Bewertung: 6
Len Wiseman

Total Recall

"Wenn ich nicht ich bin, wer bin ich dann?"

Foto: Copyright: Sony Pictures Releasing GmbH
© Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Ende des 21. Jahrhunderts besteht die Welt aus der "Kolonie", der Arbeiterklasse, die sich der "Vereinigten Föderation von Britannien" unter dem regierenden Kanzler Cohaagen (Bryan Cranston) beugt. Dieser will die Rebellen unter der Führung von Matthias (Bill Nighy) niederschlagen. Der einfache Fabrikarbeiter Douglas (Colin Farrell) führt ein bescheidenes Leben mit seiner Frau Lori (Kate Beckinsale). Als er aber immer wieder denselben Traum hat, in dem er an der Seite einer mysteriösen Frau verfolgt wird, lässt er sich auf "Rekall" ein. Die Traumfabrik verspricht, schöne Erinnerungen ins Gedächtnis einzupflanzen.

Kurz bevor Douglas sich einen Traum als Geheimagent wünscht, geht etwas schief und die Polizei bricht ein. Douglas kann sie mit seiner ungeahnten Kampftechnik töten. Zuhause greift Lori ihn plötzlich and und verrät ihm, dass er ein Agent ist, dessen Erinnerungen gelöscht wurden. Douglas kann ihr knapp entkommen und begegnet der Rebellin Melina (Jessica Biel), die mehr zu wissen scheint.

Kritik

"Total Recall" ist das Remake zu dem mehrfach ausgezeichneten Science-Fiction-Film "Die totale Erinnerung - Total Recall" mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle des Douglas Quaid. Der Film aus dem Jahr 1990 bekam zwar gemischte Kritik, gewann aber den Saturn Award als bester Film und wurde für die besten Toneffekte sogar für den Oscar nominiert.

Mit Len Wiseman hat man einen nicht unerfahrenen Regisseur für das Remake verpflichtet. Wiseman konnte mit "Stirb langsam 4.0" und der "Underworld"-Reihe auf sich aufmerksam machen und war von Kate Beckinsales und Bill Nighys Schauspiel- und Actionkünsten begeistert, so dass er beide für eine weitere gemeinsame Arbeit für "Total Recall" verpflichtete. Der Cast setzt sich also aus fähigen Actionhelden zusammen, denn Jessica Biel ist aus "Blade: Trinity" für Stunts geschult und Colin Farrell zeigte in "Der Einsatz" seine Actionfähigkeiten als Doppelagent. Alle drei Hauptdarsteller überzeugen mit viel Sexappeal in coolen Verfolgungsjagden durch eine High-Tech-Welt und explosiven Schusswechseln. Ihre Charaktere sind jedoch sehr eindimensional und so berührt weder das Liebesdreieck, noch werden die tieferen Gefühle der Charaktere näher gebracht. Ansatzweise gelingt es Farrell- seinem Charakter die Verwirrtheit und die Suche nach einer Identität mehr Ausdruck zu verleihen, aber die ruhigen Szenen werden kontinuierlich durch die Actionszenen unterbrochen.

Das ist es aber, was der Film den Zuschauern bieten möchte: Action, Action und noch mehr Action. Mit einem coolen Zukunftsszenario als Kulisse, modernster High-Tech und weltraumähnlichen Städten lässt "Total Recall" alles abschießen, was nicht niet- und nagelfest ist. Manchmal wirken die Actionszenen zwar aneinandergereiht, aber müde wird man durch das Spektakel nicht. Das Remake ist ein hundertprozentiger Actionfilm mit Science-Fiction-Elementen, der das Adrenalin in die Höhe schießen lässt und der zu keiner Minute langweilig ist.

Inhaltlich hätte man sich aber vielleicht mehr erhofft. Die spannenden Anfangsminuten mit der plötzlichen Identitätskrise von Douglas und dem Angriff seiner langjährigen Frau auf ihn hatten den Anschein geweckt, dass in der Story noch irgendein Twist oder etwas Schockierendes passiert. Doch nachdem Douglas erkennt, dass er manipuliert wurde und auf der falschen Seite steht, macht die Handlung Platz für die Action und die Story rückt zunehmend in den Hintergrund. Man hätte auch deutlicher die Verzwicktheit zwischen Traum und Realität zeigen können, denn letztendlich gab es nur eine wirklich packende Szene, die den Zuschauer im Dunkeln tappen lies.

Um die volle Punktzahl zu erreichen, hätte "Total Recall" wesentlich mehr in die Story und Charaktere investieren müssen. Bei einem Actionfilm, der als Hauptziel Unterhaltung nach Mainstreamkino bieten möchte, ist das jedoch nur selten der Fall. "Total Recall" erfüllt immerhin seinen Zweck und lässt es 118 Minuten lang ordentlich krachen.

Fazit

Für einen Actionabend ist der Film perfekt geeignet. "Total Recall" ist was fürs Auge und beeindruckt mit toller Optik und actionreichen Effekten. Ansprüche an die Handlung sollte man aber nicht haben, sondern sich zurücklehnen, Kopf ausschalten und drei coole Hauptdarsteller bei unzähligen Stunts beobachten.

Tanya Sarikaya - myFanbase
27.08.2012

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