Bewertung: 5
Max Joseph

We Are Your Friends

Jeder Sound hat eine Seele.

Foto: Copyright: 2015 STUDIOCANAL GmbH
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Inhalt

Cole (Zac Efron) träumt von einer Karriere als DJ. Seine besten Freunde Mason (Jonny Weston), Ollie (Shiloh Fernandez) und Squirrel (Alex Shaffer) versuchen den 23-jährigen bei seinen Plänen so gut es geht zu unterstützen, doch bleibt der große Erfolg aus. So verbringt die Clique die meiste Zeit damit, ausgelassen zu feiern und sich zu betrinken. Doch scheint sich das Leben von Cole schlagartig zu verändern, als er den erfolgreichen DJ James (Wes Bentley) kennenlernt, der ein Talent in dem jungen Newcomer entdeckt. Er hilft Cole dabei, einen Track zu entwickeln, der ihn groß rausbringen soll und verhilft ihm zu einem riesigen Auftritt. Es dauert allerdings nicht lange, bis der Jüngling sich seine Chancen vertut, denn er verliebt sich in James' Freundin Sophie (Emily Ratajkowski), was ein Spiel mit dem Feuer ist.

Kritik

Es ist schön, wenn man aus dem Kino kommt und guten Gewissens feststellen kann, dass ein Film doch nicht so schlecht war, wie man zunächst vermutet hat. Doch auch wenn "We Are Your Friends" keine totale Katastrophe ist, ist das Musik-/Coming-of-Age-Drama nichtsdestotrotz kein Meisterwerk, das man sich unbedingt anschauen muss.

Die Story ist relativ einfach gestrickt: Ein junger Mann, der eine Karriere als DJ anstrebt, findet einen alten Hasen des Showbusiness, der sein Mentor wird. Nichts, was man bisher noch nicht gesehen hat und genau darin liegt das größte Problem. Wenn man eine Story, die schon oftmals erzählt wurde, neu aufrollen möchte, dann sollte man sich etwas Spektakuläres überlegen, wodurch die Zuschauer in den Bann gezogen werden und der Film im Gedächtnis bleibt. Doch kaum naht das Ende hat man schon wieder vergessen, was eigentlich alles passiert ist. Eventuell hätte man dies ändern können, indem man etwas talentiertere Schauspieler vor die Linse geholt hätte, doch bis auf Wes Bentley ist jeder einzelne von ihnen nicht mehr als durchschnittlich, wodurch es einem nicht gerade leicht fällt, sich mit den jeweiligen Charakteren zu identifizieren oder mit ihnen zu sympathisieren.

Wie schon oft gesehen, ist es hier Zac Efron, der der Anführer seiner Gruppe ist und die Anweisungen erteilt. Leider kriegt er zu selten die Chance, etwas mehr von sich zu zeigen, denn ich glaube schon, dass er weitaus mehr auf dem Kasten hat, als man ihm zutraut. Als junger DJ schafft er es erst gegen Ende des Films, wirklich zu überzeugen und sich mit seinem Track in die Herzen der Zuschauer zu spielen. Es ist ein Song, der hängen bleibt, da sehr viele Emotionen in ihm stecken. Auch wenn "We Are Your Friends" anfänglich noch wirkt wie eine schlechte Parodie, so ist es Regisseur und Drehbuchautor Max Joseph schlussendlich doch noch gelungen, etwas mehr aus dem Ganzen herauszuholen, indem er eine unerwartete und höchst dramatische Wendung einbaut. Ab diesem Zeitpunkt geht es doch noch etwas bergauf, sodass zumindest das grobe Interesse da ist, wissen zu wollen, wie der Film enden wird.

Eigentlich ist es Wes Bentley, der dem Film die gewisse Würze gibt. Er ist ein begnadeter Schauspieler und als heruntergekommener DJ, der die meiste Zeit an der Flasche hängt, kann er durchweg überzeugen und liefert eine absolute Glanzleistung. Dank ihm ist es einem überhaupt erst möglich, über das anfänglich sehr schlechte Drehbuch mit seinen katastrophalen Dialogen hinwegzusehen, denn sein Charakter ist in sich stimmig. Man kann nachvollziehen, weshalb er zu einem Trunkenbold geworden ist und es gelingt ihm perfekt zu vermitteln, wie schwer das Showbusiness wirklich sein und wie sehr man darunter leiden kann. Allerdings muss auch an dieser Stelle ein Kritikpunkt geäußert werden. Dieser betrifft die Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen James, Sophie und Cole, die absolut gestellt und fehl am Platz wirkt. Wie der Titel erahnen lässt, sollte eigentlich eher der Zusammenhalt unter Freunden im Vordergrund des Geschehens stehen. Dieser für die Handlung wichtige Aspekt scheint allerdings immer mehr in den Hintergrund zu rücken je präsenter Sophie wird. Man wünscht sich an dieser Stelle doch eine etwas engere Verbundenheit der Clique, doch gegen Ende hin löst sich diese komplett in Luft auf. Daran hätte man noch etwas arbeiten können.

Dennoch ist es letztlich interessant, einen kleinen Einblick in das Leben eines DJs zu erhaschen, vor allem auf welche Details es ankommt, wenn man seinen perfekten Track erarbeiten möchte. Es wird gezeigt, dass darin viel mehr Arbeit steckt, als man als Laie vermutet. Auch ist der gesamte Soundtrack sehr gut auf den Film abgestimmt und den Feierwütigen wird Coles Track mit Sicherheit noch einige Tage später in den Ohren liegen.

Fazit

"We Are Your Friends" ist ein mittelmäßiges Musikdrama, was nach ein Mal Schauen schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Max Joseph hat nichts Halbes und nichts Ganzes geschaffen, was mit einigen Änderungen am Skript hätte vermieden werden können. Wer sich allerdings ein wenig für die Arbeit eines DJs interessiert, wird eventuell ein wenig mehr Freude am Film finden können.

Sanny Binder - myFanbase
29.08.2015

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