Bewertung: 9
Mimi Leder

Glücksprinzip, Das

Manchmal kann selbst die einfachste Idee die größten Veränderungen bewirken.

Foto: Copyright: 2002 Universum Film GmbH
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Inhalt

Eine Schulklasse bekommt von ihrem neuen Lehrer Mr. Simonet (Kevin Spacey) eine Aufgabe: sie sollen die Welt verändern und das auch wirklich versuchen. Trevor (Haley Joel Osment), der in dieser siebten Klasse ist, hat die Idee, dass es möglich sein müsste, die Welt zu verändern, indem er drei Menschen glücklich macht und jeder derjenigen wieder drei Menschen glücklich macht. Er fängt bei einem Junkie an, möchte aber auch Mr. Simonet glücklich machen.

Kritik

Die Story von "Das Glücksprinzip" hat mich schon von Anfang an fasziniert. Wenn man in der Wirklichkeit versuchen würde, dieses "Glücksprinzip" umzusetzen, was würde da wohl herauskommen? Im Film klappt das natürlich gut und selbst der Junkie realisiert, dass er so nicht weiter leben kann. Aber ich denke, so wie wahrscheinlich viele Leute, dass so etwas nicht funktionieren würde, da die Menschen in der heutigen Zeit viel zu egoistisch sind und nur nehmen wollen, anstatt zu geben.

Der Film zeigt sehr schön die Probleme und zerrütteten Familienverhältnisse von mehreren Leuten: einmal in der Familie McKinney, in der Arlene, nicht mehr mit ihrem Sohn, Trevor, klar kommt. Außerdem haben Arlene und ihre Mutter Alkoholprobleme. Trevors Mutter schafft es zwar, aus diesem Alkoholsumpf herauszukommen, doch Grace, Trevors Oma, scheint es nur für einige Stunden an Trevors Geburtstag zu schaffen, nüchtern zu bleiben. Auch Ricky McKinney, Trevors Vater, ist alkoholsüchtig und schlägt sogar Arlene.

Als Trevor die Schulaufgabe gestellt bekommt, freundet er sich nach und nach mit seinem Lehrer, Eugene Simonet, an. Trevor versucht, ihn und seine Mutter zusammenzubringen. Nach und nach werden dann auch die Probleme des Lehrers erkennbar. Man hat manchmal vielleicht das Gefühl, dass so ein Lehrer nie unterrichten könnte. Das beschränkt sich aber bei ihm nur aufs Aussehen, denn in Wirklichkeit ist dieser Mann hochintelligent und das auch auf der sozialen Ebene. Dennoch gibt es einige Szenen, wo man merkt, dass er eben auch nur ein Mensch ist. Während einer Sex-Szene zwischen ihm und Arlene sieht sie seinen Körper und man selbst erschrickt im ersten Moment genauso wie Arlene. Jedoch, wenn es solche Menschen wie Arlene, die nicht aufs Aussehen achten, sondern wirklich nur aufs Innere, öfter geben würde, wäre die Welt schon besser dran.

Natürlich gibt es während des Films eine verworrene Liebesgeschichte und man sieht die Probleme, die Beziehungen mit sich bringen können: Lügen und Prügel. Trevor wird am Anfang von seiner Mutter die ganze Zeit belogen, bis sie begreift, dass sie sich ändern muss, da sie selbst ihrem Sohn eine Ohrfeige gegeben hat. Nachdem sie Trevor die Wahrheit über ihre Trunksucht erzählt hat, verändert sich auch ihre Beziehung radikal, denn auf einmal sagen sie sich auch, dass sie sich lieb haben und erzählen sich vieles.

Wieder einmal eine wirklich perfekte Darbietung von Kevin Spacey! Aber auch Haley Joel Osment und Helen Hunt sind dermaßen glaubwürdig, dass man sehr mit ihnen mitfühlt und das während des gesamten Films. Wer bei "Das Glücksprinzip" nicht weint, ist scheinbar herzlos oder versteht den Film nicht. Aber neben den ganzen traurigen Momenten gibt es sogar einige lustige, die man nicht verpassen sollte. Der einzige, der mich bisschen genervt hat, war Jon Bon Jovi als alkoholsüchtiger Vater von Trevor, der für mich nicht überzeugend spielte und auch sonst gar nicht reinpasste.

Fazit

Dieser Film ist ein wahres Meisterwerk, welches leider von der Presse nicht sehr beachtet wurde. Man sollte ihn aber auf jeden Fall anschauen, denn danach wird sich der ein oder andere sicher auch seine Gedanken über die Welt machen. Jeder kann es schaffen, etwas zu verändern und sei es nur etwas Kleines. Also: schon mal Taschentücher bereit legen und sich dann in Ruhe den Film ansehen.

Technische Details

Bildformat: 16:9

Tonformat: Dolby, PAL, Surround Sound

Untertitel: Deutsch (für Hörgeschädigte), Englisch

Specials:
- animierte Haupt- und Kapitelmenüs
- Audiokommentar der Regisseurin Mimi Leder
- Making Of
- Cast & Crew mit Statements
- Trailer und TV-Spots
- Trailershow zu weiteren Filmen
- Produktionsnotizen

Elsa Claus - myFanbase
24.01.2007

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