Bewertung: 5
Steven Brill

Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern!

Awesome night. Epic aftermath.

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Inhalt

Die News-Moderatorin Meghan Miles (Elizabeth Banks) versinkt ihren Kummer in Alkohol, als ihr Verlobter mit ihr Schluss macht und der Traumjob bei einem landesweiten TV-Sender an einen anderen Bewerber geht. Nach einer durchzechten Nacht mit ihren Freundinnen Rose (Gillian Jacobs) und Denise (Sarah Wright Olsen) erwacht sie prompt neben dem gutaussehenden Gordon (James Marsden). Auf diesen Schock folgt der Nächste: Ihr Traumjob ist wieder frei und sie muss so schnell wie möglich zum Sender. Doch in dem aufreizenden gelben Kleid, den High Heels und ohne Papiere, Geld und Auto gestaltet sich Los Angeles im Morgengrauen zu einem Spießroutenlauf.

Kritik

Ich habe mich schon auf das Schlimmste gefasst gemacht, als ich gelesen hatte, dass kein Geringerer als Steven Brill das Drehbuch und auch noch die Regie für "Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern!" übernehmen würde. Eben jener, der für den Katastrophenfilm "Movie 43" verantwortlich war. Die gute Nachricht ist, dass "Mädelsabend" nicht annähernd so schlecht ist wie "Movie 43", aber auch nicht an den ersten Teil von "Hangover" herankommt.

Denn nach den ersten zehn Minuten des Films muss man unvermeidliche Parallelen zwischen diesem Film und "Hangover" ziehen. Meghan befindet sich angetrunken in irgendeinem Stadtteil ohne Geld oder Auto und hat auch noch Zeitdruck, rechtzeitig zu ihrem Sender zu erscheinen. Also stürzt sie sich Hals über Kopf mit High Heels und ihrem gelben Kleid in eine abenteuerliche Nacht durch halb Los Angeles.

Leider wirkt die Handlung viel zu konstruiert und Meghan kommt nicht immer schlau rüber, wenn sie sich aus einer brenzligen Situation befreien möchte. Stattdessen schafft sie es, sich noch einen Ticken tiefer in den Schlamassel zu stürzen, was auf der einen Seite schon witzig ist, auf der anderen Seite aber Meghan nicht gerade als starken Charakter ins rechte Licht rückt. Es dauert auch eine Weile, bis man mit Elizabeth Banks und ihrer Darstellung als Meghan zurechtkommt. Tatsächlich wird sie im Laufe des Films immer tollpatschiger, aber auch sympathischer. Banks gibt vollen Körpereinsatz und liefert eine One-Woman-Show ab. Schauspielerisch gibt die Rolle nicht viel her, aber sie punktet mit Charme und Situationskomik. Ihr männlicher Schauspielkollege James Marsden kommt dagegen kaum an und dient nur als Love-Interest, der am Anfang und am Ende zu seiner Screentime kommt. Von einer Liebesgeschichte kann man kaum sprechen. Besser so, denn hätte man dieser Storyline mehr Zeit gegeben, wäre sie womöglich noch kitschiger geworden.

"Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern!" ist eine typische Kitschkomödie nach altbewährtem Muster. Viele derbe Witze, Kleinganoven, die mit Drogen dealen, Schwierigkeiten mit dem Gesetz und viele weitere Peinlichkeiten, die Meghan in dieser Nacht über sich ergehen lassen muss, ziehen sich durch den Film. Ein bis zwei Gags bringen zum Lachen, ein paar zum Schmunzeln, aber der Biss fehlt. Leerlauf gibt es nie, denn dafür schlittert Meghan zu schnell von einen Desaster ins nächste. Immerhin kurzweilig ist der Film. "Mädelsabend - Nüchtern zu schüchtern!" ist kein Griff ins Klo, aber auch weit entfernt von einer intelligenten Komödie. Das Ziel, einen Abend lang zu unterhalten, erfüllt der Film aber.

Fazit

Für einen locker-lustigen Mädelsabend ist dieser Film ideal, aber den Kopf sollte man lieber dabei ausschalten und sich nicht zu viel von dieser seichten Abendunterhaltung erhoffen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
21.07.2014

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