Bewertung: 6
Roland Emmerich

2012

We Were Warned.

Foto: Copyright: Sony Pictures Home Entertainment
© Sony Pictures Home Entertainment

Inhalt

Wir schreiben das Jahr 2009 als der amerikanische Wissenschaftler Dr. Adrian Helmsley (Chiwetel Ejiofor) den Weltuntergang innerhalb von nur drei Jahren vorhersagt. Bis zum 21.12.2012 werden Sonneneruptionen von gewaltigem Ausmaß für eine Aufheizung des Erdkerns sorgen, was genau ab diesem Tag zu gewaltigen Erdbeben, Vulkanausbrüchen und anderen Katastrophen führen wird. Die Menschheit wird dies nur schwerlich überleben. Helmsley behält dieses Geheimnis natürlich nicht für sich und nur wenige Tage später ist auch das Weiße Haus und damit der wissenschaftliche Berater des Präsidenten Carl Anheuser (Oliver Platt) eingeweiht. Gemeinsam mit anderen Oberhäuptern der Erde wird ein Plan geschmiedet, der das Überleben der Menschheit sichern soll. Warum aber den Ottonormalbürger retten, wenn man auch gleich die Karten fürs Überleben für viel Geld verkaufen kann? Doch schon frühzeitig, Monate vor dem geplanten Supergau, treten erste Anzeichen der Katastrophe auf. Und bald ist sicher, es wird schneller kommen als gedacht und losgehen wird es im Yellowstone Nationalpark im schönen Wyoming.

Dahin ist just zu dem Zeitpunkt der gescheiterte Buchautor und nun als Chauffeur tätige Jackson Curtis (John Cusack) mit seinen beiden bei seiner Ex-Frau lebenden Kindern Noah (Liam James) und Lilly (Morgan Lily) unterwegs. Auch der Verschwörungsfanatiker Charlie Frost (Woody Harrelson), der ganz fest an den baldigen Untergang der Erde glaubt und Jackson dabei auch noch von dem Plan der Regierung erzählt, befindet sich dort. Jackson glaubt kein Wort und reist mit seinen Kindern bald wieder ab, als es auch in Los Angeles zu ersten Anzeichen der baldigen Katastrophe kommt. Mit einem Flugzeug, seiner Ex-Frau (Amanda Peet) und deren Pilotenlover (Thomas McCarthy) machen sie sich auf, um zu überleben...

Kritik

Es ist wieder soweit, setzt euch hin und festschnallen. Roland Emmerich schlägt wieder zu und stellt mit einem gewaltigen Budget von 200 Millionen US-Dollar alle vorherigen Filme in den Schatten. So sehr wurde die Welt selten zerstört und mit so einem gewaltigen Ausmaß erst recht nicht. Der 21.12.2012 scheint dabei ein gefundenes Fressen zu sein, immerhin sagt der Maya-Kalender genau für diesen Tag den Beginn einer neuen, nach über 3000 Jahre anhaltenden Zeitrechnung voraus. Das alleine ist schon Grund genug für Erfolgsregisseur und Meisterzerstörer Emmerich, es genau an diesem Ende der Zeitrechnung richtig krachen zu lassen. Anders als in anderen Filmen hat es Emmerich sich hier aber komplett gespart, Erklärungen für seinen Weltuntergang zu bieten, denn einfach nur mit Sonneneruptionen und einer Kombination der Sterne lässt sich die Überhitzung des Erdballs wohl nicht erklären. Aber das will Emmerich auch gar nicht. Von Vulkanen, über Überschwemmungen bis hin zu Erdbeben und riesigen Kratern in der Erde will er uns vom Ausmaß der Katastrophe überzeugen.

Da wäre aber noch das große Problem, dass sich immer dann auftut, wenn Roland Emmerich zum Stift greift. Von Charaktertiefe oder gar Charakterentwicklung kann man nicht sprechen und so ist es kein Wunder, dass in puncto Charaktere auch dieser Film mehr als nur vor sich hin dümpelt. Gerade die Hauptfiguren rund um den Wissenschaftler Helmsley und den Familienvater Curtis können zwar mit verhältnismäßig viel Screentime aufwarten, aber irgendwie sind auch sie nicht wirklich verständlich in ihrem Handeln. Mit dem von Oliver Platt verkörperten Anheuser hatte Emmerich wohl vor, eine Art Bösewicht zu erschaffen, der egoistische Ziele verfolgt. Zumindest die egoistischen Ziele lassen sich trotz der vorhandenen Drehbuchtätigkeit nicht verleugnen, aber für Begründungen oder gar Hintergründe einer solchen Einstellung nimmt sich Emmerich keine Zeit. Lieber noch einen LKW in die Luft sprengen.

Für all das können natürlich die Darsteller herzlich wenig, nehmen aber die fehlende Herausforderung dankend an und spielen so wie es für die vorhandene Charaktertiefe wohl normal ist. Man muss Emmerich jedoch zu Gute halten, dass er sich in seinem Film ganz klar und ohne Einschränkungen auf die Zerstörung der Welt, die daraus resultierenden Effekte und eine möglichst tolle Ausarbeitung dieser Effekte konzentriert. Die Charaktere dienen nur dazu, möglichst viele Effekte möglichst schnell zeigen zu können.

Fazit

Ein Budget von 200 Millionen US-Dollar wird hier dem Erdboden gleichgemacht. Dabei ist Emmerich wieder einmal bemüht, möglichst viele Spezialeffekte unterzubringen, was zu vielen Charakteren führt, die allesamt keinen Tiefgang haben. Wer sich jedoch einmal einen langen Kinoabend mit viel Action, ohne große Erklärungen und ohne große Charaktererzählungen machen möchte, ist hier genau richtig.

Eva Klose - myFanbase
21.11.2009

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