Bewertung: 3
David Bowers

Gregs Tagebuch 2 - Gibt's Probleme?

"You'll always be my brother, but you'll never be my friend."

Foto: Copyright: 20th Century Fox
© 20th Century Fox

Inhalt

Die sechste Klasse ist überstanden, die Ferien vorbei und so müssen sich Greg (Zachary Gordon) und seine Freunde durch ein neues Schuljahr kämpfen. Da gibt es auch noch seinen älteren Bruder Rodrick (Devon Bostick), der ihn rund um die Uhr schikaniert. Dabei wollen ihre Eltern, dass sie sich endlich versöhnen und wie echte Brüder verhalten. Doch Rodrick hat Greg sein Tagebuch geklaut, in dem er all seine peinlichen Erlebnisse während den Sommerferien festgehalten hat. Und die hübsche Mitschülerin Holly (Peyton List) sorgt ebenfalls für viel Trubel bei Greg.

Kritik

Schon der erste Teil des erfolgreichen Kinderbuchs rund um Gregs Abenteuer war kein Hit, aber konnte ganz gut und vor allem das jüngere Publikum unterhalten. Doch das genügt dem Stab, ein Jahr nach "Greg's Tagebuch - Von Idioten umzingelt" eine Fortsetzung in die Kinos zu bringen. Dabei hätte man sich lieber etwas Zeit lassen und zumindest das Drehbuch überarbeiten sollen.

Während im ersten Teil die zahlreichen Klischees funktionierten, kann man das diesmal leider nicht behaupten. Es wird zu viel vom ersten Teil abgeguckt, so dass man die Gags so oder so ähnlich schon mal gesehen hat. Es versagen auch nicht alle lustigen Szenen, aber es sind genug, um den Gesamteindruck zu trüben. Für das jüngere Publikum sollte das jedoch das geringste Problem sein. Es scheitert viel mehr an der Handlung, besser gesagt einer schlechten Charakterdarstellung.

Im ersten Teil konnte man Greg und seine Freunde noch gut verstehen. Ihre Probleme waren ihrem Alter gerecht und jeder konnte sich in sie hineinversetzen. Jetzt möchte man Greg wie einen Erwachsenen sprechen und handeln lassen und so deutlich machen, dass er sich seit dem ersten Teil weiterentwickelt hat. Dabei ist das im Anbetracht seines Alters nicht erheblich, ob er nun elf oder zwölf Jahre alt ist. Auch der Wechsel von der sechsten in die siebte Klasse ist kein weltbewegender Schritt, wird aber von den Machern groß aufgebauscht. Schon im Vorgänger war Gregs Charakter ein wenig überklug und zu erwachsen, was man aber durch abwechslungsreiche Erlebnisse wett machen konnte. Nun interessiert sich Greg für Mädchen und die erste Liebe, was nicht unbedingt von akuter Bedeutung für das Zielpublikum ist und auch nicht durch eine tolle Handlung überspielt werden kann.

Immerhin kann die nette Nebenstory im Gegensatz zu Gregs Liebesproblemen überzeugen. Gregs Bruder Rodrick, der im ersten Teil nur wenig zu sehen war, spielt nun im zweiten Teil eine wesentlich größere Rolle. So muss es natürlich zu Streitereien kommen, die nett anzusehen und stellenweise recht lustig sind. Rodrick verhält sich eben so, wie man es aus Gregs Sicht erwarten durfte. Dass beide am Ende etwas in Sachen Bruderzusammenhalt gelernt haben, war schlichtweg abzusehen und überrascht nicht. Mann kann den Darstellern aber keinen Vorwurf machen, denn vor allem Zachary Gordon kann gegen seinen unglaubwürdigen Charakterwandel nichts ausrichten. Leider kommt Robert Caprons liebenswürdiger Rowley, der in Teil 1 für tolle Szenen sorgte, durch Bosticks Auftritte viel zu kurz.

Einen dritten Teil braucht es daher wohl wirklich nicht. Trotzdem wäre es nicht verwunderlich, wenn eine weitere Fortsetzung im Kommen wäre. Für wenig Aufwand im Zusammenhang mit kommerziellem Gewinn tut man im Filmgeschäft doch fast alles.

Fazit

Einmal mehr wird durch "Greg's Tagebuch 2 Gibt's Probleme?" bestätigt, dass der zweite Teil nicht im Ansatz an den ersten Teil herankommt und wegen dem schlechten Drehbuch auf der Strecke bleibt.

Tanya Sarikaya - myFanbase
15.07.2011

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