Bewertung: 4
Rob Hedden

Küssen verboten! - Honeymoon mit Hindernissen

You may not kiss the bride.

Foto: Copyright: 2014 Tiberius Film
© 2014 Tiberius Film

Inhalt

Früher träumte Bryan (Dave Annable) von einer seriösen Karriere als Profifotograf. Heute verdient er seinen Lebensunterhalt, indem er Haustiere in albernen Kostümen ablichtet. Obendrein muss er sich den aufdringlichen Avancen seiner Assistentin Tonya (Mena Suvari) erwehren. Auch Bryans unkonventionelle Mutter (Kathy Bates) ist ihm nur eine geringfügige Hilfe. Da verändert ein verunglückter Auftrag alles: Nachdem die Katze einer Klientin schwer verletzt wird, sieht deren Mann, der kroatische Mafiosi Vadik Nikitin (Ken Davitian), seine Chance gekommen. Er zwingt Bryan zur Ehe mit seiner Tochter Masha (Katharine McPhee), damit diese eine Green Card erhält. Zur unerwarteten Freude des Angetrauten, entpuppt sich Masha als ebenso schön wie liebenswürdig. Dumm nur, dass Vadiks rechte Hand Brick (Vinnie Jones) glaubt, er sei in Wahrheit der Richtige für die Gangster-Tochter. Doch nicht nur er, sondern auch zwei Agenten der Einwanderungsbehörde (Kevin Dunn, Howard Bishop) folgen dem Paar in die arrangierten Flitterwochen nach Hawaii…

Kritik

Die Formel der romantischen Komödie lässt sich leicht auf einen Nenner bringen: Boy meets girl. Entscheidend sind in diesem Genre weder psychologisch ausgefeilte Figuren noch besonders clevere Plots, sondern Witz, Charme und einnehmende Darsteller. Treffen die letztgenannten Punkte zu, so kann der Zuschauer kleinere Mängel locker verzeihen. Nur, "Küssen verboten! – Honeymoon mit Hindernissen" bietet in all seiner Belanglosigkeit und Albernheit nicht viel mehr als die Möglichkeit, ein paar Mal müde zu lächeln.

Der abstruse Charakter der Geschichte stört nicht weiter. Das Fehlen gelungener Pointen dagegen schmerzt. Dem Humor mangelt es an jeder Subtilität. Stattdessen wird auf Übertreibung gesetzt, was dazu führt, dass es Inszenierung und Drehbuch an Charme vermissen lassen. Vor einem solchen sprüht dagegen Katharine McPhee. Die ehemalige "American Idol"-Teilnehmerin (sie belegte bei der Casting-Show 2006 den zweiten Platz) erweist sich dank ihrer zauberhaften Ausstrahlung als einzig wahre Stärke der missglückten Romantikkomödie. Und zugegeben, die Chemie zwischen ihr und dem solide spielenden Co-Star Annable ("Brothers & Sisters") stimmt. In den wenigen ruhigen Szenen, die das Paar gemeinsam zeigen, deutet der Film sein ursprüngliches Potenzial an.

Während McPhee und Annable die Sympathien des Publikums sicher sein können, liefern sich in den Nebenrollen Mena Suvari und Rob Schneider ein Duell darum, welche der von ihnen verkörperten Figuren die größere Nervensäge ist. Schuld an diesem Missstand sind weniger die betreffenden Schauspieler selbst (auch wenn ihre Leistung nur ganz knapp den durchschnittlichen Standard einhält), sondern vielmehr das Skript des Regisseurs Rob Hedden. Oscarpreisträgerin Kathy Bates, ohne Zweifel die talentierteste aller Beteiligten, ist merklich unterfordert. Man fragt sich ohnehin, was eine Schauspielerin ihrer Klasse in einem solchen Film zu suchen hat.

Fazit

Auch wenn die charmante Katharine McPhee die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert und der Cast durch eine hochkarätige Actrice wie Kathy Bates aufgewertet wird: "Küssen verboten! – Honeymoon mit Hindernissen" enttäuscht als Liebeskomödie. Statt spritzigem Humor wartet der Film mit flachen Gags und viel Leerlauf vor grandioser Landschaftskulisse auf.

Maren Langos - myFanbase
20.01.2014

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