Bewertung: 5
Felix Fuchssteiner, Katharina Schöde

Smaragdgrün

"Der Kreis des Blutes Vollendung findet, der Stein der Weisen die Ewigkeit bindet."

Foto: Copyright: 2016 Concorde Filmverleih GmbH
© 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Gwendolyn Shepherd (Maria Ehrich) hat sich noch immer nicht von den vergangenen Ereignissen erholt und leidet unter Liebeskummer. Die junge Zeitreisende steckt in einem Zwiespalt, denn sie kann sich nicht entscheiden ob sie ihrem Reisegefährten Gideon de Villiers (Jannis Niewöhner) trauen soll, oder nicht. Denn bisher hat alles den Anschein gemacht, als hätte er Gwen seine tiefe Zuneigung nur vorgespielt, um der Loge des Grafen zu dienen. Dennoch braucht Gwendolyn Gideon an ihrer Seite um die finsteren Pläne des Grafen von Saint Germain (Peter Simonischek) zu durchkreuzen. Jedoch muss sie behutsam vorgehen, denn Mr. Whitman (Johannes von Matuschka) beobachtet das Mädchen mit größter Skepsis – zurecht, denn Gwen hat den zweiten Chronographen bei sich versteckt, um so die Loge von der Vollendung des Plans abzuhalten.

Kritik

Fans der Edelstein-Trilogie haben lange auf den Tag hingefiebert, an welchem die Buch-Verfilmung mit "Smaragdgrün" endlich ihren Abschluss findet. Allerdings konnten schon die beiden Vorgänger "Rubinrot" und "Saphirblau" nicht auf ganzer Linie überzeugen und auch der dritte und somit finale Film weist einige Schwachstellen auf, über die man einfach nicht hinwegschauen kann. So hält sich auch bei Teil drei die Begeisterung eher in Grenzen.

Der Hauptkritikpunkt des Films ist die fehlende Balance. Es scheint als hätte man sich nicht für ein Genre entscheiden können und mischt stattdessen alles kunterbunt zusammen. Handelt es sich bei "Smaragdgrün" nun um einen Zeitreisefilm, ein Actionthriller, ein Liebesdrama oder ein Superheldenspektakel? Hier treffen bei weitem zu viele Genres aufeinander, die dazu führen, dass man den Film leider einfach nicht ernst nehmen kann. Das wird besonders durch Gwens Entwicklung nochmals verdeutlicht. Zu Beginn des Films ist sie das junge, weinerliche Mädchen, das von ihrem Liebeskummer zerfressen wird, tagelang nur in ihrem Bett liegt und eine Träne nach der anderen vergießt. Irgendwann in der Mitte kommt ihre plötzliche Kehrtwendung und sie entwickelt sich auf eine unglaubwürdige Art und Weise zu einem kämpferischen Naturtalent mit übernatürlichen Fähigkeiten, mit denen sie Catwoman Konkurrenz machen könnte. Das geschieht alles ziemlich aus dem Nichts heraus, weshalb jegliche Glaubwürdigkeit verloren geht.

Leider muss man auch sagen, dass Maria Ehrich und Jannis Niewöhner nicht sonderlich talentiert sind, beziehungsweise kaum harmonieren. Die gemeinsamen Szenen wirken alles andere als emotional und romantisch, sondern platt. Die Dialoge werden einfach heruntergerattert ohne echtes Gefühl in die Worte zu legen, was schade ist. Man fühlt nicht mit ihnen mit, was gerade weil es sich um das große Finale handelt, sehr schade ist. Es wäre wünschenswert gewesen, sich nach drei Filmen endlich mit dem Liebespaar anfreunden und mit ihnen sympathisieren zu können. Vielleicht haben die beiden Jungdarsteller es versucht, aber das Drehbuch gibt leider nicht allzu viel her. Wenn man sich ein wenig mit den Büchern von Kerstin Gier auseinandergesetzt hat, wird auch deutlich, wie viele Logikfehler es leider gibt. Die Regeln der Zeitreisen werden hier komplett über Bord geworfen, nur um zu einem schnellen und doch wenig spektakulären Abschluss zu kommen. Es fehlt hier eindeutig der rote Faden, sodass der Film gegen Ende bloß noch wirr zusammengewürfelt erscheint.

Nichtsdestotrotz gibt es auch einige überzeugende Szenen, die überwiegend den Nebencharakteren zu verdanken sind. Der Wasserspeierdämon Xermerius und James Pimplebottom sorgen für den einen oder anderen Lacher, wodurch man sich wenigstens ab und zu fröhlich zurücklehnen und den Film halbwegs genießen kann. Auch das Setting ist wie schon in den vorherigen Teilen hervorragend gelungen und die Atmosphäre der Vergangenheit wird gut rübergebracht. Ebenso sind die Effekte für eine deutsche Produktion sehr gut gemacht. Natürlich hätte man mit einem höheren Budget noch wesentlich mehr herausholen können, doch für die zur Verfügung gestandenen Mittel kann man wirklich nicht meckern. So konnte das erneut schlechte Drehbuch durch das gesamte Drumherum etwas aufgepeppt werden.

Fazit

Diejenigen Fans, die schon von den ersten beiden Filmen begeistert waren, werden sicherlich auch mit dem Abschluss der Trilogie zufrieden sein. Allerdings sollte man keine allzu hohen Erwartungen haben, denn im Gesamtpaket ist auch "Smaragdgrün" leider nichts weiter, als ein mittelmäßiger Fantasyfilm.

Sanny Binder - myFanbase
10.07.2016

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