Bewertung: 7
Tom Dey

Marmaduke

Sind die Menschen aus dem Haus, tanzen die Hunde auf dem Tisch!

Foto: Copyright: 2010 Twentieth Century Fox
© 2010 Twentieth Century Fox

Inhalt

Die dänische Dogge Marmaduke lebt mit dem Kater Carlos bei Familie Winslow in Kansas. Als Familienvater Phil (Lee Pace) ein Jobangebot in Kalifornien bekommt, beschließt die Familie, dort ein neues Leben zu beginnen. Im ortsansässigen Hundepark muss Marmaduke feststellen, dass es nicht leicht ist, neue Freunde zu finden und ist glücklich, dass ihn Lucy und die anderen zwei Straßenköter aufnehmen. Nachdem er die Colliehündin Beverly kennenlernt, verliebt er sich in sie. Allerdings gehört diese zur Clique der Rassehunde und ist mit dem Alphamännchen Rocco liiert. Um ihr zu imponieren, spielt er den Übercoolen und setzt dabei seine Freundschaft zu Lucy und den anderen aufs Spiel.

Kritik

Bereits bei "Cats and Dogs" und "Ein Schweinchen namens Babe" hatte man bewiesen, dass es gut ankommt, wenn man Tiere zum Leben erweckt und ihnen menschliche Züge verleiht. Bei "Marmaduke" ist es gerade das, was den Charme des Films ausmacht. Der Zuschauer wird Zeuge davon, was Hunde wirklich denken, wenn sie einer Feuerwehr hinterherjaulen oder dass auch eine Hundeparty schuld sein könnte, wenn das Wohnzimmer verwüstet aufgefunden wird, wenn man den Hund zwei Tage alleine lässt. "Marmaduke" spielt mit den typischen Klischees von Hunderassen, so ist die Dogge natürlich tollpatschig, der Collie hochnäsig und die Afghanen nicht sonderlich schlau.

Im Laufe des Filmes merkt der Zuschauer, dass Mensch und Hund mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben. Während Phil für seine Karriere seine Familie vernachlässigt, die Kinder Anschluss in der neuen Schule suchen, lässt Marmaduke seine wahren Freunde hängen, weil er zu den coolen Rassehunden gehören möchte. Also etwas, dass jeder von uns auch schon einmal erlebt hat und gerade das macht den Film so sympathisch, man kann sich mit den Geschehnissen identifizieren. Könnt ihr euch noch daran erinnern, als ihr Teenager wart und mit dem Erwachsenwerden zu kämpfen hattet? Genau das wird hier auf die Hundewelt übertragen.

Neben den eigentlich ernsten Schicksalen von Hund und Mensch wird das Geschehen durch Gags aufgeheitert, die einen einfach zum Lachen bringen. Wer würde sich nicht über eine Dogge amüsieren, die im Ehebett liegt und regelmäßig seine Besitzer mit seinen abgegeben Methangasen beglückt? Doch neben den wohldosierten Witzen bietet der Film auch einiges an Action. Wie bei den früheren Lassie-Filmen bangt man auch hier zwischenzeitlich um das Leben der geliebten Vierbeiner, doch am Ende gibt es natürlich ein Happy-End, sowohl bei den Menschen als auch bei den Hunden.

Die deutschen Synchronsprecher der Hunde wie Christian Ulmen, Bülent Ceylan und Nora Tschirner stehen ihren amerikanischen Sprechern in nichts nach und können durchaus zum Klamauk beitragen. Einzige Frage bleibt dabei allerdings, wieso Katzen immer einen spanischen Akzent bekommen? Hatten wir das bei "Shrek" nicht schon mal gehört?

Übrigens beruht der Film auf einem Zeitungscomic über die Dogge Marmaduke, die erwachsen wird. Die süßen Wauwaus werden wohl nicht nur bei den Kleinen Verzückung auslösen. Positiv ist natürlich, dass weder Dogge noch Rottweiler die typischen Sabberfäden aus dem Mund hängen haben. Einziger Nachteil bei Marmaduke sind seine kupierten Ohren, eine sehr schmerzhafte Verstümmelung, die in Deutschland zum Glück verboten ist.

Fazit

Eine Komödie für die ganze Familie, egal ob Groß oder Klein. Hundeliebhaber werden auf ihre Kosten kommen und vielleicht ihre Hunde besser verstehen lernen. Sicher kein Riesenerfolg, doch mein Herz haben die besten Freunde des Menschen erwärmt. Wenn man davon ausgeht, dass zum Publikum wohl am ehesten Kinder und Hundeliebhaber gehören, dann ist "Marmaduke" absolut empfehlenswert.

Anja Schmidt - myFanbase
01.08.2010

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