Bewertung
Gavin Wiesen

Von der Kunst, sich durchzumogeln

"Es gibt so viele wichtigere Dinge, über die ich nachdenken muss, dass ich für Hausaufgaben einfach keine Zeit habe."

Foto: Copyright: 2012 Twentieth Century Fox Home Entertainment
© 2012 Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

George Zinavoy (Freddie Highmore) zeichnet lieber Skizzen in sein Mathebuch, statt die Hausaufgaben zu machen. Der schwer motivierbare Schüler ist im letzten High-School-Jahr und droht durchzufallen. Auch zu Hause verschließt er sich seinen Eltern und lässt die Realität an sich vorbeilaufen. Doch das alles lässt George kalt, denn er weiß nicht, wohin mit seinem Leben. Eines Tages trifft er auf seine Mitschülerin Sally (Emma Roberts). Sie ist fasziniert von seiner Einstellung dem Leben gegenüber und es beginnt eine Freundschaft, von denen beide Tag für Tag dazulernen. Als Georges Gefühle für Sally aber mehr als nur freundschaftlich sind, beginnt eine Lektion in Georges Leben, mit der er nie gerechnet hätte.

Kritik

Irgendwann kommen alle einmal an den Punkt, an dem das Leben sinnlos erscheint. Besonders dem Protagonisten George, der weder in der Schule, noch in seinem Leben einen Sinn erkennt, ergeht es so. Wozu Trigonometrie-Hausaufgaben machen, wenn man eines Tages sowieso sterben muss? Und sollte man sich nicht mehr Gedanken um die globale Erderwärmung statt ums College machen?

Jeder kennt Georges Phase, jeder hat es durchlebt und jeder kann sich von der ersten Minute an in den lustlosen Träumer hineinversetzen. Der große Pluspunkt ist hier sicherlich Kinderstar Freddie Highmore. Man kennt ihn aus Fantasyfilmen wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "Die Geheimnisse der Spiderwicks", doch hier spielt er einen Teenager ohne Perspektive. Ein Kind ist Highmore schon lange nicht mehr und in diesem Film zeigt er einmal mehr, wie viel Talent in ihm steckt und dass er den anspruchsvollen Rollen gewachsen ist.

Die Wandlung, die George durchmacht, ist sehr authentisch dargestellt, aber weniger der Verdienst der Drehbuchautoren. Freddie Highmore ist der Schlüssel des Films und er zeigt sehr anschaulich, wie ein einsamer Mensch, der denkt, dass er allein sein müsste, neuen Lebensmut findet und wieder am Leben teilnimmt. Er fängt an, seine Mitmenschen wahrzunehmen und auch nicht mehr nur in einer Koexistenz mit seinen Eltern zu leben. Wie George Schritt für Schritt aus seinem Schneckenhaus herausgekrochen kommt, ist stets nachvollziehbar und es macht Spaß, dem Schauspiel von Highmore zuzusehen. Zudem ist es toll, dass man Georges Wesen beibehalten und ihn nicht zu sehr zurechtgebogen hat. Highmore verleiht seinem Charakter viel Tiefgang und Georges komplexe Gedanken kann der Jungschauspieler mit nachdenklichen Blicken perfekt unterstreichen. Das war es dann aber auch schon mit der Tiefgründigkeit, denn der Rest des Films kommt einem allzu bekannt vor.

Denn was die Handlung angeht, scheint alles zu vorhersehbar. Schließlich muss der Außenseiter auf den richtigen Pfad kommen und das geht natürlich nur anhand eines anderen Menschen, der ihm den Weg zeigt. Hier kommt Emma Roberts in Spiel, die zwar überzeugt, aber nichts anderes tun muss, als was sie in ihren vorherigen Rollen getan hat: eine hübsche und rebellische Teenagerin spielen, die dem Jungen den Kopf verdreht. Die Romanze, die sich zwischen Sally und George anbahnt, kommt also alles andere als überraschend. Doch die Chemie stimmt durchaus und ihre Liebesgeschichte ist deshalb auch nett mit anzusehen.

Zum Glück wurden ebenso lustige Szenen mit eingebaut, so dass man über die stereotypische Handlung streckenweise hinwegsehen kann. Die Kurzauftritte von Elizabeth Reaser sind besonders amüsant und auch Georges Naturell lässt viele Lacher zu, wodurch die Handlung locker und interessant bleibt. Der Schluss ist ein wenig kitschig geraten, rundet den Film aber relativ gut ab. Außerdem werden viele Szenen durch einen tollen Soundtrack in ein besseres Licht gerückt. Gut unterhalten wird man bei "Von der Kunst, sich durchzumogeln" auf jeden Fall, dank einem brillanten Hauptdarsteller und seinem liebenswürdigen Charakter.

Fazit

"Von der Kunst, sich durchzumogeln" ist eine kurzweilige und unterhaltsame Romanze, doch wenn es in die Tiefe geht, kann nur Freddie Highmore mit seinem Hauptcharakter George überzeugen.

Tanya Sarikaya - myFanbase
21.01.2012

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