Bewertung: 5
Alex Proyas

Gods of Egypt

"Egypt has always been a paradise. But now, there is chaos. God of the air, you must protect the mortals."

Foto: Copyright: 2016 Concorde Filmverleih GmbH
© 2016 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Das Volk Ägyptens leidet unter der Schreckensherrschaft des Gottes der Dunkelheit, Set (Gerard Butler), der sich auf brutale Art und Weise den Thron zu eigen gemacht hat. Niemand traut sich, sich ihm zu widersetzen, und so lebt das Volk in Unterdrückung. Doch der junge Dieb Bek (Brenton Thwaites), der sich einer kleinen Gruppe von Rebellen angeschlossen hat, kann nicht einfach zusehen, wie Ägypten zugrunde geht. Er geht eine Allianz ein, um seine große Liebe Zaya (Courtney Eaton) aus der Totenwelt zu befreien. Bek verbündet sich mit dem Gott Horus (Nikolaj Coster-Waldau), um Set zu stürzen. Doch ihre Reise ist gefährlich und verlangt ihnen viel Mut ab. Sie reisen vom Jenseits bis in den Himmel und ihr Aufeinandertreffen mit Set rückt jede Sekunde näher.

Kritik

Vom Trailer her ließ "Gods of Egypt" nicht viel Gutes erahnen. Die Story wirkte unspektakulär und die Effekte ebenso wenig überzeugend. Allerdings ist der Film gar nicht so schlecht, wie diese paar Szenen vermuten ließen. Es handelt sich bei dem 140-Millionen-US-Dollar Fantasy-Streifen zwar bei weitem um kein Meisterwerk, nichtsdestotrotz kann man sich einen verregneten Nachmittag lang gut unterhalten lassen. Das liegt zu einem großen Teil an dem hervorragenden Cast, denn die jeweiligen Darsteller füllen ihre Rollen perfekt aus und holen mehr aus ihnen heraus, als das Drehbuch hergibt.

Die Handlung beginnt in dem Moment, als der Gott Osiris (Bryan Brown) seine Krone an seinen Sohn Horus weitergeben möchte, so dass er nun als Regent über Ägypten herrscht. Eine Welt, in der Götter und Menschen Seite an Seite leben und friedliche Harmonie verbreitet ist. Doch Set kann nicht tatenlos zusehen und möchte die Krone selber tragen, so dass er Osiris tötet und Horus das Augenlicht nimmt. In dieser Anfangssequenz kann der Film leider noch alles andere als überzeugen. Die Verwandlung der Götter in ihre eigentliche Gestalt ist sehr schlecht animiert und wirkt somit nicht annähernd realistisch. Die gesamte Kampfszene wirkt übertrieben und ins Lächerliche gezogen. Leider ist das bei sehr vielen der Actionszenen der Fall. Man sollte meinen, dass bei einem solch stattlichen Budget bessere Effekte hätten produziert werden können, doch das ist ein Aspekt mit dem der Film absolut keine Punkte einholen kann.

Die erschaffene Welt hingegen ist sehr gut gelungen. Auch wenn diese sich nur oberflächlich an dem klassischen Ägypten orientiert, so hat man hier seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Set gibt gigantische und prunkvolle Bauten in Auftrag, um seinen Vater Ra (Geoffrey Rush) zu ehren und stolz zu machen. Dabei wird sehr viel Wert auf kleinere Details gelegt, wodurch die Welt faszinierend und zeitgleich erschreckend wirkt. Das gilt ebenso für die Darstellung des Jenseits und des Himmels. Allerdings ist der Unterschied von 2D zu 3D so minimal, dass man sich das eigentlich hätte sparen können. Doch leider scheint es in Mode zu sein, jeden zweiten Film in 3D ins Kino zu bringen, auch wenn dies absolut nicht von Nöten ist.

Auch wenn die Handlung durchaus nicht neu ist und von Anfang bis Ende vorhersehbar, kann der Film doch unterhalten. Die Charakterzeichnung ist ausgesprochen gut gelungen und Butler und Coster-Waldau können durchaus als Gut und Böse überzeugen. Ist Set der böse Cousin, der die Macht der Welt an sich reißen und die Menschen unterdrücken will, so ist Horus das genaue Gegenteil. Er ist für ein friedliches Miteinander von Menschen und Göttern und möchte nichts sehnlicher als den Frieden, den sein Vater so lange gewahrt hatte, zurückzuerlangen. Er hält viel von der menschlichen Rasse, was auch bei seiner Reise mit Bek nochmals unterstrichen wird. Die Gefahren und Aufgaben schweißen zusammen und sie durchlaufen eine erkennbare und nachvollziehbare Entwicklung. Die Schauspieler agieren alle sehr gut miteinander, weshalb "Gods of Egypt" trotz einiger Schwächen rund ist.

Fazit

Ein netter Fantasy-Streifen, der zwar weit davon entfernt ist, perfekt zu sein, nichtsdestotrotz zu überzeugen weiß.

Sanny Binder - myFanbase
08.05.2016

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