Bewertung: 7
Thor Freudenthal

Gregs Tagebuch - Von Idioten umzingelt!

Eines Tages bin ich reich und berühmt, aber momentan bin ich von Idioten umzingelt.

Foto: Copyright: 2010 Twentieth Century Fox
© 2010 Twentieth Century Fox

Inhalt

Greg Heffley (Zachary Gordon) geht das erste Jahr auf die Middle School und lernt eine ganz neue Welt kennen. In der Schule ist er ein Niemand und bis auf seinen einzigen Freund Rowley (Robert Capron) ist er auf sich allein gestellt. Um einen Eintrag im Jahresbuch zu ergattern und somit zu den Besten und Beliebtesten in der Schule zu gehören, würde Greg alles tun. Aber es ist gar nicht so leicht, besondere Talente zu zeigen. Noch dazu gilt Rowley als "uncool" und auch seine Familie und insbesondere sein Bruder Rodrick (Devon Bostick) zeigen wenig Aufmerksamkeit. Für Greg ist eines klar: ein ganz neues Image muss her!

Kritik

Nach dem gleichnamigen illustrierten Kinderbuch von Jeff Kinney stellt "Gregs Tagebuch Von Idioten umzingelt!" den unangenehmen Schultag des elfjährigen Greg Heffley in der Middle School dar. Zwar basiert die Vorlage für den Film auf einem Kinderbuch und Schulkinder haben dementsprechend die meiste Screentime, aber das heißt noch lange nicht, dass der Film zu kindisch oder schlecht ist.

Die ganze Story dreht sich zwar nur um den Schuljungen Greg, aber jeder war mal in der Schule und hat die ein oder andere unangenehme Erfahrung machen müssen. Jeder Zuschauer kann sich ohne Mühe in die Lage des jungen Helden hineinversetzen und seine Gefühle verstehen, egal, ob man schon erwachsen ist oder gerade Gregs Phase durchlebt. Doch leider kommt Greg so rüber, als wollte er zwanghaft erwachsen sein und gibt sich nur mit seinen uncoolen Freunden ab, damit er nicht allein ist. Sein krampfhafter Versuch, bei seinen Mitschülern beliebt zu sein, missglückt immer wieder. Stattdessen schafft es Rupert, durch seinen "Sei du selbst"-Tipp abzuheben und Greg lernt am Ende, was eigentlich jeder schon wusste: Durch Verstellen wird man nicht beliebter. Diese Tatsache macht es leider schwer, Greg vollkommen ins Herz zu schließen. Doch da er nun mal die Hauptfigur ist und alles aus seiner Sicht beschrieben wird, bekommt er hin und wieder doch Sympathiepunkte, vor allem, da er sich nicht unterkriegen lässt und man in einigen Szenen sogar Mitleid mit ihm hat.

Sicherlich lebt der Film durch seine Hauptdarsteller, vor allem durch den großartigen Zachary Gordon. Mit gerade einmal zwölf Jahren kann er eine lange Filmographie aufweisen, spielte schon in Hitserien wie "24 - Twenty Four" oder "How I Met Your Mother" mit, und kann seinen Charakter Greg grandios darstellen. Er lebt die Figur förmlich aus und vermittelt das sehr gut auf der Leinwand. Man darf gespannt sein, wie seine Schauspielkarriere weiter verläuft, aber das wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass wir ihn in einer Hauptrolle sehen. Auch die übrigen Kinderstars geben ihr Bestes und spielen die erwachsenen Schauspieler wie Steve Zahn an die Wand. Mit dem Cast hat man hier jedenfalls alles richtig gemacht.

Letztendlich sprechen die lustigen Szenen für sich. Zwar greift man auch hier in den Klischeetopf, aber es funktioniert. Dafür sind die Dialoge, die Greg mit seinem Umfeld führt, lustig anzusehen und entlocken auch viele Lacher. An Ideenreichtum mangelt es den Drehbuchautoren jedenfalls nicht, denn die Story geht flott voran und Greg stolpert von einem Schulerlebnis ins Nächste, wobei man nie weiß, was auf ihn zukommt. Abwechselnd und spannend ist die Handlung also schon, doch auch hier steht wieder ein großes Aber. Denn leider geht man wieder zu sehr auf eigentümliche Schulklischees ein, wie zum Beispiel die typische Klassifizierung von Schülern in die Freaks, Prügeljungs, Sportler etc. Auch in der Cafeteria hat jeder Schüler seinen bestimmten Platz und grenzt sich von den anderen "Gruppen" ab. Genau an diesem Punkt verliert man das ältere Publikum, die sich auf Grund der vielen Klischees nicht auf den Film einlassen wollen. Doch für Ernsthaftigkeiten ist in dieser Komödie leider kein Platz.

Fazit

Eine gute und amüsante Komödie, die nicht perfekt, aber mit einfachen Mitteln, ein wenig Selbstironie und vielen Klischees bestickt ist, so dass "Gregs Tagebuch Von Idioten umzingelt" für das jüngere Publikum geeigneter ist.

Tanya Sarikaya - myFanbase
20.09.2010

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