Bewertung: 7
Asger Leth

Ein riskanter Plan

"Today's the day, that everything changes. One way or another."

Foto: Copyright: 2012 Concorde Filmverleih GmbH
© 2012 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Sträfling Nick Cassidy (Sam Worthington) ist vor einem Monat aus dem Gefängnis ausgebrochen und checkt im Anzug unter dem Namen Walker in einem Hotel ein. In seinem Zimmer öffnet er das Fenster und steht plötzlich auf dem Sims. Die Polizei wird alarmiert, die Zuschauer versammeln sich auf der Straße und Psychologin Lydia Mercer (Elizabeth Banks) setzt alles daran, um den Selbstmörder vom Sims zu holen. Doch bald wird Mercer klar, dass Cassidy nicht vorhat, sich in den Tod stürzen, ganz im Gegenteil. Durch den riskanten Plan möchte er seine Unschuld beweisen.

Kritik

"Ein riskanter Plan" verzichtet auf eine lange Einleitung: Nach zwei Minuten steht ein Mann auf dem Sims eines meterhohen Hochhauses und droht zu springen. Schon ist man mittendrin und gefesselt von der Handlung. Und die ist ganz und gar nicht durchschaubar. Der Trailer hat glücklicherweise nicht viel verraten und man braucht eine ganze Weile, um herauszufinden, worum es sich bei dieser waghalsigen Aktion tatsächlich dreht.

Die Handlung ist enorm spannend und das Tempo, das man in den Anfangsminuten hinlegt, wird auch die ganze Zeit über durchgehalten. Die anfänglichen Bedenken, dass der Film durch ein- und dieselben Bilder auf Dauer etwas ermüdend sein könnte, sind völlig unbegründet. Der Rückblick kommt genau an der richtigen Stelle, die Kamera fängt die Bilder perfekt ein und Newcomerregisseur Asger Leth beweist hier ein glückliches Händchen zum ultimativen Nervenkitzel, welcher durch die Darsteller noch in die Höhe getrieben wird.

Sam Worthington, der trotz oder eben wegen seiner Höhenangst einen glaubwürdigen Eindruck macht, ist die ideale Besetzung. Zwar sind die Charaktere sehr stereotypisch, aber letztlich erfüllen sie alle ihren Zweck. Noch besser aufgelegt ist aber Jamie Bell, der Worthington schon fast die Show stiehlt. In der Rolle von Nicks Bruder Joey sorgt er nicht nur für den meisten Unterhaltungswert, sondern legt eine richtig gute Performance hin und kurbelt seine Kinokarriere weiter an. Auch Elizabeth Banks hinterlässt einen guten Eindruck, während Ed Harris den typischen Bösewicht verkörpert.

In einem Thriller sollte die Action auch nicht zu kurz kommen und "Ein riskanter Plan" zieht hier alle Register, aber anders, als man glaubt. Die Konkurrenz in der Actionszene ist schließlich groß, um mit immer bombastischeren Effekten den Zuschauern ein Staunen zu entlocken. Deshalb haben sich die Macher dazu entschlossen, sich eben nicht mit großartigen Explosionen zu brüsten und das war genau die richtige Entscheidung. Trotzdem wird die Spannung durch eine wendungsreiche und überraschende Story angezogen und man bekommt Herzrasen, wenn man Nick auf dem Sims hantieren sieht. Die Effekte sind richtig gelungen.

Natürlich könnte man an der ein oder anderen Stelle hinzufügen, dass Logiklöcher vorhanden sind. Wieso Nick diesen komplizierten Weg wählt, wenn es auch einfacher ginge, oder warum die Spezialeinheit ihn nicht schon längst vom Hochhaus runtergeholt hat, lässt Kritiker auffahren. Aber so ist es nun mal bei einem Thriller und besonders bei diesem hier sollte man sich nicht viele Fragen stellen, sondern das Schauspiel genießen. Zudem gibt es einen tollen Seitenhieb gegen die Sensationslust der Zuschauer und der Medien, in Gestalt einer übereifrigen Reporterin, die nach Einschaltquoten giert und für denkwürdige Momente sorgt.

Fazit

"Ein riskanter Plan" trumpft mit starken Bildern, überzeugenden Darstellern und einer adrenalingeladenen Story auf, die sehenswerte Kinounterhaltung bietet. Zurücklehnen und einfach genießen!

Tanya Sarikaya - myFanbase
01.02.2012

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