Bewertung: 7
McG

3 Days to Kill

"Good or bad, when you work for the agency, it becomes your whole life."

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Inhalt

Eigentlich wollte Secret-Service Agent Ethan Renner (Kevin Costner) schon längst aus dem Geschäft aussteigen und mehr Zeit mit seiner Tochter Zooey (Hailee Steinfeld) verbringen, deren Kindheit er völlig verpasst hat. Doch dann erfährt er, dass er todkrank ist und ihm höchstens drei Monate bleiben. Da taucht plötzlich die Agentin Vivi (Amber Heard) auf und bietet ihm einen riskanten Job an. Als Gegenleistung verspricht sie ihm ein Heilmittel, der sein Leben verlängern könnte. Verzweifelt nimmt Ethan das Angebot an und damit bleiben ihm drei Tage, den gefährlichen Terroristen namens "Der Wolf" zu eliminieren. Als seine Ex-Frau Christine (Connie Nielsen) aus beruflichen Gründen verreisen muss, hat Ethan auch noch seine Teenagertochter an der Backe.

Kritik

Luc Besson meldet sich nach der eher bescheidenen Actionkomödie "Malavita - The Family" zurück zumindest als Drehbuchautor. In Zusammenarbeit mit Regisseur McG ("Das gibt Ärger") bleibt er seinem Genre treu: den Actionfilmen. Doch diesmal ist der Mix zwischen Action, Drama und Komödie gelungen.

Einen großen Teil verdankt die Crew ihrem Hauptdarsteller. Kevin Costner ist natürlich ein begnadeter Schauspieler und auch wenn seine Rolle schon so sympathisch wie nur möglich ausgelegt wurde, so gibt er seinem Charakter das gewisse Etwas. Er überzeugt als kompromissloser Agent ebenso sehr wie als hilfloser Vater, der sein Familienlieben wieder in Ordnung bringen möchte. Beide Seiten kauft man Costner zu hundert Prozent ab, was der Storyline zugute kommt. So fiebert man natürlich mit Ethan mit und hofft, dass er doch noch überleben mag. Mit Kevin Costner hat man die ideale Besetzung für Ethan Renner gefunden. Amber Heard spielt im Grunde ihre Paraderolle als verführerische Draufgängerin und kommt nicht ansatzweise an Costners Leinwandpräsenz heran. Eine etwas charismatischere Schauspielerin hätte definitiv mehr aus dieser Rolle machen können. Am liebsten sieht man Costner daher im Zusammenspiel mit Hailee Steinfeld als seine Tochter und Connie Nielson als dessen Ehefrau.

Denn genau die verzwickte Familiensituation der Renners gibt dem Film die benötigte Wärme und zieht die Zuschauer auf seine Seite. Wenn Ethan verzweifelt versucht, seiner Tochter ein passabler Vater zu sein und ihr das lila Fahrrad aufzwingen will, bringt das nicht nur amüsante, sondern auch herzerwärmende Szenen mit sich. In solchen Momenten rückt die Agentenstory in den Hintergrund und macht Platz für rührende Vater/Tocher-Szenen. Und genau solche Momente bringen Tiefe in den Film. Dadurch hebt sich "3 Days to Kill" von übrigen Agententhrillern ab.

Die Gratwanderung zwischen dramatischen, humorvollen und actionreichen Szenen ist geglückt. Denn auch letztere haben es in sich. In höchst realistisch inszenierten Schusswechseln, Verfolgungsszenen und Schlagabtauschen kommen Actionfans auf ihre Kosten. Dabei zieht "3 Days to Kill" nicht alle Register, sondern legt Wert auf kleine, aber feine Duelle statt großen Explosionen. Die Storyline ist dennoch spannend, zumal man bis zum Ende nicht weiß, wer der Handlanger des Albino ist und ob es Ethan gesundheitlich überhaupt schafft, die Mission zu überleben. Die Handlung hätte vielleicht einen Tick komplexer oder raffinierter sein können, aber der sympathische Held Ethan Renner lenkt von der stereotypischen Handlung ab.

Das Tolle an diesem Film ist tatsächlich, dass der Showdown bis zum Ende ungewiss ist und man nicht sicher sagen kann, ob Ethan überlebt oder nicht. In dem zugegebenermaßen etwas kitschigen Showdown, der die zweite Hälfte des Films nicht ganz so überzeugend wirken lässt wie die erste, gibt es dennoch sehenswerte Action in einer stimmigen Atmosphäre. Letztlich geht der Film unglaublich schnell vorbei, macht Spaß und ist überraschenderweise ein gelungener Mix aus verschiedenen Genrebereichen.

Fazit

"3 Days to Kill" wartet überraschenderweise mit Komik, Drama und Action auf und verbindet alle drei Elemente gekonnt miteinander, was nicht zuletzt am überaus sympathischen Protagonisten und dessen turbulentem Familienleben liegt.

Tanya Sarikaya - myFanbase
28.05.2014

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