Bewertung: 7
Richard Shepard

Mord und Margaritas

"Für einen Attentäter ist er sehr nett."

Inhalt

An einer Hotelbar trifft der seriöse Geschäftsmann Danny (Greg Kinnear) den angetrunkenen, aber auch unterhaltsamen Julian (Pierce Brosnan). Nach ein paar Cocktails freunden sie sich an und Julian lädt Danny am nächsten Tag zu einem Stierkampf ein. Während Danny von seiner Frau Carolyn (Hope Davis) und dem großen Vertrag, welches er in Mexico abzuschließen hofft, erzählt, schweigt Julian um sein Berufsbild. Erst als Danny nachhakt, gibt Julian preis, dass er ein Auftragskiller ist und gerade in einer schweren Krise steckt. Obwohl Danny es ihm zuerst nicht abkauft und nichts mit Mord und Totschlag zu tun haben möchte, hofft Julian auf seine Unterstützung in einem höchst brisanten Fall.

Kritik

Regisseur Richard Shepard ist für seine schwarzen Komödien bekannt und in "Mord und Margaritas" macht er das, was er am besten kann: absurde Geschichten mit teilweise derben Dialogen und eine Menge Wortwitz erzählen - all das in der personifizierten Form des hervorragenden Pierce Brosnan, der wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt. Der Film überrascht positiv, wobei man natürlich nicht alles wörtlich und ernst nehmen sollte.

Trinkend, rauchend und als Frauenaufreißer ist Pierce Brosnan wieder einmal in Bestform zu sehen. Obwohl sein Charakter Julian eiskalt Menschen umlegt, empfindet man Sympathien für ihn und hofft erstaunlicherweise, dass er seinen letzten Auftrag zu Ende bringen kann. Mit viel Charme und Humor nimmt Brosnan seinem Charakter das Gefährliche und macht aus ihm einen Menschen mit einem etwas ungewöhnlichen Beruf. Auch Auftragsmörder haben eben eine Midlife-Crises, die sie nur durch Aussprache und mit Hilfe von guten Freunden lösen können. Der naive Geschäftsmann Danny ist natürlich das komplette Gegenteil von Julian, was zwischen dem ungleichen Duo für noch mehr Witz und Abwechslung sorgt. Die ungleiche Männerfreundschaft ist wirklich toll anzusehen und sorgt für unglaublich lustige Szenen und clevere Wortgefechte. Geschickt wickelt Julian Danny um den Finger und zieht ihn immer weiter in die düstere Welt der Auftragskiller hinein.

Auch wenn man am Anfang nicht ganz versteht, welche Richtung der Film einschlägt, wir man spätestens ab der zweiten Hälfte schlau aus dem Film. "Mord und Maragritas" wird zunehmend spannender und durch Flashbacks kann man sich auf einige Überraschungsmomente gefasst machen. Auch Dannys Ehefrau Carolyn bekommt man häufiger zu sehen und aus dem Duo entwickelt sich kurzzeitig ein Trio mit gewaltigem Wortwitz und amüsanten Szenen im Wohnzimmer.

Richtig glaubhaft ist die ganze Geschichte zwar nicht gerade und die dramatischen, fast sogar melancholischen Szenen können im Gegensatz zu den lustigen nicht überzeugen, aber darüber kann man hinwegsehen. Die schöne Location in Spanien, erfrischende Cocktails und zwei tolle Hauptdarsteller machen aus "Mord und Maragritas" eine nette und abwechslungsreiche Unterhaltung unter all den Mainstream-Komödien.

Fazit

"Mord und Margaritas" ist eine erfrischend lustige schwarze Komödie, die sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber viel Charme, Humor und das Überraschungsmoment auf seiner Seite hat.

Tanya Sarikaya - myFanbase
05.02.2013

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