Bewertung: 4
Afonso Poyart

Vorsehung, Die

"Er wusste, dass wir genau um 4.16 Uhr in der Wohnung sein würden. Weil er alles weiß."

Foto: Copyright: 2015 Concorde Filmverleih GmbH
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Inhalt

Eine Reihe mysteriöse Mordfälle bringen die beiden FBI-Agenten Joe Merriwether (Jeffrey Dean Morgan) und Katherine Cowles (Abbie Cornish) um den Verstand. Um dem Täter endlich auf die Schliche zu kommen, beschließt Joe sich dazu, den Psychoanalytiker Dr. Clancy (Anthony Hopkins) mit ins Boot zu holen, da dieser über hellseherische Fähigkeiten verfügt. Nach anfänglichem Zögern beschließt Clancy, dass er den beiden bei ihren Ermittlungen hilft. Durch zahlreiche Visionen gelingt es ihnen langsam ein Muster hinter den Morden zu erkennen, welches sie dem Täter (Colin Farrell) ein gutes Stückchen näherbringt. Doch scheint dieser ein Geheimnis zu verbergen, denn er ist den Agenten immer mindestens einen Schritt voraus.

Kritik

Seit Anthony Hopkins 1991 in "Das Schweigen der Lämmer" erstmalig in die Rolle des Dr. Hannibal Lecter geschlüpft ist, ist es eines seiner Markenzeichen geworden Psychopathen zu verkörpern. Zwar spielt er in "Die Vorsehung" auf der Seite der Guten, bleibt seinen typischen Charakteren allerdings weitestgehend treu. Als Psychoanalytiker Clancy treibt er gemeinsam mit den beiden Hauptdarstellern Jeffrey Dean Morgan und Abbie Cornish die doch eher langweilige Handlung voran. Der Film lebt von den schauspielerischen Leistungen, die versuchen das bestmögliche aus dem klischeehaften Drehbuch herauszuholen.

Auch wenn einem spontan vielleicht keine Filme einfallen, in dem zwei Hellseher versuchen gegeneinander anzukommen, hat man doch das Gefühl, dass "Die Vorsehung" eine Mischung aus diversen Actionthrillern ist. Man bekommt kaum etwas Neues geliefert und die Handlung plätschert nur so dahin. Das große Geheimnis, das den Täter Charles Ambrose umgibt, kann man schon nach den ersten fünf Minuten des Films erahnen, weshalb die Auflösung dessen eher weniger spektakulär daherkommt. Auch ist es ziemlich schade, dass man groß angekündigt hat, dass Colin Farrell eine Hauptrolle in diesem Streifen spielt. Denn er ist nur in einigen wenigen Szenen zu sehen, die allerdings durchweg sehenswert sind. Seine Rolle ist mit die beste des Thrillers, wodurch es besonders schade ist, dass er kaum Screentime erhalten hat und eher im Hintergrund gehalten wurde.

Afonso Poyart hat mit diesem Film sein internationales Regie-Debüt gefeiert, wird damit aber vermutlich niemandem wirklich im Gedächtnis bleiben. Es gibt zwar zahlreiche gute Ideen, allerdings sind diese Handlungsstränge nicht komplett ausgearbeitet und ziehen sich allesamt ziemlich in die Länge, wodurch man auf Dauer etwas gelangweilt ist. Es wird kaum Neues geliefert und keiner der großen Wendepunkte kommt auch nur im Geringsten überraschend. Passend zum Titel des Films ist alles sehr vorhersehbar und das auch ohne eine hellseherische Gabe besitzen zu müssen. Doch immerhin wurde beim Cast alles richtig gemacht. Morgan und Cornish funktionieren als ungleiches Agenten-Duo ausgesprochen gut und ihre Beziehung wird, je näher sie sich der Auflösung nähern, immer intensiver. Gab es zu Beginn noch einige Unstimmigkeiten bei den beiden, so haben sie sich gewandelt und gelernt, einander besser zu vertrauen. Auch Hopkins als eher zurückhaltender Clancy weiß zu überzeugen. Man spürt, dass ihn eine Unsicherheit umgibt und er schreckliche Dinge durchgemacht haben muss, die ihn etwas verunsichern. Doch tut er alles in seiner Macht stehende um den beiden Agenten bei ihren Ermittlungen zu helfen.

Leider sind die Charaktere und die durchweg düstere Atmosphäre das einzige, das bei "Die Vorsehung" ein wenig überzeugen konnte. Es ist ein Film, den man sich anschauen kann, aber vermutlich schon nach wenigen Tagen die Handlung vergessen hat, da sich diese nicht einbrennt. Der Thriller ist unspektakulär und langweilig, weshalb man es sich im Grunde sparen kann ihn überhaupt zu sehen.

Fazit

Mit seinem internationalen Regie-Debüt ist es Afonso Poyart leider nicht gelungen im Gedächtnis zu bleiben. Eine schlecht durchdachte Handlung, die leider viel zu langatmig ist und dementsprechend nicht überzeugen kann.

Sanny Binder - myFanbase
29.11.2015

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