Bewertung: 9
Alan Parker

Mississippi Burning Die Wurzel des Hasses

1964. When America was at war with itself.

Foto: Copyright: Twentieth Century Fox Home Entertainment
© Twentieth Century Fox Home Entertainment

Inhalt

Im US-Staat Mississippi werden die zwei FBI-Agenten Ward (Willem Dafoe) und Anderson (Gene Hackman) beauftragt, einen Mordfall zu lösen. Es geht um den Mord an drei Bürgerrechtlern, doch die Bewohner von Philadelphia schweigen. Der offene Rassismus gegen die schwarze Bevölkerung erschweren die Ermittlungen, zumal einer der Opfer ein Farbiger war. Ward und Anderson trotzen den Problemen, bis sie den Ku Klux Klan, ein geheimer Bund aus weißen Rassisten, im Nacken haben. Brutale Anschläge, Hass und Diskriminierung auf offener Straße schockieren die Ermittler, bis sie auf eine heiße Spur kommen.

Kritik

Es gibt sie doch noch: Filme, die nicht nur aus purer Unterhaltung gedreht wurden, sondern um bei den Menschen etwas zu bewirken, ihnen ein Problem klar zu machen oder ihnen die Augen zu öffnen. Und ganz besonders deutlich wird dies an "Mississippi Burning", der nicht nur unterhält, sondern auch die Probleme der schwarzen und weißen Bevölkerung in Amerika widerspiegelt, und das auf eine fantastische, spannende und exzellente Art und Weise.

Manche haben ihn erkannt, ja, der junge Agent mit der großen Brille ist ein junger Willem Dafoe, der am Anfang seiner Karriere als Schauspieler steht. In "Mississippi Burning" haucht er seinem Charakter Leben ein und beweist, dass er ein talentierter Jungstar ist, der heute nicht umsonst zu den besten Schauspielern gezählt wird. Gene Hackman, der für seine Rolle 1989 als Bester Schauspieler in "Mississippi Burning" sogar für den Oscar nominiert gewesen war, ist einfach nur überragend und mit diesem hervorragenden Duo ist der Film schauspielerisch perfekt gerüstet. Leider hat Hackman den Oscar nicht für sich entscheiden können, aber dafür hat die Kameratechnik einen Oscar bekommen. Aber sagen die zahlreichen Nominierungen etwas über die Qualität des Filmes aus? In diesem Fall ist die Frage mit einem eindeutigen Ja zu beantworten, denn der Film glänzt in jeder Hinsicht.

Nicht nur die Darsteller verdienen größtes Lob, auch der Regisseur und die übrigen Beteiligten. Aus dem umfangreichen Thema der amerikanischen Geschichte wurde der Rassismus der schwarzen Bevölkerung kurz, aber dennoch inhaltlich korrekt wiedergegeben. Mehr noch, der Film versinkt nicht in dokumentarischen und langatmigen Szenen, sondern bringt es auf den Punkt. Spannend ist der Film allemal, die Agenten und das Problem, vor dem sie stehen, ist eindringlich und berührt das Publikum. Noch besser sind die wortlosen Szenen geworden, in denen nur dramatische Hintergrundmusik läuft. Wenn man sich den Film einmal ansieht, kann man sich nicht davon losreißen. Schockierende und tiefgründige Fragen wie "Wie können Menschen nur zu so etwas fähig sein?" tauchen oftmals auf, aber die Antwort dafür gibt es nicht, sondern die Auswirkungen und Demonstration steht im Vordergrund. Dabei nimmt der Regisseur kein Blatt vor den Mund und zeigt anhand von Szenen voller brutaler Diskriminierung und Menschenhass, wie das Leben der zweitklassigen Bevölkerung gewesen sein muss. Die harte Realität trifft wie eine Kugel. Exzellent gelöst hat der Regisseur die erzählende Handlung um den Mord und den Kriminalfall, der das Geschehen vorantreibt, viel Spannung erzeugt und dennoch im perfekten Einklang zur Situation der Farbigen gehalten wird.

Fazit

"Mississippi Burning" zählt zu den Besten der Besten und beweist, dass Filme nicht nur zur Unterhaltung für das Publikum gemacht werden, sondern vielmehr eine höhere Bedeutung und eine wichtige Botschaft zu vermitteln haben.

Tanya Sarikaya - myFanbase
09.07.2010

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