Bewertung: 8
George Hickenlooper

Casino Jack

Dance dance, everybody dance!

Inhalt

Jack Abramoff (Kevin Spacey) ist einer der größten Lobbyisten in den Vereinigten Staaten. Für ihn zählt nichts mehr als die Beeinflussung der US-amerikanischen Politik zu seinen Gunsten und zu denen seiner Firma und Klienten. Dank seines Einflusses wurde er zu einem sehr reichen Mann, und braucht keine Angst davor zu haben, von irgendjemandem verdrängt zu werden. An seiner Seite hat er immer seine Frau Pam Abramoff (Kelly Preston), die zwar keinen sonderlich großen Einfluss auf seine Vorhaben hat, doch ein wenig die Vernunft bei den beiden ist. Jacks Kollege ist Michael Scanlon (Barry Pepper), er unterstützt ihn in sämtlichen Spekulationen und Verhandlungen. Außerdem genießt Michael das hemmungslose und reiche Leben, welches er Jack zu verdanken hat. Ihre Machenschaften, bei welchen sie immer wieder Politiker beeinflussen und bestechen, gerät ins Wanken, als sie Adam Kidan (John Lovitz) mit ins Boot nehmen. Dieser pflegt in Unwissenheit der beiden Kontakte zur Mafia.

Kritik

Jack Abramoff ist keine erfundene Figur einiger Autoren aus Hollywood. Jack Abramoff ist eine reale Person, die derzeit noch im Gefängnis seine restliche Strafe von sechs Jahren absitzt. Abramoff ist einer der wenigen Personen, die die gehobene Gesellschaft der Vereinigten Staaten von Amerika von der Basis bis zur höchsten Spitze repräsentieren. Nur wozu noch einen Spielfilm über ihn drehen, wenn es schon die Dokumentation "Casino Jack and the United States of Money" aus dem selbigen Jahr gibt? Womöglich deshalb, weil sonst der einfache US-Bürger gar nicht auf die Idee kommen könnte, sich über diese Persönlichkeit Gedanken zu machen. Schließlich sind Bücher und Dokumentationen böse und Spielfilme gut. Bestes Beispiel war Michael Moores "Fahrenheit 9/11", welches in Europa höchste Anerkennung genoss, aber in den Vereinigten Staaten zum größten Teil gemieden wurde.

Nur um jetzt aber sicher zu gehen, dass dieser Film nicht genauso untergeht wie die Dokumentation, wurde ein Ass der Schauspielerriege für die Hauptrolle engagiert. Es ist kein geringerer als Kevin Spacey, der schon in vielen Filmen bewiesen hat, dass er anstandslos die verschiedensten Persönlichkeiten spielen kann, wenn er sich genug Zeit dafür lässt, sich in diese einzubringen. Allein zwischen seiner Rolle in "American Beauty" und "Das Glücksprinzip" liegen große Welten und beide Filme sind wahre Kunstwerke geworden. Dies aber auch nur dank Kevin Spacey. Umso erfreulicher ist es natürlich, dass Spacey zehn Jahre später immer noch so ausgesprochen talentiert in Rollen schlüpfen kann, dass der Zuschauer glatt vergisst, dass er nur ein Schauspieler ist. Beeindruckend in diesem Film sind die Wutausbrüche Abramoffs und das extrem arrogante und zielorientierte Verhalten.

Natürlich ist für einen gelungenen Film auch noch etwas mehr als ein Hauptdarsteller vonnöten. Die Produzenten benötigen natürlich auch gute Nebendarsteller. Mit John Lovitz beispielsweise haben sie einen enormen Spaßfaktor integriert, und durch Barry Pepper, bekannt geworden durch diverse Kriegsfilme, einen erfahrenen Schauspieler, welcher Egomanie genauso gut darstellen kann wie Verzweiflung.

Diese Kombination aus Schauspielern und das teils lustige Drehbuch macht diesen Film äußerst sehenswert, auch wenn er nicht für den Mainstream ausgelegt ist.

Fazit

Am 17. Dezember 2010 kommt Casino Jack in den USA in die Kinos, und es bleibt abzuwarten, wie er sich bei dessen Publikum verkauft. Schade ist nur, dass der deutsche Kinogänger wohl noch lange auf den Film warten muss, da er ausgesprochen sehenswert ist.

Ignat Kress - myFanbase
01.12.2010

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