufgrund seines Aussehens zu kämpfen hat und Enttäuschungen verkrampfen muss, die er sogar von seinem besten Freund Jack hinter seinem Rücken hinnehmen muss. Dennoch beweist er Stärke, indem er immer wieder Mut von seiner Familie zugesprochen bekommt und durch seine Schwester Via erfährt er, dass auch deren Leben nicht immer ganz einfach ist.

Mittels Voice-Overs erfährt man als Zuschauer die verschiedenen Sichtweisen und Eindrücke der Charaktere. Dadurch wird auch deutlich, dass Via immer im Schatten ihres Bruders steht und von ihrer Familie, insbesondere ihrer Mutter, nicht gesehen wird, was einem als Zuschauer durchaus einen Stich ins Herz versetzt. Mit dem Verlust ihrer Großmutter (Sonia Barga) und der Tatsache, dass sich auch Vias beste Freundin Miranda (Danielle Rose Russell) verändert hat, schlägt sie sich wacker und findet eine neue Vertrauensperson in Justin. Und auch Auggie findet mit Jack und Summer (Millie Davis) neue Freunde, die ihm zur Seite stehen und dadurch verdeutlichen, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankommt, sondern dass viel eher die inneren Werte zählen. Damit erreicht man, dass auch die Mitschüler eine andere Sichtweise bekommen und ihren Auggie als das ansehen, was er ist: Ein Mensch.

Fazit

"Wunder" hält wunderbar die Balance zwischen Tragik und Komik und zeigt damit auf, dass es letztlich die fehlende Erfahrung der Menschen ist, wie sie mit anders aussehenden Menschen umgehen. Es wird aber ebenso gut aufgezeigt, wie schnell man den Fokus verlieren und die wunderbaren Momente verpassen kann, wenn man sich zu sehr auf Äußerlichkeiten konzentriert. Für mich persönlich gehört "Wunder" den besten, emotionalsten und lehrreichsten Filmen, die ich gesehen habe.

Daniela S. - myFanbase
05.02.2019

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