Bewertung: 6
Steven Quale

Storm Hunters

Keine Ruhe vor dem Sturm

Foto: Copyright: 2014 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.
© 2014 Warner Bros. Ent. Alle Rechte vorbehalten.

Inhalt

Als eines Nachts in der Kleinstadt Silverton ein Tornado diverse Jugendliche in den Tod reißt, erahnen die Sturm- und Wetterprofis eine noch größere herannahende Katastrophe. Schwere Unwetter könnten weitere sehr heftige Tornados ergeben, was die Stadtbewohner in immense Gefahr bringen würde. Der Chef der Sturmjäger, Pete (Matt Walsh), wartet sehnsüchtig auf das Ereignis, um eine sehr lukrative Dokumentation umzusetzen, da das Geld knapp wurde. Für Sturmforscherin Allison (Sarah Wayne Callies) macht dagegen die viele Arbeit ihr Mutterdasein schwer, da sie ihre Tochter kaum noch sieht, doch sie wird nun mehr denn je gebraucht.

Der Schuldirekter Gary Morris (Richard Armitage) bereitet sich währenddessen auf die Abschlussfeier der Schule vor, wozu er seine beiden Söhne beauftragt, Videoaufnahmen zu machen. Das Vater-Sohn-Verhältnis ist jedoch nicht das Beste. Dazu besteht ein Interessenskonflikt, da der zweite Sohn Donnie lieber Kaitlyn (Alycia Debnam-Carey) daten möchte und einen Ausflug mit ihr startet. Doch diese Sorgen sind schnell nebensächlich, denn die angekündigte Katastrophe tritt ein, und alle Leute in Silverton bangen um ihr Leben...

Kritik

Es stellt eine positive Überraschung dar, dass es tatsächlich ein neuer Tornado-Film mit dem Film-Klassiker "Twister" aufnehmen kann. Jener erwähnte Streifen zählt insgesamt zu einem der erfolgreichsten der 90er-Jahre und verpasste dem Katastrophenfilm-Genre einen ordentlichen Schub. Doch sämtliche Nachfolger, die das faszinierende Naturereignis Tornado thematisieren, sind recht schwach von der Umsetzung. Ich hätte wirklich nicht erwartet, dass "Storm Hunters" so gut werden würde, was ich hauptsächlich der Effektarbeit zuordne. Die inszenierten Tornados wirken sehr realistisch und sorgen für ordentliche Spannung im Film, treten häufig in Erscheinung und bereiten sogar Gänsehaut, da man sich durch die eingebrachten Kameraaufnahme-Aktionen der Charaktere, inmitten des Szenarios wiederfindet. Dazu bekommt man reizvolle Bilder vor Augen geführt, die einen froh sein lassen, nicht selbst live vor einem Tornado zu stehen.

Häufig kommt es in Katastrophenfilmen vor, dass die Story selbst weniger überzeugend ist. "Storm Hunters" ist bezogen darauf aber annehmbar ausgefallen. Dem Film hätte es jedoch besser getan, die Situation der Sturmjäger, mehr in den Fokus zu rücken und mehr zu vertiefen. Deren Motivation zum Risiko, die Arbeit selbst und ebenso das Verhältnis der Charaktere zueinander, wird zu ungenau thematisiert. Es sind auch zu viele Sturmjäger zu sehen, die charakterlich recht oberflächlich gezeichnet sind. In manchen der Szenen ist man dann recht verdutzt, wenn ein Kollege vom Tornado weggefegt wird, und es die anderen kaum bewegt. Oder dann sehr plötzlich die Schuldzuweisungen kommen, was man dann als Zuschauer weniger nachvollziehen kann.

Dagegen kommt die Situation mit Donnie und dessen Wunsch-Freundin in der Fabrik zu viel zur Geltung. Dazu etwas zu künstlich dramatisch, da die Charaktere einem noch zu unbekannt sind. Da fühlt man als Zuschauer kaum mit, als sich die beiden im verschütteten Zustand, äußerst emotional per Kamera verabschieden. Zumal man den weiteren Storyverlauf vorausahnt. Derweil ist es schon dramatisch genug, wenn eine ganze Stadt von zerstörerischen Tornados überfallen wird. Dessen gezeigte Auswirkungen und die Kommentare der Charaktere zur Situation empfinde ich als gelungen. Es regt zum Nachdenken an, wie man selbst handeln und sich dazu äußern würde.

Die Charaktere bleiben den gesamten Film über zu blass, um zu sagen, welcher davon richtig Eindruck hinterlassen konnte. Der aus "Der Hobbit" bekannte Schauspieler Richard Armitage kann in der eindimensional wirkenden Rolle des Gary Morris, sein Potential nicht zelebrieren. Cool sind die Sprüche von Trey Morris, der von Nathan Kress sympathisch dargestellt wird. Matt Walsh entfacht unterdessen mit der Figur Pete, durch sein sehr egoistisches Verhalten, etwas die Wut des Zuschauers.

Fazit

Wenn man nicht allzu sehr Wert auf gut inszenierte Charakterarbeit legt und dazu nicht erwartet von einer überaus innovativen Story mitgerissen zu werden, dann kann einen der Film "Storm Hunters" nicht enttäuschen. Die gut inszenierten Tornado-Szenen, die nicht spärlich eingebracht wurden, sind unheimlich realistisch umgesetzt. Sehr viel Action, Spannung und zeitweise ein effektiv hohes Tempo machen diesen Streifen zum würdigen Nachfolger des 90er-Filmhits "Twister".

Samuel W. - myFanbase
23.08.2014

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