Bewertung: 4
Mabrouk El Mechri

Cold Light of Day, The

Instinct is his greatest weapon.

Foto: Copyright: 2012 Concorde Filmverleih GmbH
© 2012 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Das geplante Familientreffen in Madrid kommt Geschäftsmann Will (Henry Cavill) mehr als unpassend. Seine Firma steht vor dem Bankrott und das Verhältnis zu seinem Vater Martin (Bruce Willis) ist angespannt. Der einwöchige Segelurlaub soll die Familie Shaw näher zusammenbringen. Als Will in Madrid nach den Einkäufen zurück an Bord geht, ist alles verwüstet und keine Spur von seiner Familie. Sofort wendet sich Will an die Polizei, die ihn aber plötzlich angreift. Sein Vater Martin kann ihn gerade noch retten und sie fliehen. Dann packt er endlich mit der Wahrheit aus: Martin arbeitet für die CIA und Entführer haben Wills Mutter, Bruder und dessen Freundin gekidnappt, um sie gegen den Inhalt eines Aktenkoffers einzutauschen. Die CIA-Agentin Carrack (Sigourney Weaver) scheint darin verwickelt zu sein und bevor sich Will versieht, wird er von ihr und anderen korrupten Leuten durch Madrid gejagt.

Kritik

Auf den Hollywooddurchbruch muss sich Mabrouk El Mechri noch gedulden. Mit dem Actionthriller "The Cold Light of Day" konnte der Regisseur jedenfalls keinerlei Akzente setzen, sondern verfällt in einen stereotypischen Geheimagentenfilm ohne Wiedererkennungswert.

Immerhin gelang es El Mechri auf wundersameWeise Stars wie Bruce Willis, Sigourney Weaver und Henry Cavill mit an Bord zu ziehen. Die drei Hauptdarsteller waren wohl von der Action angetan, anders ist die Verpflichtung von Willis und Weaver nicht zu erklären. Fans von Bruce Willis werden jedenfalls enttäuscht sein, denn sein Auftritt schien im Trailer größer zu sein als er tatsächlich ist. Ohne viel von der ohnehin überraschungsarmen Handlung verraten zu wollen, sollte man ohne Vorfreude auf Willis' Part an diesen Film herangehen. Weaver mimt die klassische böse Kontrahentin des Helds und macht ihre Sache, so weit es das Drehbuch erlaubt, ganz passabel. Ihre Schauspielkünste wurden dank den platten Dialogen aber bei weitem nicht ausgeschöpft. Dagegen wurde Joseph Mawles ("Game of Thrones") Talent völlig in die Luft geschossen. Newcomer Henry Cavill ("Krieg der Götter") überzeugt physisch mehr als schauspielerisch, aber auch ihm wird die Chance nicht gegeben, mehr als nur den hetzenden und mit der Waffe fuchtelnden Amateurspion zu zeigen.

Am liebsten würde man hier nacheinander folgende Actionsequenzen ohne viel Gerede sehen, denn die einfallslosen Dialoge, die aus zig verschiedenen Actionfilmen zusammengepuzzelt zu sein scheinen, machen das Bisschen an Handlung zunichte. Demzufolge muss zu den Charakteren nicht mehr viel gesagt werden. Man fiebert kaum mit Hauptcharakter Will mit und seine Reaktion auf die Entführung und seine Befreiungsaktionen lassen den Zuschauer ziemlich kalt. Das sind keine guten Voraussetzungen für einen packenden Actionthriller, aber "The Cold Light of Day" gehört auch nicht zu jener Kategorie. Am Ende des Films hat man das Gefühl, von so wenig Inhalt an der Nase herumgeführt zu werden. Es gibt keinen Clou, der Film endet so plötzlich, wie er angefangen hat und der Kampf um den silbernen Aktenkoffer zwischen korrupten Agenten und Terroristen, der in Madrid ausgefochten wird, scheint zu simpel und an den Haaren herbeigezogen.

Einzig und allein die Tatsache, dass es diesmal keine kitschige Liebesgeschichte gibt und man wenigstens ein bisschen Sightseeing durch Madrid bekommt, macht den Film annehmbar. Die richtig guten Actionszenen kann man leider an einer Hand abzählen. Nur die Verfolgungsjagd in den Autos durch Madrid und der Schusswechsel über den Dächern der spanischen Metropole sind unterhaltsam. Der Rest an Actionszenen wird durch verwirrtes Herumrennen und ungezieltes Rumschießen verpuffert.

Fazit

"The Cold Light of Day" eignet sich nur für Fans von Henry Cavill oder Actionfans mit einer hohen Toleranzschwelle und möglichst wenig Ansprüchen bezüglich der Handlung, den Charakteren oder den Dialogen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
31.08.2012

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