Bewertung: 6
Ruben Fleischer

30 Minuten oder weniger

"Dein Auto ist echt scheiße! Das ist so als ob du dir einen Mustang kaufst, der dann AIDS bekommt."

Foto: Copyright: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Nick (Jesse Eisenberg) hat ein einfach gestricktes Leben. Er arbeitet für eine Pizzeria, die damit wirbt, dass die Pizza innerhalb von 30 Minuten ankommt. Dementsprechend ist Nick schnell unterwegs. Zu seinen Freunden zählt er den stellvertretenden Lehrer Chet (Aziz Ansari) und dessen Schwester Kate (Dilshad Vadsaria). Im selben Ort lebt der verwöhnte Dwayne (Danny McBride), der von dem gewonnen Geld seines Vaters, dem "Major" (Fred Ward), gemeinsam mit seinem Freund Travis (Nick Swardson) eine ruhige Kugel schiebt und am liebsten ihre Zeit in Tanzlokalen oder dem örtlichen Schrottplatz verbringen. Der Weg dieser beiden Freundeskreise kreuzt sich, als Dwayne entschließt, seinen Vater ermorden zu lassen, um schnellstmöglich an das Erbe zu kommen.

Kritik

Der Regisseur Ruben Fleischer war vor zwei Jahren zuständig für den Geheimtipp "Zombieland", welcher insbesondere durch seine außergewöhnliche Komik, als auch den tollen Darstellern punkten konnte. Damals wie jetzt hat Fleischer einen der wenigen erfolgreichen jungen Schauspieler Hollywoods als Hauptdarsteller gewinnen können. Es ist kein anderer als der Zuckerberg-Darsteller Jesse Eisenberg ("The Social Network"), der wohl eindeutig denselben Sinn für Humor aufweist wie der Regisseur selbst. Jung, frisch, obszön, böse. Dass Eisenberg gut in diese Rolle passt, liegt wohl an seinem äußerst jugendlichen Gesicht, obwohl dieser tatsächlich 28 Jahre alt ist.

Flotte Sprüche fallen schnell und oft in diesem Film, und die Storyline ist mehr als skurril, und doch unterhaltsam. Außerdem könnte manch einer den Film anstoßend finden, da er nicht mit wenig weiblichen Reizen spielt und diese auch oft genug in Szene stellt. Hierbei sollte angemerkt werden, dass das Sitzenbleiben bis zum Ende des Abspannes wieder einmal lohnt. Wer außerdem den faulen Ed aus der vorletzten Staffel der Serie "Scrubs" vermisst hat, kann den dazugehörigen Schauspieler Aziz Ansari ("Parks and Recreation") endlich wieder in voller Aktion sehen. Die beiden kleinen Kerle agieren wunderbar zusammen. Ein wenig tollpatschig und unerfahren, dafür grandios.

Hinzu kommt ein gut zusammengestellter Soundtrack und ein mehr als ordentlicher Kinosound. Durch die abgedrehten einzelnen Momente und dem Auftritt von Michael Peña ("Der Mandant") zur großen Überraschung bietet der Film, gute, wenn auch sehr kurzweiliges, Unterhaltung, deren Ernsthaftigkeit und Seriosität wohl niemand bezweifeln wird. Dieser Film spricht nämlich auch ein sehr ernsthaftes Thema an, das den Zuschauer zum Denken anregt und mehr als nur als Sozialkritik abgestempelt werden kann... Wobei, nein, dieser Film streckt nicht einmal den moralischen Finger aus.

Fazit

"30 Minuten oder weniger" ist eine zeitlose und sozialunkritische Komödie, welche selbst in einem diktatorischen Land wie dem des Kim Jong-Il gezeigt werden könnte. 83 Minuten seichte Unterhaltung ohne viel Mitdenken zu müssen entschädigt auf jeden Fall den Einkaufspreis.

Ignat Kress - myFanbase
02.11.2011

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