Bewertung: 6
Bradley Walsh

The Holiday Calendar

Foto: Kat Graham, The Holiday Calendar - Copyright: Netflix, Inc.
Kat Graham, The Holiday Calendar
© Netflix, Inc.

Inhalt

"The Holiday Calendar" handelt von Abby (Kat Graham), die sich in einem Fotostudio finanziell über Wasser hält und sehr unter der Eintönigkeit von Porträtaufnahmen leidet. Mit der Rückkehr ihres besten Freundes Josh (Quincy Brown) und der Übergabe eines Adventskalenders durch ihren Großvater (Ron Cephas Jones) ändert sich ihr Leben radikal.

Kritik

Als einer der neuen Weihnachtsfilme bei Netflix aus dem Jahr 2018 springt "The Holiday Calendar" natürlich vor allem durch seinen Cast ins Auge. In der Hauptrolle der Abby gibt es ein Wiedersehen mit "Vampire Diaries"-Veteranin Kat Graham und mit Quincy Brown schlüpft ein professioneller Sänger, der seine Qualitäten schon in der FOX-Serie "Star" unter Beweis stellen kann, in die Rolle des besten Freundes Josh. Da auch Graham leidenschaftlich gerne singt, ist es nicht verwunderlich, dass die beiden am Soundtrack des Films mitgewirkt haben, den ich als gelungen bezeichnen möchte. Es finden sich noch weitere bekannte DarstellerInnen auf der Besetzungsliste, aber ich habe mich doch vor allem auf Ron Cephas Jones gefreut, der wohl jeden, der die Serie kennt, als William in "This Is Us" zu Tränen gerührt hat. Er spielt in "The Holiday Calendar" eine sehr, sehr ähnliche Rolle, da er erneut der alte weise Mann ist, der in jeder Situation die richtigen Worte parat hat und alles mit seinem Scharfsinn durchschaut. In dieser Art von Rollen brilliert er auch einfach.

Ich war sehr überrascht, dass im Zentrum von "The Holiday Calendar" ein Adventskalender stand, da mir diese für Deutsche so allgegenwärtige Tradition in den USA noch nie aufgefallen ist. Meine Recherchen haben aber ergeben, dass Adventskalender auch über den großen Teich hinweg ihre Bedeutung haben, aber im Vergleich doch eine eher geringe. Ich fand jedenfalls, dass dieser Kalender, vor allem durch seine antike Aufmachung, wirklich einen schönen Rahmen bildete, der dem Weihnachtsfest sehr gerecht wurde. Denn ansonsten war das Thema Weihnachten absolut kitschig umgesetzt und spielte auch eher eine Nebenrolle. Abby muss als Fotografin die Kinder fotografieren, die sich bei dem Weihnachtsmann auf den Schoß setzen und steckt dafür in einem Elfenkostüm und auch die Kulisse ist voll von Zuckerstangen, Lichtern und kräftigen Farben. Ansonsten hat man aber eher vergeblich nach einer runden Weihnachtshandlung gesucht. Dafür passte aber wiederum die Atmosphäre, da sich die Handlung in einer Kleinstadt abspielte, in der es kräftig geschneit hat. Dadurch ist in jedem Fall ein Gefühl von Gemütlichkeit entstanden.

Der Adventskalender mag ja ein guter Rahmen gewesen sein, aber ganz durchsichtig wurde der Sinn des Ganzen nicht. Er öffnete sich ja jeden Tag magisch ein Türchen und schien für jeden Dezembertag eine Vorsehung zu tätigen. Aber es wird nie ergründet, was es damit auf sich hat. Auch die Rolle des Großvaters bleibt im Endeffekt offen. Ist er wirklich nur der weise Mann oder soll er doch auch irgendwie den Weihnachtsmann repräsentieren? Egal wer aber letztlich hinter diesem Kalender steckt, man muss sich schon fragen, warum dieser Abby zuerst in die falsche Richtung lenkt. Ihr Happy End findet sie ja im Prinzip unabhängig vom Adventskalender und das fand ich als übergeordnete Botschaft etwas schade.

Sieht man aber von meiner Kritik bezüglich des Adventskalenders ab, habe ich mich unheimlich gut von dem Weihnachtsfilm unterhalten gefühlt. Die schauspielerischen Leistungen sind richtig gut, so dass auch stellenweise ein weniger überzeugender Plot ausgeglichen werden kann. Die Beziehungen untereinander sind nicht plump gestaltet, sondern gewinnen immer wieder eine besondere Tiefe. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und wird vor allem in Person von Fernando (Rodrigo Fernandez-Stoll) verkörpert. Insgesamt mag der Verlauf des Films sicherlich vorhersehbar sein, aber dennoch gibt man sich viel Mühe, alle angestoßenen Teilhandlungen sauber zu Ende zu erzählen, so dass man Ende absolut zufrieden dem Abspann zusieht.

Fazit

"The Holiday Calendar" bleibt mir vor allem wegen der großartigen Casts und der heimeligen Atmosphäre, die durch das Kleinstadtsetting erzeugt wird, in Erinnerung. Weihnachten wird zudem durch die Involvierung eines Adventskalenders für einen US-amerikanischen Film sehr ungewöhnlich angepackt. Im Zuge dieses Kalenders gibt es sicherlich einige inhaltliche Lücken, aber als sinnvoller Rahmen erweist er sich allemal. Guter Unterhaltung ist mit diesem Netflix-Film garantiert!

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Lena Donth - myFanbase
09.12.2018

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