Bewertung: 4
Steve Antin

Burlesque

It takes a LEGEND... to make a STAR!

Foto: Copyright: 2011 Sony Pictures Releasing GmbH
© 2011 Sony Pictures Releasing GmbH

Inhalt

Ali Rose (Christina Aguilera) hat einen Traum: Sie möchte ihr unbedeutendes Leben als Kellnerin in einer Kleinstadt hinter sich lassen und in Los Angeles als Sängerin und Tänzerin arbeiten. Eines Tages entschließt sie sich, diesen Traum wahr werden zu lassen und zieht nach L.A. Dort wird sie auf einen Burlesque-Club aufmerksam, der sie sofort verzaubert und bei dem sie unbedingt arbeiten will. Doch der Weg vom Mädchen aus der Kleinstadt hinauf auf die große Bühne ist steinig...

Kritik

Man stelle sich einen großen, saftigen, reichlich verzierten Schokoladenkuchen vor. Einen, der so wunderschön und einladend aussieht, dass man gar nicht anders kann, als sich sofort auf diesen zu werfen, um ihn mit Genuss zu verzehren. Doch nach der Hälfte merkt man plötzlich, wie einem langsam übel wird, dass der Schokokuchen vom Äußeren betrachtet doch viel mehr versprach als einen Zuckerschock und ein schlechtes Gewissen. Man merkt, dass der Kuchen jetzt, da man ihn probiert und sein Inneres gesehen hat, seinen Reiz irgendwie verloren hat.

Genauso verhält es sich mit Christina Aguileras Debüt als Schauspielerin. Vom Äußeren her bunt, laut, schrill und von den Bildern her schön anzusehen. Doch betrachtet man ihn näher, so merkt man schnell, dass es ihm an jedwedem filmischem Nährwert fehlt. Die Story kann als solche eigentlich gar nicht bezeichnet werden, da nur fragmentarisch und eher als Lückenfüller neben den Musiknummern vorhanden. Die Dialoge sind ebenfalls lächerlich klischeehaft, abgedroschen und zusammengesetzt aus altbekannten Floskeln aus Filmen dieses Genres.

Geht man weiter in diesem filmischen Gebäude, so müssen auch einige Worte über die Nebendarsteller verloren werden, die aus vielen altbekannten Seriengesichtern bestehen. Da wäre die bezaubernde Kristen Bell, die hier die böse Konkurrentin von Aguileras Charakter gibt und, damit auch der letzte im Publikum versteht, dass sie die Böse ist, hier mit dunklen Haaren auftritt. Dann treten noch in nicht wirklich nennenswerten Rollen Peter Gallagher, Eric Dane und als Love-Interest Cam Gigandet auf. Schauspielerisch hat in diesem Film eigentlich niemand so richtig was zu tun, zu dünn und oberflächlich wird hier jeder Charakter gezeichnet. Niemand kommt, wenn überhaupt, über eine einzige nennenswerte Charaktereigenschaft hinaus.

Und Aguilera? Schauspielerisch hat auch sie wenig zu tun und das, was sie bewältigen muss, macht sie auch ganz ordentlich, ohne aber nennenswert zu glänzen. Dies tut sie aber in den wirklich guten Gesangseinlagen, in denen sie ihr Können und ihr enormes Talent als Sängerin voll ausspielen kann. Ihre Stimme, die Songs und die Tanzeinlagen sind schon äußerst gut in Szene gesetzt und können überzeugen. Für einen Musikfilm ist das im Grunde schon die halbe Miete, doch leider geht der Film geschlagene zwei Stunden und den Großteil der Zeit muss man sich mit dieser an Abgedroschenheit und Einfallslosigkeit kaum noch zu überbietenden Geschichte herumschlagen, die einfach nur öde ist. Da helfen auch Aguileras Stimme und ein wie immer toller Stanley Tucci in einer Nebenrolle nichts. Auch die ansprechende visuelle Umsetzung täuschen nicht darüber hinweg, dass man es hier mit reiner Augenwischerei zu tun hat. Ein großer Haufen Nichts, schön verpackt.

Fazit

Ein zu süßer, Bauchschmerzen erzeugender Kuchen von einem Film, der in seiner eigenen Kreativlosigkeit und Formelhaftigkeit ertrinkt. Da hilft auch Aguileras grandiose Stimme nicht wirklich, denn wir haben es immer noch mit einem Kinofilm und nicht mit einem Musikvideo zu tun.

Moritz Stock - myFanbase
08.01.2011

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