Bewertung: 6
John Kent Harrison

Crossroads: A Story of Forgiveness

Sein Verlangen war Gerechtigkeit.
Seine Reise brachte Vergebung.

Nach einer wahren Begebenheit.

Foto: Copyright: Paramount Pictures
© Paramount Pictures

Inhalt

Bei einem furchtbaren Autounfall verliert Familienvater Bruce Murakami (Dean Cain) Frau und Tochter. Erst aus dem Fernsehen erfahren er und seine Söhne Josh (Ryan Kennedy) und Brody (Landon Liboiron) von einem Zeugen, der aussagt, unmittelbar vor dem Unglück ein Straßenrennen beobachtet zu haben. Von Josh aufgefordert, die Wahrheit herauszufinden, wird Bruce von nun an alle Hebel in Bewegung zu setzen, um den Verantwortlichen für sein fahrlässiges Verhalten vor Gericht zu bringen. Tatsächlich erreicht die von Bruce engagierte, hartnäckige Anwältin Erin (Peri Gilpin) eine Anklage wegen zweifachen Mordes. Zunächst von dem Wunsch nach Gerechtigkeit, ja Rache, getrieben, kommen Bruce schließlich Zweifel auf. Will er wirklich, dass der erst 19-jährige, die Tat ehrlich bereuende Justin Gutierrez (Shiloh Fernandez) die nächsten 30 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbringt? Oder ließe sich möglicherweise gar aus der geschehenen, nicht rückgängig zu machenden Tragödie etwas Gutes schaffen?

Kritik

"Safe Teen Driver" heißt die von Bruce Murakami und Justin Gutierrez ins Leben gerufene, gemeinnützige Organisation, welche es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Zahl derjenigen, die durch einen Verkehrsunfall sterben, zu verringern. Noch immer treten die beiden gemeinsam an Schulen auf, um vor jungen Leuten über ein verantwortungsbewusstes Fahrverhalten zu sprechen. Zudem arbeitet Mr Murakami mit Verkehrsopfern und ihren Familien, wobei auch Kontakt zum betreffenden Unfallverursacher vermittelt wird. Die Hintergrundgeschichte um die Gründung "Safe Teen Driver" ist wirklich beachtlich, denn indem er Justin vergab und beschloss, mit ihm zum Wohle anderer zusammenzuarbeiten, hat Mr Murakami wahre menschliche Größe bewiesen.

Behutsam nähert sich das gelungene Drehbuch der Trauer der Protagonisten. Das TV-Drama von 2007 ist gänzlich frei von Kitsch und übertriebener Melodramatik. Es beinhaltet einige starke Szenen und versucht sich in einer differenzierten Darstellung der verschiedenen Konflikte. Zum einen das belastete Verhältnis zwischen Bruce und Brody, die es einfach nicht schaffen, durch ein vernünftiges Gespräch einander zu verstehen. Schon vor dem Tod seiner Lieben hat der beschäftigte Bauleiter gar nicht gemerkt, wie wichtig es seinem musikbegabten 15-jährigen Sohn ist, ihm seine Kompositionen vorzustellen. Jetzt, nach dem Unglück, flüchtet sich Brody gänzlich in die Musik und entfremdet sich noch weiter vom Vater. Der andere Konflikt betrifft natürlich Bruce und Justin, der selbst nicht weiß, wie er je mit dem, was geschah, leben soll.

Das zentrale Problem von "Crossroads" ist ausgerechnet sein Hauptdarsteller. Dean Cain, bekannt als Titelfigur der US-Serie "Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark" ( mit "Desperate Housewives"-Star Teri Hatcher als Lois Lane), besitzt einfach nicht die schauspielerischer Tiefe, um die Gefühle des Witwers nuanciert genug zum Ausdruck zu bringen und somit auch den Film zu tragen. Man kann nur vermuten, wie viel mehr Intensivität und emotionale Wirkung das Drama mit einem anderen Darsteller hätte erreichen können. Überzeugen können dagegen die Nebendarsteller Peri Gilpin, Ryan Kennedy und Julie Warner als gute Freundin der Familie. Am meisten jedoch fallen Shiloh Fernandez und ganz besonders Landon Liboiron durch ihre weit überdurchschnittliche Leistung auf.

Fazit

Behutsam erzählte, wahre Geschichte um Schuld und Vergebung. In den Nebenrollen gut besetzt krankt die Intensivität des nachdenklich stimmenden Dramas am überforderten Hauptdarsteller.

Maren Langos - myFanbase
09.03.2011

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