Bewertung: 6
Pete Travis

Endgame

"Es ist an der Zeit, 'Genug!' zu rufen. Es ist an der Zeit für Sie, zu handeln!"

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Inhalt

Wir schreiben das Jahr 1985, eine entscheidende Zeitperiode für die südafrikanische Geschichte. Der Präsident des Landes, P.W. Botha, muss seine Macht demonstrieren, als der Afrikanische Nationalkongress (ANC) zu den Waffen greift, und somit einen Aufstand im Land verursacht. Der britische Konzern Consolidated Gold fühlt sich verpflichtet, in diesen Konflikt einzugreifen, denn nur in einem stabilen Südafrika können ihre Interessen und wirtschaftlichen Beziehungen am besten vertreten werden.

Der Konzern verpflichtet Michael Young (Jonny Lee Miller), höchster Angestellter für öffentliche Angelegenheiten, einen inoffiziellen Dialog zwischen den beiden verfeindeten Parteien zu eröffnen, und dies an einem geheimen Ort außerhalb der Gewaltaktionen. Er rekrutiert ein Team von brillanten Köpfen, um eine Einigung zu erzielen und zugleich sämtliche Hürden zu beseitigen. Darüber soll dann am Ende entschieden werden. Young erkennt schnell, dass er nur dann Erfolg haben wird, wenn er den ANC-Führer Thabo Mbeki (Chiwetel Ejiofor) mit dem südafrikanischen Philosophen Professor Will Esterhuyse (William Hurt) zusammenbringt.

Kritik

Sehr gut sind noch die Bilder in unseren Köpfen von den glücklichen Südafrikanern, als die Fußballweltmeisterschaft in ihrem Land ausgetragen worden ist, und auch gut in Erinnerung sind uns die Bilder von den Townships hängen geblieben. Dies ist der Beginn eines Dramas, in welchem es um mehr als nur um die Apartheid Südafrikas geht. Es ist der Dreh- und Angelpunkt zwischen zwei Generationen und Kulturen, ein Duell zwischen zwei Generationen von Schauspielkunst.

Dieser Fernsehfilm bedient sich einer Kameraführung, welche in "Syriana" zum ersten Mal perfektioniert wurde, doch eine ausgesprochen gute Leistung wird hier nicht geboten. Teilweise werden dadurch die Nerven des Zuschauers strapaziert. Umso erfreulicher wirken dann hingegen ruhige Situationen, in der über die Zukunft Südafrikas diskutiert wird. Leider wird in meinen Augen zu wenig diskutiert. Die Argumente werden dem Zuschauer immer häppchenweise zugeschmissen, wie einem Löwen sein Mittagessen, was dazu führt, dass die Spannung auf der Strecke bleibt. Die schnellen Szenenwechsel machen dies dann auch nicht gerade besser.

Glücklicherweise wird der Film letztlich von den starken Schauspielern William Hurt und Jonny Lee Miller getragen. Sichtlich schwer fiel es Hurt, einen leicht rassistischen Professor spielen zu müssen, der im Konflikt steht zwischen der Reorganisation seines Vaterlandes, seinem Leben und seiner Familie. Seine jahrelange Erfahrung verhalf ihm letztlich dazu, einen ruhigen, bedächtigen Mann zu figurieren. Ihm gegenüber steht Miller, auch bekannt aus der Fernsehserie "Eli Stone", der trotz seiner "einfachen Rolle" eine fesselnde Darbietung bot. Nicht so überragend, aber dennoch gut, und im Grunde gewohnt, war Chiwetel Ejiofor, welcher zuletzt in "2012" zu sehen war.

Wie anfangs erwähnt, handelt der Film um den Konflikt zweier Kulturen, und anders ausgesprochen zweier Rassen. Im Grunde ist dem weltoffenen Europäer zwar bewusst, wie es auf der Erde zugeht, doch ist es nicht schlecht, hin und wieder das Ganze in Bildern zu sehen, denn nur mit Hilfe solcher wird man wieder wachgerüttelt, oder zumindest daran erinnert, wie es anderswo auf der Welt war und ist. Filmisch betrachtet ist diese Umsetzung etwas Neues, noch nicht wirklich Dagewesenes, literarisch jedoch schon so alt, wie das Austragen von Konflikten an sich.

Fazit

Ein sehenswerter Film für eine "aparte" Zielgruppe, in der einem klar gemacht wird, dass eine Revolution zwar von unten begonnen, aber von elitären Köpfen entschieden wird.

Ignat Kress - myFanbase
10.08.2010

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