Bewertung: 7
Spike Lee

Malcolm X

"Wenn du nicht bereit bist, dafür zu sterben, dann streiche das Wort 'Freiheit' aus deinem Vokabular." - Malcolm X

Inhalt

Boston in den 40er Jahren: der farbige Malcolm (Denzel Washington) hält sich mit Diebstählen über Wasser, bis er von der Polizei verhaftet wird. Während seinem Gefängnisaufenthalt wechselt er zur "Nation of Islam", einer schwarzen islamischen Organisation, die sich auf eine radikale Weise für die Rechte der Schwarzen einsetzt. So fordert diese Organisation eine strenge Trennung der Rassen. Nach Malcolms Entlassung arbeitet er sich rasch zum populären Sprecher der "Nation of Islam" hoch. Er predigt vor immer mehr Farbigen und ruft zu einer Schwarzenbewegung auf. Doch bald stellt er fest, dass er auf Grund moralischer Differenzen die Organisation nicht mehr unterstützen möchte und steigt aus. Die "Nation of Islam" verliert durch seinen wichtigen Sprecher an Popularität und Malcolm wird für sie ein Dorn im Auge.

Kritik

Es fällt mir immer schwer, solchen dokumentarisch angehauchten Filmen eine mittelmäßige oder schlechte Bewertung zu geben, denn Filme wie "Malcolm X" werden gedreht, um Menschen die Augen zu öffnen und ihnen ein Stück unserer Historie zu vermitteln. Das besonders Schöne an Filmen dieses Genres ist der Aussagegehalt und die Thematik, die meist sehr intensiv behandelt wird und interessanter als jedes Geschichtsbuch ist. So ist beispielsweise auch das außergewöhnliche und meiner Meinung nach sogar der beste Film dieses Genres, "American History X", entstanden. Aber "Malcolm X" kommt leider nicht an den eben genannten fantastischen Film heran.

Dabei bezeichnet sich "Malcolm X" als ein Filmdrama, aber ihn als eine Autobiographie über den berühmten Helden Malcolm X zu bezeichnen, wäre wesentlich passender. Natürlich ist das Thema das Wichtigste an solchen Filmen. Aber man darf auch nicht vergessen, einen gewissen Unterhaltungswert und ein wenig Spannung zu vermitteln. Das wurde hier leider nicht beachtet, denn "Malcolm X" konzentriert sich ausschließlich auf seinen Hauptcharakter und die Bürgerrechtler der schwarzen Bevölkerung in Amerika. Das ist zwar äußerst interessant, aber filmisch nicht gut inszeniert. So müssen die Zuschauer mit einigen langatmigen Szenen rechnen und das Interesse am Zuschauen geht verloren. Vielleicht hatte man doch ein wenig zu großen Respekt vor dem schwarzen Bürgerrechtler Malcolm X, so dass man sich nicht traute, aus diesem Film mehr rauszuholen.

Zum Glück, und das ist sehr positiv für den Film, schaffen es die gewaltigen Bilder und erschwinglichen Reden des Malcolm X den Film zu heben und ihm wieder Anspruch zu verleihen. Man hat sich zwar zu sehr auf Malcolms Charakter konzentriert, aber das ist dafür mehr als gelungen. Seine Persönlichkeit kommt sehr stark zum Ausdruck und man kann sich ein gutes Bild von ihm machen. Der Zuschauer, egal ob weißer oder schwarzer Hautfarbe, kann sich perfekt in seinen Charakter hineinversetzen. Großes Lob geht an Denzel Washington, der für diese Rolle sogar 1993 für einen Oscar in der Kategorie Bester Hauptdarsteller nominiert wurde. Der Preis wäre äußerst verdient gewesen, denn er ist die tragende Person des Films und ist eindeutig in bester Form zu sehen. Interessanterweise übernimmt Regisseur Spike Lee selbst die Rolle des Shorty im Film, und das sehr überzeugend. Auch die anderen Schauspieler sind ausnahmslos perfekt in ihren Rollen. Zudem bekommt man einen guten Einblick in Mekka, denn "Malcolm X" durfte tatsächlich in Mekka gedreht werden, was sicherlich eine großen Ehre war.

Fazit

Sicherlich hätte man mehr aus dem Film machen können, aber nichtsdestotrotz bekommt man einen guten Einblick in dieses Kapitel der amerikanischen Geschichte und in die Persönlichkeit Malcolm X, was hauptsächlich dem Hauptdarsteller Denzel Washington zu verdanken ist.

Tanya Sarikaya - myFanbase
12.05.2010

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