Bewertung: 5
Nicholas Stoller

Fast verheiratet

"This is your wedding! You will only get a few of these!"

Foto: Copyright: 2012 Universal Pictures Germany
© 2012 Universal Pictures Germany

Inhalt

Sous-Chef Tom (Jason Segel) und Freundin Violet (Emily Blunt), frischgebackene Doktorin der Psychologie, wollen heiraten. Und das nach gerade mal einem Jahr trauter Zweisamkeit.

Aber wenn es passt, passt es eben, denken sich beide, und beginnen prompt mit der Planung ihrer ultimativen Traumhochzeit. Bis plötzlich ein bedeutsamer Brief der University of Michigan in das heimelige Liebesnest eintrudelt und für einige Verwirrung sorgt. Violet erhält eine auf zwei Jahre befristete Stelle an der Universität, um an sozialpsychologischen Studien mitzuwirken. Ein tolle Chance und einmalige Gelegenheit, wäre da nicht Toms Festanstellung in einem Szenerestaurant in San Francisco. Aber was tut man nicht alles für die Liebe. Tom gibt seinen Job auf, um mit seiner Verlobten ins frostige Michigan zu ziehen.

Die Hochzeit wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Natürlich nur, bis sich der erste Staub gelegt hat. Oder doch nicht?

Kritik

Wartest du noch oder heiratest du schon?

Es soll sie tatsächlich noch geben, irgendwo auf der Welt, wenn auch vom Aussterben bedroht: Anspruchsvolle und charakterstarke romantische Komödien. An diesen Mythos mag man glauben oder nicht, unumstrittener Fakt ist aber in jedem Fall, dass das Grundkonzept der Romantic Comedy immer noch aufgeht. Das weiß wohl auch "How I Met Your Mother"-Zögling Jason Segel, der sich hier nicht nur in schauspielerischer Pole-Position, sondern auch als Schreiberling ausgetobt hat. Und das muss man ihm lassen, er (sowie Co-Autor und Regisseur Nicholas Stoller) machen das Beste draus - aus einer ohnehin schon nicht so originellen Story mit berechenbarem Ende.

Einige Male kann einem der Film sehr wohl ein Lachen aufs Gesicht zaubern, vor allem angesichts der komischen Gestalten, die in der winterlichen Eiswüste von Michigan herumlaufen. Genauso positiv zu erwähnen ist die Chemie der beiden Hauptdarsteller, die eindeutig stimmt. Schade, dass Segel und Blunt sich nicht in anderer cineastischer Konstellation getroffen haben.

Mein größtes Problem mit "Fast verheiratet" ist die filmische Umsetzung der Storyline. Einige Szenen fallen vollkommen aus dem Konzept, wirken wie von einem Außenstehenden wahllos montiert. Wahrscheinlich wollten hier die Herren Segel und Stoller aber einfach nur möglichst viele komische Ideen in einem einzigen Film verbauen. Aber genau jene Zeit fehlt in der eigentlichen Kern-Story und lässt die Entwicklung der Charaktere und ihrer vorehelichen Probleme sprunghaft wirken. Daher kommen Tom und seine Violet, eigentlich sympathische Figuren, dem Zuschauer nicht wirklich näher und bei ihrem vorhersehbaren Trennungs-Versöhnungs-Marathon kann kaum jemand mit ihnen weinen. Außerdem hat der Film mit knapp zwei Stunden für sein Genre fast schon Überlänge und findet auch inhaltlich leider einfach kein Ende.

Letztlich sitzt man wie die Familien der beiden nur noch auf glühenden Kohlen und fragt sich: Wird das jetzt heute noch was mit dem heiraten? "Fast Verheiratet" ist also ganz sicher nicht die Verkörperung jener verwunschenen Super-RomCom und auch nicht so smart wie der Trailer verspricht. Für einen lockeren Kino- oder DVD-Abend mit Freunden reicht der Film in jedem Fall aus und kann hier in manchen Momenten sogar richtig Spaß machen.

Fazit

Eine kleine inhaltliche Frage quälte mich den ganzen Film über: Schließen sich heiraten und umziehen eigentlich gegenseitig aus? Ach ja, dann wäre der Film ja viel zu schnell vorbei gewesen. In diesem Sinne: verbesserungswürdig!

Vinona Wicht - myFanbase
14.07.2012

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