Bewertung: 7
Greg Mottola

Paul - Ein Alien auf der Flucht

"Ein Alien mit drei Titten... abgefahren."

Foto: Copyright: 2011 Universal Pictures Germany
© 2011 Universal Pictures Germany

Inhalt

Die letzten 60 Jahre wurde ein besserwisserischer Alien names Paul in einem Hochsicherheitstrakt des Militärs gehalten, wo er den Führern der Welt seine Weisheiten und sein Wissen weiter gegeben hat. Aber als Paul angefangen hat, sich Sorgen um sein Leben zu machen, da die Menschen keine Verwendung mehr durch sein Wissen erhalten können, sondern nur noch durch seinen Körper selbst, beschließt er, aus Area 51 zu fliehen. Bei der Flucht verhilft ihm ein Angestellter der Militärbasis.

Auf der Flucht trifft Paul auf die beiden Erdlinge Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost), welche nach dem Besuch der Comic Con eine Reise durch die USA begonnen haben, und nun Paul bei der weiteren Flucht helfen. Die Flucht gestaltet sich im Laufe der Zeit mehr zu einem Roadtrip, wo sie sowohl die gottesfürchtige Ruth Buggs (Kristen Wiig) aufreißen, als auch den US-Geheimdienst auf sich ziehen.

Kritik

Das britische Duo Nick Frost und Simon Pegg sind nach "Hot Fuzz" endlich wieder zurück. Es sind immerhin schon mehr als drei Jahre, die seitdem zurück liegen. Dieses Mal präsentieren sie sich aber nicht im guten alten England, wie es auch schon in "Shaun of the Dead" der Fall war, sondern in der ehemaligen Kolonie - den Vereinigten Staaten. Und wie zeigen sie sich? Ebenso nerdy wie schon in den beiden genannten Filmen, nur mit dem Unterschied, dass sie eben Nerds spielen. Eben jene, für die dieser Film konzipiert worden ist. All jene, die nicht den leisesten Hauch eines Interesses für Science Fiction verspüren, werden nur bedingt Spaß an dieser pointenreichen Komik finden.

Die Vorbereitungen für diesen Film haben, nicht wie zu vermuten ist, nach "Hot Fuzz" stattgefunden, sondern schon einige Jahre zuvor. Um genauer zu sein nach Vollendung von "Shaun of the Dead", als sich der Schauspieler Simon Pegg darüber aufgeregt hat, es sei in England zu nass. Er würde doch stattdessen lieber in einer Gegend einen Film drehen, wo kontinuierlich die Sonne scheint, wie in einer Wüste. Nur kurze Zeit später stellte ihm der Produzent Nira Park die Frage, warum er denn nicht mal ein Skript für einen solchen Film vorlegt. Dies geschah dann auch, lediglich eine kurze Szene, doch die reichte aus, um aus einer spontanen Idee einen Film zu machen, die aus der Feder von Simon Pegg und Nick Frost stammt. Letzterer spielt ironischerweise in "Paul - Ein Alien auf der Flucht" einen nicht sehr erfolgreichen Autor.

Jetzt - 2011 - wird Paul den Zuschauern vorgestellt, ein schmächtiger, bisexueller Klugscheißer, der nur eines möchte, nach Hause. Ähnelt natürlich in Ansätzen an ET, und selbst wenn, dann ist es gewollt. Anders als in vielen Science-Fiction-Parodien oder Komödien werden die Nerds beziehungsweise die Anhänger dieses Genres nicht lächerlich dargestellt, sondern sie werden vielmehr hochgepriesen, da diese eben doch für viele Erfolge in der Filmindustrie verantwortlich sind.

Letztlich ist "Paul" ohne Frage witzig geworden, und eben nicht nur der Alien selbst, sondern der gesamte Film. Dafür sind in vielerlei Hinsicht die gut eingebauten Gags verantwortlich, das Drehbuch und die Schauspieler. Dummerweise schützt das den Film nicht davor, dass er keine Maßstäbe für andere Produktionen setzt und nach kurzer Zeit wieder in die Vergessenheit gerät. Mehr als eine kurzzeitige Unterhaltung ist aus diesem Film nicht zu holen.

Fazit

Eine Sci-Fi-Roadtripkomödie, die mit viel Elan, engagierten Schauspielern und vielen Überraschungen auftrumpfen und so den Zuschauer über die gesamte Spielzeit zufriedenstellen kann.

Ignat Kress - myFanbase
23.02.2011

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