Bewertung: 1
Alan Poul

Plan B für die Liebe

Fall in love. Get married. Have a baby. Not necessarily in that order.

Foto: Copyright: 2010 Concorde Filmverleih GmbH
© 2010 Concorde Filmverleih GmbH

Inhalt

Mit Samenspender CRM1014 soll alles besser werden. Obwohl sich Zoe (Jennifer Lopez) ihr Leben und vor allem die Entstehung ihres ersten Kindes anders vorgestellt hat, liegt sie auf der Liege und lässt sich – wenn alles gut geht – schwängern. Mit Anfang 30 ist es ihrer Meinung nach höchste Zeit für das erste Kind und dass ihr der Mann dazu fehlt, hält sie erst einmal nicht davon ab. Zoe ist überglücklich als sie die Praxis verlässt und lässt sich auch von einem Streit mit einem Unbekannten (Alex O`Loughlin) um ein Taxi diese gute Laune nicht verderben. Als sich die beiden wenige Tage später erneut über den Weg laufen ist Stan dann weniger unangenehm und schon bald sind beide mächtig verknallt. Dumm nur, dass Zoe tatsächlich schwanger ist und nun sie ihrem neuen Freund von der Schwangerschaft erzählen muss…

Kritik

Was braucht ein jeder Film, um den Zuschauer zu begeistern und zu bewegen? Wenn man das viele Leute fragen würde, würden wohl viele verschiedene Antworten herauskommen, aber egal ob Action, Drama oder Komödie, in aller erster Linie braucht der Film Charaktere, mit denen der Zuschauer sich – in welcher Weise auch immer – identifizieren kann. Also eine Grundlage für die Verbindung zwischen dem Kinozuschauer und dem Film. Das ist im Grunde gar nicht so schwer, müssen die Charaktere doch eigentlich nur menschlich erscheinen, ein paar Macken haben und – vor allem die Hauptfigur – dem Zuschauer sympathisch sein. Genau das ist es aber, was "Plan B für die Liebe" komplett fehlt. Denn während die ganze Welt von Menschen bevölkert ist, die eben nicht perfekt sind, sind die beiden Hauptfiguren in "Plan B für die Liebe" geradezu Übermenschen des Anstandes und der Moral. So hat Zoe ihren extrem gut bezahlten Karrierejob aufgegeben um eine nicht unbedingt gut laufende Tierhandlung zu eröffnen, da ihr kleiner Lieblingshund aufgrund seiner Herkunft aus der Massenhaltung krank wurde und sich nun nur noch mit zwei Rädern als Hinterpfoten fortbewegen kann. Auch Stan ist ein Wohltuer, verdient er sein Geld doch mit der Herstellung von 100% organischem Käse und macht nebenher noch seinen Schulabschluss nach.

Tja, und während diese Dinge dem Zuschauer schon seltsam erscheinen mögen, so ist es dann mit der Chemie rund um die beiden Charaktere noch schlechter bestellt. Denn obwohl wir im Laufe des Films immer wieder hören, wie verliebt die beiden sind und diese Zuneigung auch durch eindeutige Gesten gezeigt bekommen, so springt der Funke doch nicht rüber und der Zuschauer kann kaum nachvollziehen, weshalb sich die beiden jetzt lieben. Ohne große Erklärungen und ohne großes Kennenlernen wird hier gleich losgelegt und während Stan Zoe seine erwartungsvolle neue Käseidee zeigt, wird das große Problem der Beziehung in ihrem Bauch immer größer.

Es war im Jahr 2007 als die Vampir-Serie "Moonlight“ den TV-Markt zwar nicht unbedingt neu erfand oder etwas Grundlegendes veränderte, aber dem Zuschauer vor allem eines zeigte: Alex O'Loughlin. Der australische Schauspieler, der zuvor eher in kleineren Rollen zu sehen war, wurde plötzlich gefragter und versuchte sich gleich nach der Absetzung an einer weiteren TV-Serie ("Three Rivers"), die jedoch – ähnlich wie schon "Moonlight" - floppte. Warum es also nicht mal im Kino versuchen? Und obwohl man hier Alex O'Loughlin keinesfalls zu seinem glücklichen Händchen in der Rollenwahl gratulieren kann, so war es wahrscheinlich einfach eine zu große Chance, neben der großen Jennifer Lopez zu spielen, als dass ein Fernsehschauspieler mit zwei Flops nacheinander diese hätte ausschlagen können. Seiner Karriere wird dies wohl weder großartig geschadet noch sehr geholfen haben, denn obwohl Alex O'Loughlin keineswegs das ganze Problem dieses Films ist, so ist er auch nicht die rettende Insel, obwohl er – zur Freude der weiblichen Zuschauer – oft genug sein Hemd auszieht.

Jennifer Lopez war dahingehend noch nie eine große Schauspielerin und zeigt auch hier einmal mehr, warum ihr dies immer nachgesagt wird. Mit wenig Chemie spielt sie nach ihrer langjährigen Babypause eine Bald-Mutter und zeigt anderen Schauspielern eindrucksvoll, wie sowas eben nicht gespielt wird. Und obwohl sich die beiden scheinbar viel Mühe gegeben haben, gibt es leider auch keine Chemie zwischen den Darstellern und so schafft man es eben auch nicht, mit dieser nicht vorhandenen Chemie zum Zuschauer durchzudringen.

Den Darstellern kann man jetzt aber keinesfalls allein die Schuld an diesem Endergebnis des Films geben, ist dieses doch fast ausschließlich der Vorlage von Kate Angelo zu verdanken. Da mag man auch die Welt in Hollywood nicht so ganz verstehen, denn während andere Drehbuchautoren mit originellen und teilweise großartigen Drehbüchern von den großen Studios regelmäßig abgewiesen werden, bekommt ein solcher Film die Chance zur Produktion? Das mag noch einer verstehen, denn an "Plan B für die Liebe" ist nichts originell und bietet auch als Komödie nur wenige ernsthafte Lacher. Der Rest des Films ist vollgepackt mit Fremdschämmomenten und Witzen, die wohl nur dann richtig funktionieren würden, wenn die Hauptcharaktere Sympathie vermitteln könnten. Da dies kaum bis gar nicht der Fall ist, wirken diese Szenen noch lächerlicher.

Fazit

Ein Film, der wohl an Hochschulen gezeigt werden kann, um angehenden Filmemachern eine Komödie zu zeigen, wie sie sie nicht machen sollen. Mit unsympathischen Hauptcharakteren, teilweise wirklich schlecht spielenden Schauspielern und einem Plot, der für den Zuschauer kaum nachvollziehbar ist, ist "Plan B für die Liebe" höchstens für Alex-O'Loughlin-Fans zu empfehlen, die für ein paar Sekunden Oben-Ohne-Szene von ihm knappe 100 Minuten dieses Filmes zu ertragen wissen.

Eva Klose - myFanbase
16.05.2010

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