Bewertung: 6
Eric Darnell, Tom McGrath & Conrad Vernon

Madagascar 3 - Flucht durch Europa

"Um nach Hause zu kommen, lassen wir uns was einfallen, das alle aus den Socken haut."

Foto: Copyright: Paramount Home Entertainment Germany GmbH
© Paramount Home Entertainment Germany GmbH

Inhalt

Der Löwe Alex, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und das Nilpferd Gloria sitzen in Afrika fest. Die Pinguine und Affen machen sich auf nach Monte Carlo und versprechen, auch die ungewöhnliche Vierertruppe nachzuholen und in ihre Heimat New York zu bringen. Schon bald merken die Tiere jedoch, dass die treulosen Freunde nicht vorhaben, zurück zu kommen und so machen sie sich selbst auf den Weg nach Monte Carlo. Kaum dort angekommen ist ihnen auch schon die bösartige Chefin des monegassischen Tierfängerdienstes und leidenschaftliche Tierkopfsammlerin Chantel DuBois auf ihren Fersen. Ihnen gelingt die Flucht und zur Tarnung schließen sie sich einem Wanderzirkus an.

Während sich die Verfolgungsjagd quer durch Europa fortsetzt, freunden sich die Zirkustiere und die ehemaligen Zoobewohner an. Sie üben gemeinsam eine Vorstellung ein, die den heruntergekommenen Zirkus retten soll. Gleichzeitig hoffen sie, nach einer erfolgreichen Aufführung in London nach New York eingeladen zu werden und so endlich wieder nach Hause zu können...

Kritik

Schriller, lauter, bunter ist wohl das Motto des neuen Animationsfilms aus dem Hause Dreamworks. Dies fällt schon bei den Sprüchen und Gags auf, die auch dieses Mal wieder sehr gelungen sind und Jung und Alt zum Lachen bringen. Natürlich wird auch nicht auf die Kuscheltier-Taktik verzichtet: So spielen erneut neben den vier Hauptcharakteren auch der etwas trottelige King Julien und seine Lemuren-Freunde eine wichtige Rolle und helfen den Zootieren nicht nur aus so manch brenzliger Situation, sondern sorgen mit ihren niedlichen Auftritten für den ein oder anderen weiblichen Aufschrei.

Die Geschichte ist weitestgehend nachvollziehbar und schön erzählt. Natürlich fehlt auch der moralische Zeigefinger nicht und so lernen die Zuschauer eine Menge über Vertrauen, Freundschaft und Zusammenhalt. Neben den eher kindlicheren und sehr offensichtlichen Witzen und Geschichten verstecken sich natürlich auch wieder etliche Gags, die sich eher an das erwachsene Publikum richten. Besonders gelungen sind z.B. Szenen, in denen durch die clevere Verwendung bekannter Stilmittel Querverweise auf andere Genres gemacht werden. Es hat sich also, was die bisherigen Aspekte angeht, nicht viel geändert. "Madagascar" machtwie eh und je vieles richtig. Doch leider macht der dritte Teil auch einiges falsch.

Insbesondere hinsichtlich der Logik wird das ein oder andere Auge zugekniffen. So kann eine kleine Frau plötzlich durch Steinwände hüpfen, ein debiler riesiger Bär fährt auf einem Babydreirad und ein Tiger springt durch fingerdicke Reifen. Natürlich gehört Übertreibung und auch manch physikalisch eigentlich unmögliche Darstellung bei Trick- und Animationsfilmen dazu, macht manchmal sogar den Charme und Witz aus, entstammen sie doch einer Fabelwelt und einer lebhaften Phantasie. Doch in diesem Fall sind die Produzenten meiner Meinung nach ein wenig zu weit gegangen und haben über die Strenge geschlagen.

Das Gleiche gilt für einige Darstellungen, die einfach nur darauf abzielen, möglichst bunt zu sein und die Schönheit der neuen Computertechnik aufzuzeigen. Insbesondere möchte ich hier die Zirkusaufführung ansprechen. Diese erinnert eher an einen ziemlich abgefahrenen LSD-Trip als an eine Aufführung. Es geht nicht darum, eine Geschichte zu erzählen, sondern Ziel ist es lediglich, diese besonders ansehnlich darzustellen. Das zerstört aber nicht nur wieder auf ein Neues jegliche Logik, sondern sorgt auch dafür, dass empfindlicheren Menschen durchaus schlecht werden kann. An mehreren Stellen hat der Film wohl einfach zu viel gewollt und damit an Qualität verloren.

Auch die Wendungen in der Geschichte kommen oft wahnsinnig plötzlich sind nicht immer nachvollziehbar. Da wird sich lange Zeit mit kleinsten Szenen beschäftigt, die natürlich sehr liebevoll und lustig gestaltet sind, jedoch recht wenig Inhalt beitragen. Und in wenigen Sekunden fallen Entscheidungen, die den gesamten Film beeinflussen. Der Weg zu diesen Entscheidungen wird jedoch teilweise etwas außen vor gelassen. Denn erneut sind beeindruckende Bilder, bunte Farben und tolle Animationen wichtiger.

Fazit

"Madagascar 3" ist auf jeden Fall ein sehr ansehnlicher Animationsfilm. Vor allem jeder, der die ersten beiden Teile gesehen hat und mochte, sollte nicht daran vorbei gehen. Doch hält er insbesondere für älteres Publikum und diejenigen, die Wert auf Story und Charakterentwicklung legen, auch einige enttäuschende Szenen bereit. Nichtsdestotrotz bleibt diese Reihe ein netter Spaß für die ganze Familie.

Janina Funk - myFanbase
04.03.2013

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