Bewertung: 8
Colin Trevorrow

Jurassic World

"We are safe in here right?"

Foto: Copyright: 2015 Universal Pictures International All Rights Reserved
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Inhalt

Etwa 20 Jahre ist es her, seit im Jurassic Park die Ereignisse aus dem Ruder liefen. Mit einem neuen Konzept und höchster Sicherheitsstufe eröffnete man bald darauf Jurassic World einen noch größeren Park auf der Isla Nubar mit noch mehr verschiedenen Arten von Dinosauriern. Nichtsdestotrotz gehen die Besucherzahlen langsam zurück und so entschließt Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) eine neue Attraktion zu eröffnen. Ein neuer Dino-Hybrid mit dem Namen Indominus Rex wird in den Laboren gezüchtet und soll die Begeisterung für den Park wieder steigern. Doch geht der Plan nach hinten los, denn das Dino-Weibchen ist viel intelligenter und brutaler als zunächst angenommen. Als ihre beiden Neffen plötzlich verschwinden und in Lebensgefahr schweben, muss Claire sich dem gefährlichen Monster stellen, um ihre Familie zu beschützen. Gemeinsam mit Ex-Soldat Owen Grady (Chris Pratt) begibt sie sich auf die Suche nach den beiden Jungs.

Kritik

Mit Fortsetzungen ist es immer so eine Sache, ganz besonders wenn sie erst viele, viele Jahre nach dem vermeintlich letzten Teil erscheinen. Schon "Indiana Jones" brach sich das Genick dabei, als er sich 24 Jahre nach seinem letzten Abenteuer auf die Suche nach dem Königreich des Kristallschädels begab. Doch würde auch "Jurassic World" in diese Falle tappen? Schließlich war die Trilogie in sich abgeschlossen. Braucht man wirklich ein solches Reboot? Fragen über Fragen, von deren Antworten man sich selber überzeugen sollte. Eigentlich kann man dieses Sequel in nur einem einzigen Wort beschreiben: WOW! Steven Spielberg hat guten Grund, stolz auf die Leistung von Colin Trevorrow zu sein, denn der Film steht dem Original von 1993 in nichts nach.

Storytechnisch orientiert man sich hier sehr an den drei Vorgängern und der Fokus liegt auf dem Dinosaurier-Freizeitpark für die ganze Familie. Allerdings werden zeitgemäßere Aspekte eingebracht, um dem Ganzen den gewissen Kick zu verleihen. So gibt es nun sogar einen Dino-Streichelzoo für die kleinen Gäste, in dem sie auf Pflanzenfressern reiten oder mit ihnen spielen können. Eine weitere Neuerung sind fahrbare Glaskugeln, in denen man durch den Park fahren und die Dinosaurier hautnah erleben kann. Schaut man sich an, wie viel Spaß die Gäste dort zu haben scheinen, wünscht man sich doch glatt auch einen solchen Park (aber bitte nur mit harmlosen Dinos!). Etwas schade ist allerdings, dass ein sehr großer Teil der Handlung ziemlich vorhersehbar ist so zum Beispiel, dass die Jungs verschwinden und vom Indominus Rex gejagt werden. Doch selbstverständlich gibt es auch viele Aspekte, mit denen man so nicht gerechnet hätte, denn es sind eigentlich nicht die Menschen, die die Stars des Films sind, sondern ein kleines Rudel Raptoren, die man einfach ins Herz schließen muss.

Chris Pratt mimt einen ausgezeichneten Owen Grady. Endlich kann er beweisen, dass in ihm mehr steckt, als bloß ein Komiker und auch in dieser ernsteren Rolle glänzt er geradezu. Spätestens nach dieser Leistung dürften ihm die Jobangebote zugeflogen kommen. Auch Bryce Dallas Howard hat eine ausgesprochen gute Darbietung abgeliefert. Als arbeitswütige Claire wirkt sie sehr authentisch und es ist schön zu sehen, wie sich ihr Charakter im Laufe des Films komplett verändert. Sie hat sich nie viel aus Familie gemacht, doch kaum schweben ihre Neffen in Lebensgefahr, lässt sie alles stehen und liegen und begibt sich auf die Suche nach ihnen und setzt so auch ihr eigenes Leben aufs Spiel. Die Familie ist halt doch wichtiger, als die Karriere und das wird überzeugend vermittelt. Sie und Pratt funktionieren sehr gut zusammen vor der Kamera, da sie sich in jeder Hinsicht zu ergänzen scheinen. Der Funke ist schnell übergesprungen, sodass man als Zuschauer sehr viel Spaß beim Zusehen hat.

Besonders zu empfehlen ist "Jurassic World" natürlich in 3D die Effekte sind wirklich der Hammer. Die Bilder der Parkanlage sind gewaltig und wunderschön und man hat das Gefühl, als würde man mitten drin stecken. Die Kämpfe zwischen den Dinosauriern sind ebenfalls absolut realistisch dargestellt und wirken absolut nicht animiert. Es kommt auch des Öfteren vor, dass Blut spritzt oder abgetrennte Menschenteile durch die Gegend fliegen, was die Altersfreigabe des Films etwas skurril macht. Man muss bedenken, dass man in Deutschland ab sechs Jahren in Begleitung eines Erziehungsberechtigten in Filme ab 12 darf. Allerdings würde die Brutalität viele jüngere Kinder wohl eher traumatisieren, als dass sie wirklich ihren Spaß dabei hätten. Als Familienfilm ist "Jurassic World" somit auf keinen Fall geeignet. Wer allerdings das nötige Alter hat, Dinos mag, ein wenig Ekel verträgt und sich von spannenden Filmen begeistern lässt, sollte sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Für Fans des Originals ist der Soundtrack noch ein besonderer Leckerbissen, denn es wurde die damalige Titelmelodie verwendet, die einen in alte Zeiten zurückversetzt einfach toll.

Fazit

14 Jahre nach dem dritten Teil hat man sich nun dazu entschlossen mit "Jurassic World" einen Nachfolger der erfolgreichen Dino-Reihe in die Kinos zu bringen. Eine mehr als würdige Fortsetzung, die auf ganzer Linie überzeugen kann und besonders in 3D ein absoluter Augenschmaus ist. Wäre der Handlungsverlauf etwas weniger klischeelastig und vorhersehbar, würde es auch die volle Punktzahl geben, doch so muss ein Pünktchen leider abgezogen werden. Doch das macht den Film auf keinen Fall schlechter. Der Gang ins Kino ist ein absolutes Muss.

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Sanny Binder - myFanbase
11.06.2015

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