Bewertung: 7
Til Schweiger

Kokowääh

"Ich kann mit Kindern nicht umgehen. Ich kann sie noch nicht mal leiden."

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Inhalt

Es könnte der berufliche Durchbruch von Henry (Til Schweiger) werden. Der bislang eher erfolglose Drehbuchautor von "Der Förster vom Spreewald" soll nach der Absetzung der Serie nun gemeinsam mit seiner Ex-Freundin Katharina (Jasmin Gerat) deren erfolgreichen Roman, der auf seiner Idee beruht, zu einem Drehbuch machen. Henry weiß nicht ganz, was er davon halten soll, sagt aber zu und verspricht Disziplin bei der Sache.

Doch dann taucht auf einmal Magdalena (Emma Schweiger) vor der Tür von Henry auf. Von einem Brief erfährt er, dass sie seine Tochter ist, die bei einem One-Night-Stand vor acht Jahren entstand. Magdalena selber weiß davon jedoch nichts, glaubt sie doch immer noch, Tristan (Samuel Finzi) sei ihr Vater. Der jedoch ist verletzt und gedemütigt von der Tatsache, acht Jahre lang eine uneheliche Tochter großgezogen zu haben. Also bleibt Magdalena erst einmal bei Henry, der erst im Laufe der Zeit bemerkt, was es bedeutet Vater und damit verantwortlich für ein Kind zu sein...

Kritik

Wenn es einem Mann in Deutschland gelungen ist, erfolgreiches Kino zu machen, dann ist dies wohl Til Schweiger. Obwohl immer umstritten und nicht immer die größten Kritikerlieblinge, waren seine Kinohits "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" wochenlang auf Platz 1 der Kinocharts. Neben ihm ist dies wohl nur noch Michael Bully Herbig im deutschsprachigen Film gelungen.

Nun soll auch "Kokowääh" zu solchem Erfolg führen, bevor im Dezember der dritte Teil der "Keinohrhasen"-Reihe die Kinos erobert. Dabei schrieb Schweiger wieder das Drehbuch, führte Regie und ist als Hauptdarsteller zu sehen. Das Thema Patchwork-Familien scheint dem selbst geschiedenen Schweiger dabei besonders am Herzen zu liegen, ist doch vor allem diese Hauptstoryline wunderbar einfühlsam und realistisch geschrieben. Neben diesem Geflecht aus der großartigen Vater-Tochter-Beziehung und der Identifikation mit einem Vater enthält der Film natürlich auch noch eine Liebes-Storyline und diverse kleine Nebengeschichten. Dabei ist auffällig, dass die meisten dieser Nebenfiguren dann wieder dafür eingesetzt werden, sich selber lächerlich zu machen und für Lacher zu sorgen. Und obwohl der Film als Gesamtes einen leicht komödiantischen Ton trifft und einen durchaus auch amüsiert, so sind es dann doch immer wieder emotionale Szenen, die einen berühren und zu Herzen gehen. Genau diese Mischung ist auch schon in den Vorgängerfilmen eine große Stärke von Schweiger gewesen, die er auch dieses Mal wieder ausnutzen kann. So schreibt er sich auch selber die besten Szenen auf den Leib, hat er doch als Drehbuchautor für sich selber das beste Gespür dafür, was er zu Spielen bereit ist und was eben nicht.

Auch die zweite Hauptdarstellerin im Film kennt Schweiger selber sehr gut. Seine Tochter Emma, die den erwachsenen Schauspielern schon in "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" als süßes Kindergartenkind die Show stahl, macht dies nun als Hauptdarstellerin noch besser. Dabei weiß Schweiger ganz genau, wie er seine kleine blonde Tochter so ablichten lässt, damit ganz Deutschland in ein einvernehmliches "Aahh – wie süß!" ausbricht. Mit süßen Zöpfchen, frechen Sprüchen und flippigen Klamotten ist Emma das Highlight des Films, scheint sie doch weniger eine Rolle zu spielen, als sich selbst darzustellen. Dabei sieht man ihr doch den Spaß an der Sache immer wieder an und glaubt an die Vorstellung, dass es der kleinen Tochter Emma tatsächlich viel Spaß gemacht hat, die Sommerferien mit ihrem Vater vor der Kamera zu verbringen. Die Chemie von Vater und Tochter ist ein weiteres Highlight und wunderbar anzusehen.

Neben den beiden Schweigers zeigt auch Jasmin Gerat nach langer Abwesenheit wieder einmal ihr Schauspielkönnen. Obwohl ihre Rolle keine großen Herausforderungen an die Schauspielerin stellt, so spielt sie solide und gut. Viel besser ist jedoch Samuel Finzi, der den Mann spielt, der acht Jahre lang geglaubt hat, der Vater der entzückenden Magdalena zu sein. Den Schmerz, die Trauer und das innere Zerwürfnis ist ihm dabei anzusehen. Gerade jedoch in den Szenen zusammen mit der kleinen Emma Schweiger überzeugt er.

Fazit

Gerade die Hauptstoryline rund um die kleine Magdalena und ihre zwei Väter ist wahrlich gelungen. Til Schweiger zeigt hier einmal mehr, dass er es durchaus drauf hat, einen guten Film zu schreiben und umzusetzen. Die Nebengeschichten überzeugen oftmals zwar nicht so sehr, schaffen es aber, den guten Eindruck der Hauptgeschichte nicht zu zerstören.

Eva Klose - myFanbase
13.02.2011

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